Das Kernwaffenprogramm wird von der Regierung Nordkoreas weiterhin vorangetrieben. Daran ändert auch der Druck vonseiten der UN und den USA nichts. © ap
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Das Kernwaffenprogramm wird von der Regierung Nordkoreas weiterhin vorangetrieben. Daran ändert auch der Druck vonseiten der UN und den USA nichts.
Der Nordkorea-Konflikt
Paria in der Klemme
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
Auch China, wichtigster Handelspartner und letzter Verbündeter, zieht die Daumenschrauben an. Nordkorea-Kenner Professor Rüdiger Frank von der Universität Wien hält Sanktionen hingegen für die falsche Strategie. Nordkorea habe über die Jahrzehnte ein Maß an wirtschaftlicher Eigenständigkeit erarbeitet, das es vergleichsweise unempfindlich gegen Sanktionen mache.

Die Sanktionen treffen vor allem die arme Bevölkerung Nordkoreas. Machthaber Kim Jong-un scheinen sie dennoch nicht weiter zu beeindrucken. Rüdiger Frank plädiert deshalb dafür, den Handel mit Nordkorea zu intensivieren, um die Privatwirtschaft zu stärken. Das würde das Land stärker vom Westen abhängig machen und eine Mittelschicht entstehen nlassen.

Doch nach einem so grundlegenden Strategiewechsel sieht es derzeit nicht aus. Es ist ein Krieg der Worte, der schnell eskalieren könnte. Seit den jüngsten Serie von Raketentests ist klar: Nordkorea hat Waffen, mit denen es sogar die USA erreichen kann. Kim Jong-un verteidigt sein Atomwaffenprogramm als "mächtige Abschreckung", die die Souveränität des Landes und den Frieden auf der koreanischen Halbinsel garantiere. Auch die Reaktion von US-Präsident Donald Trump trägt nicht gerade zur Deeskalation bei. Die USA werde Nordkorea mit Feuer und Zorn begegnen, wie es die Welt noch nicht gesehen habe, sagte er.

Highlights

Live-Interview: "China will keinen Kollaps"
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Zu Gast bei makro ist der Nordkorea-Kenner Prof. Rüdiger Frank. Die Sanktionen hält er für untauglich und plädiert für eine Unterstützung der schon lange im Land vorhandenen Tendenzen zur Marktwirtschaft.
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Vorabinterview: Was will Nordkoreas Kim Jong-un?
Vorabinterview: Was will Nordkoreas Kim Jong-un? © reuters
Nordkorea meldet sich mit einem Raketentest auf der Weltbühne zurück. Ob der Konflikt noch entschärft werden kann, darüber sprach makro-Moderatorin Eva Schmidt mit dem Nordkorea-Experten Rüdiger Frank.
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Bildergalerie: Blick hinter den Vorhang
Organisierter Massentanz vor dem Kulturpalast in Pjöngjang © Rüdiger Frank
Nordkorea ist das wohl abgeschottetste Land der Welt. makro-Gast Prof. Rüdiger Frank schafft es dennoch, das Land regelmäßig zu bereisen. Auf exklusiven Bildern ermöglicht er uns den Blick in eine verschlossene Welt.
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Mittelschicht

Nordkoreas "Mittelschicht"
© Rüdiger Frank
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Zuverlässige Wirtschaftsdaten gibt es aus Nordkorea keine. Doch Veränderungen - besonders in der Hauptstadt - sind augenfällig. Es gibt Busse, Taxen, Ampeln und manchmal sogar Stau.
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"Neue ökonomische Realitäten"
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Die 400 bis 500 Märkte spielen heute eine sehr wichtige Rolle in Nordkorea, sagt Erik Ballbach. Gleich von einer wirtschaftlichen Öffnung zu sprechen, geht ihm jedoch zu weit.
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Weitere Berichte aus der Sendung

makroskop Nordkorea
© Rüdiger Frank
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Der entscheidende Handelspartner Nordkoreas ist China. Rund 90 Prozent des Außenhandels geht über die gemeinsame Grenze. Ansonsten setzt das bitterarme Land auf Autarkie.
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Grenzhandel: Macht China dicht?
© dpa
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Ohne den Grenzhandel mit China gingen in Nordkorea die Lichter aus. Nach außen versucht China strikte Befolgung der internationalen Sanktionen zu demonstrieren. Doch so eine Grenze ist lang.
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Sendedaten
makro
Der Nordkorea-Konflikt
Freitag, 1. Dezember 2017, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© reuters[>> Alle Videos auf einen Blick]
Nordkorea: Reden Sie mit!
© reutersWas wäre die Alternative zu Sanktionen gegen Nordkorea? Käme eine Einbindung in den internationalen Handel nicht einer Belohnung für den rücksichtslosen Kurs des Regimes gleich? Wie ist die Rolle Chinas? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Rüdiger Frank
Rüdiger Frank ist Professor für Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens an der Universität Wien. Er gehört weltweit zu den wenigen Nordkorea-Experten, die in mehreren sozialistischen Systemen gelebt haben: In Nordkorea, in der Sowjetunion und in der DDR. Rüdiger Frank besucht regelmäßig beide koreanischen Staaten. Zuletzt erschien sein Buch "Nordkorea: Innenansichten eines totalen Staates". Im Februar 2018 erscheint "Unterwegs in Nordkorea. Eine Gratwanderung".
Interview
"Wir drehen uns im Kreis"
Die Strategie des Westens gegenüber Nordkorea ist falsch, erklärt der Korea-Kenner Rüdiger Frank im Interview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt. Nicht die Sanktionen, sondern der Ausbau des Handels könne das Regime zum Kurswechsel bewegen.
(makro, 03.08.2017)
Nordkorea
Einblick in eine verschlossene Welt
Vor 25 Jahren verschwand der Kommunismus aus Europa. Seitdem gibt es weltweit nur noch wenige Bastionen, die uns vorkommen wie Relikte aus vergangenen Zeiten. Nordkorea zum Beispiel mit seinen bizarren Bildern aus dem Reich der Kim-Diktatur.
(makro, Dezember 2014)