Der Wert von Arbeit und Freizeit wird neu austariert. Teils verschwimmt dabei die Grenze zwischen Privatem und Beruf. Das kann praktisch sein, ist aber nicht immer gut. © colourbox.de
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Der Wert von Arbeit und Freizeit wird neu austariert. Teils verschwimmt dabei die Grenze zwischen Privatem und Beruf. Das kann praktisch sein, ist aber nicht immer gut.
Schöne neue Arbeitswelt?
Flexibilisierung, Digitalisierung, Arbeitsdruck
Unser Arbeitsalltag wird sich durch Computer und Roboter stark verändern. Höherer Arbeitsdruck und flexiblere Arbeitszeiten sind schon heute an der Tagesordnung. Doch es entstehen auch Möglichkeiten.
Trends wie Digitalisierung, demografischer Wandel und Flexibilisierung stellen Wirtschaft und Arbeitnehmer vor große Herausforderungen. Das klassische Beschäftigungsverhältnis scheint sich immer mehr aufzulösen. Die Arbeitswelt ist im Umbruch.

Doch auch gesellschaftliche Werte ändern sich und das Spannungsfeld von Arbeit und Freizeit wir neu definiert. Der jüngste Tarifabschluss zwischen IG Metall und der Metall- und Elektroindustrie greift dies auf und könnte Signalcharakter für viele Arbeitnehmer haben.

Der Umbruch unserer Arbeitswelt ist allumfassend. Durch die Automatisierung könnte die deutsche Wirtschaft bis 2030 fast ein Viertel der Arbeitsstunden einsparen, so das Ergebnis einer Studie des McKinsey Global Institute (siehe rechts "Jobs lost, jobs gained"). Das betreffe vor allem Berufe wie Sachbearbeiter, aber auch Schlosser und Köche. Millionen Beschäftigte müssten sich demzufolge neue Fähigkeiten aneignen oder in eine andere Branche wechseln.

In Anbetracht zukünftiger Personalnöte in der Wirtschaft empfiehlt die OECD nicht nur den Deutschen, sondern allen Menschen in hochentwickelten Industrieländern "längeres Arbeiten".

makro fragt, wie sich Wirtschaft und Politik auf die tiefgreifenden Veränderungen am Arbeitsmarkt einstellen können.

Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer haben feste Arbeitszeiten, 24% gleitende. Bei den flexiblen Arbeitszeiten müssen sich 21% nach dem Arbeitgeber richten. Nur 10% können ihre Arbeitszeit selbst bestimmen. Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer haben feste Arbeitszeiten, 24% gleitende. Bei den flexiblen Arbeitszeiten müssen sich 21% nach dem Arbeitgeber richten. Nur 10% können ihre Arbeitszeit selbst bestimmen.
Früher haben die Menschen viel mehr gearbeitet als heute. Freizeit, Urlaub: Fehlanzeige. Seit etlichen Jahren fällt die Arbeitszeit kaum noch. Digitalisierung und Automatisierung könnten dies allerdings wieder ändern. Früher haben die Menschen viel mehr gearbeitet als heute. Freizeit, Urlaub: Fehlanzeige. Seit etlichen Jahren fällt die Arbeitszeit kaum noch. Digitalisierung und Automatisierung könnten dies allerdings wieder ändern.

Interviews mit Klaus Dörre

Live-Interview: "Gerechtere Verteilung von Arbeit"
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Zu Gast bei makro ist Prof. Klaus Dörre von der Universität Jena. Er sagt, Unternehmen werden Fachkräfte künftig nur gewinnen, wenn sie attraktive Arbeitszeitmodelle bieten.
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Vorabinterview: Mehr Geld oder mehr Zeit?
Wenn es dunkel wird, ist noch lange nicht Schluss. Im Bankenviertel von Frankfurt brennen die Lichter auch spät abends. © ap
Mehr Zeit für die Familie ist vielen heute wichtiger als Geld. Ob der Pilotabschluss der Metall- und Elektrobranche in Stuttgart Strahlwirkung auf den übrigen deutschen Arbeitsmarkt hat, darüber sprach makro-Moderatorin Eva Schmidt mit Klaus Dörre.
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Flexibilisierung

Arbeitsschutzgesetz: Im Schützengraben
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Beim Thema Flexibilisierung der Arbeitszeit prallen zwei Welten aufeinander. Arbeitgeber fordern mehr, Gewerkschaften stehen auf der Bremse. Die Digitalisierung schafft derweil Fakten.
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Arbeitgeber: "Der Kunde bestimmt die Arbeitszeit"
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Werner Simon spricht für die Arbeitgeberseite. Er sagt, das Arbeitszeitgesetz stamme aus den 50er-Jahren und entspreche heute nicht mehr der Arbeitswirklichkeit: "Wir brauchen Flexibilität."
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Gewerkschaften: "Vorteile allein bei Arbeitgebern"
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Die Arbeitgeber-Wünsche zur Flexibilisierung der Arbeitszeit gingen zulasten der Beschäftigten, sagt Annelie Buntenbach vom DGB und fordert ihrerseits "mehr Souveränitätsrechte für Arbeitnehmer".
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Berichte aus der Sendung

Tarifeinigung: Ein Meilenstein
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Der Einstieg in die 28-Stunden-Woche ist geschafft. Das nimmt die IG Metall als Sieg mit nach Hause. Doch auch die Arbeitgeber bekommen etwas: Wer mehr arbeiten will, darf das nun.
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25 Stunden, voller Lohnausgleich!
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Von flexiblen Arbeitszeiten ist viel die Rede. Lasse Rheingans macht es in seiner Software-Firma konkret - und reduziert die Arbeitszeit auf nur fünf Stunden pro Tag. Für alle. Wie kommt das an? Ein Ortsbesuch.
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makroskop Arbeitszeit
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Flexibilität wird im Arbeitsleben immer wichtiger. Jeder zweite Beschäftigte möchte gerne gelegentlich von zuhause arbeiten. Ähnlich viele würden gerne ihre Arbeitszeit reduzieren.
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Sendedaten
makro
Schöne neue Arbeitswelt?
Freitag, 9. Februar 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© dpa[>> Alle Videos auf einen Blick]
Arbeit: Reden Sie mit!
© colourbox.deWelche Arbeitszeitmodelle sind wünschenswert, was ist kontraproduktiv? Was vernünftig, auch aus Firmensicht? Oder kommen eh bald die Roboter und wir gucken in die Röhre? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Klaus Dörre
Klaus Dörre ist Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Universität Jena. Seine Forschungsgebiete erstrecken sich über Kapitalismustheorie, flexible und prekäre Beschäftigung, Soziale Desintegration und Rechtspopulismus. Klaus Dörre ist geschäftsführender Direktor des "Kolleg Postwachstumsgesellschaften" der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Wirtschaftsdokumentation
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
(makro, 15.12.2017)
Studie zur Automatisierung
Jobs lost, jobs gained: Worforce transitions in a time of automation
In our latest research on automation, we examine work that can be automated through 2030 and jobs that may be created in the same period. We draw from lessons from history and develop various scenarios for the future. While it is hard to predict how all this will play out, our research provides some insights into the likely workforce transitions that should be expected and their implications. (12/2017)
Studien zur Arbeitszeit
Schwerpunkt
Gesellschaft