Zahlen definieren die Wirtschaft. Inwieweit sie Sinn machen, steht auf einem anderen Blatt. © colourbox.de
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Zahlen definieren die Wirtschaft. Inwieweit sie Sinn machen, steht auf einem anderen Blatt.
Die Macht der Zahlen
Zwischen Willkür und Illusion
Sie werden uns auch 2018 wieder beschäftigen: Das Bruttoinlandsprodukt, die Arbeitslosenquote, die Inflationsrate. Wirtschaftliche Kennzahlen sind sehr mächtig, Politik wird an ihnen gemessen.
Das BIP und seine jährliche Steigerung, das Wachstum, werden heute als Indikatoren für allgemeinen Wohlstand immer mehr infrage gestellt. Um den fiktiven "Warenkorb" der Inflationsmessung gibt es beständig Auseinandersetzungen.

Bei 90 Prozent Staatsverschuldung nimmt das Wirtschaftswachstum ab. Das fand ein US-amerikanischer Ökonom durch mehrere Studien heraus. In der europäischen Schuldenkrise spielte diese Zahl eine große Rolle, z.B. bei den Maßnahmen, die Ländern mit hohen Verschuldungen abverlangt wurde. Sie war eine der Orientierungsgrößen der Sparpolitik. Ein paar Jahre später fand ein Student heraus, dass ein Rechenfehler passiert war. Seither streiten sich die Ökonomen, ob die "90-Prozent-Regel" tatsächlich eine Regel ist.

Drei Prozent Neuverschuldung ist festgelegt als Obergrenze für die Euroländer. "Erfunden" hat diese Zahl nach eigenen Angaben ein Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums in den 80er Jahren, zu Zeiten von François Mitterrand. Der französische Präsident brauchte angeblich dringend irgendein Limit, um die Forderungen seiner Minister nach immer neuen Ausgaben zu begrenzen. Später machte die Zahl Karriere als Bestandteil der Maastricht-Regeln. makro wirft einen Blick hinter die Zahlen und fragt, wie neutral sie eigentlich sind.

 

Live-Interview: "Wir müssen uns an Zahlen orientieren"
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Zu Gast bei makro ist der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser. Er sagt: Deutschland tue gut daran, "weniger der Macht der Zahlen als der Kraft der eigenen Wirtschaftskultur zu vertrauen."
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Vorabinterview: "Statistik nur begrenzt hilfreich"
Wirtschaftskennziffern täuschen eine Gewissheit vor, die es oftmals gar nicht gibt. Trotzdem sind sie wichtig. © colourbox.de
Der Jahresanfang ist die Zeit der statistischen Rückblicke, Prognosen und Vergleiche. Inwieweit aber ist eine solche Vermessung der Wirtschaft noch zeitgemäß? Darüber sprach Eva Schmidt mit dem Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser.
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Bruttoinlandsprodukt

Das BIP, die magische Zahl
Prof. Philipp Lepenies, Ökonom und Politologe, Freie Universität Berlin
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Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, die wichtigste ökonomische Kennziffer unserer Zeit, gibt es noch gar nicht besonders lange, sagt Prof. Philipp Lepenies. Sie sollte Antwort geben auf die simple Frage: Geht's den Leuten gut?
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BIP: So wird's berechnet
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Wie wird eigentlich die deutsche Wirtschaftsleistung berechnet? Besuch bei Stefan Hauf, Statistisches Bundesamt. Hier laufen die Fäden zusammen. Schnell wird klar: Gerechnet wird nach Vorschrift.
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Inflation

"Ein bisschen willkürlich"
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Zuletzt stiegen die Preise in Deutschland um 1,7%. Gefühlt ist es mehr. Trotzdem setzen die Notenbanker alle Hebel in Bewegung, die Inflation weiter anzufeuern - auf knapp 2%. Warum eigentlich?
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Was wird berücksichtigt?
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Die Inflationsrate berechnet sich anhand eines Warenkorbs, der dem durchschnittlichen Konsumverhalten der Verbraucher nachempfunden ist. So erklärt es Florian Burg vom Statistischen Bundesamt.
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Berichte aus der Sendung

Defizitgrenze: Ganz große Kunst
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3 Prozent Defizit? Klingt gut, dachte man damals. Bis heute scheiden sich an dieser Zahl die Geister. Dass es sie noch gibt, spricht für eine gewisse Praxistauglichkeit. Dabei ist sie ein Produkt des Zufalls.
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Statistisches Bundesamt: Die Vermesser der Gesellschaft
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Auf der Suche nach der Herkunft wichtiger ökonomischer Kennzahlen landet makro unweigerlich beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Hier werden u.a. Wirtschaftsleistung und Inflation berechnet.
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makroskop Arbeitslosenstatistik
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Offiziell waren in Deutschland 2017 nur gut 2,5 Mio. Menschen ohne Job - der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. Doch die Zahl täuscht: Die Arbeitslosenstatistik ist politische Manövriermasse.
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Sendedaten
makro
Die Macht der Zahlen
Freitag, 12. Januar 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© colourbox.de[>> Alle Videos auf einen Blick]
Macht der Zahlen: Reden Sie mit!
© colourbox.deBei aller Kritik: Ohne Zahlen geht es nicht. Schon gar nicht in der Wirtschaft. Schließlich sind sie das überzeugendste Hilfsmittel gegen ein ökonomisches "Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt". Diskutieren Sie mit!
Studiogast
© Petra-Monika JanderLupeProf. Dr. Werner Abelshauser
Der Volkswirt Werner Abelshauser ist Forschungsprofessor für Historische Sozialwissenschaft an der Universität Bielefeld. Sein Standardwerk "Deutsche Wirtschaftsgeschichte" ist in zahlreichen Auflagen und Sprachen erschienen. Jüngst hat er ein vierbändiges Werk zur deutschen Wirtschaftspolitik im 20. Jahrhundert mitherausgegeben.
Persönlicher Inflationsrechner
© dpaVideoDie gefühlte Inflation ist höher als die offizielle Teuerungsrate? Gut möglich. Mit einem Tool des Statistischen Bundesamts kann man sich seinen individuellen Warenkorb zusammenstellen: Einfach ausprobieren.
Schwerpunkt
Gesellschaft