Alpenidylle pur. Doch unter den Wolken wachsen Probleme. © colourbox.de
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Alpenidylle pur. Doch unter den Wolken wachsen Probleme.
Umbau der Alpen
Die Grenzen des Wachstums
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
Der Schneemangel führt in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem Wettrüsten beim Kunstschnee. Ab Oktober bis Ostern sind überall in den Alpen rund 40.000 Schneekanonen im Dauereinsatz. Denn wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus mit 500 Millionen Übernachtungen im Jahr. 15 Millionen Menschen leben in den Alpen, die sich über 8 Staaten erstrecken. Dramatisch wachsender Verkehr, Verstädterung und Klimawandel zählen zu den größten Herausforderungen.

In den vergangenen 100 Jahren ist die Temperatur in den Alpen mit 1,5 Grad Celsius doppelt so stark gestiegen wie im globalen Durchschnitt. Pro Jahr gehen zwei Kubikkilometer Eis verloren. In 20 bis 30 Jahren könnten bis auf den Höllental-Gletscher auf der Zugspitze alle bayerischen Gletscher verschwunden sein. Dadurch kommt es immer öfter zu Steinschlag und Felsstürzen. Eine permanente Gefahr für Wanderer und Skifahrer. Instabile Hänge umfassen in der Schweiz bereits sechs Prozent der Gesamtfläche.

Verstädterung und Verkehrsinfarkt
Neben dem Klimawandel hat das größte Gebirge Europas auch mit einer Verkehrslawine zu kämpfen, zu je einem Drittel verursacht von Touristen, Transit- und inneralpinen Fahrern. Den Alpen droht der Verkehrsinfarkt. Um den abzuwenden, entsteht gerade unter dem Brenner für 10 Milliarden Euro der längste Eisenbahntunnel der Welt. Das Jahrhundertbauwerk zwischen Österreich und Italien soll ab 2026 Entlastung bringen.

Und die Alpen leiden unter Verstädterung und Überalterung. Die Bevölkerung wächst zwar stark, aber nur in den wuchernden Zentren. In entlegenen Dörfern dagegen schrumpfen die Einwohnerzahlen durch zunehmende Landflucht. Über 60 Prozent der alpinen Gemeinden gelten als überaltert. Ackerbau und Viehzucht kommen zum Erliegen.

makro fragt, welche wirtschaftlichen und ökologischen Folgen der Umbau der Alpen hat.

<b>Die Alpen</b> erstrecken sich zu 29% über Österreich und zu 27% über Italien. Auf Frankreich entfallen 21%. Nur 13% der Alpenfläche liegt in der Schweiz. Die Alpen erstrecken sich zu 29% über Österreich und zu 27% über Italien. Auf Frankreich entfallen 21%. Nur 13% der Alpenfläche liegt in der Schweiz.
In <b>Österreich</b> sind die Touristenzahlen seit 2006 um 38% angewachsen. Fast die Hälfte davon entfällt inzwischen auf den Wintertourismus. In Österreich sind die Touristenzahlen seit 2006 um 38% angewachsen. Fast die Hälfte davon entfällt inzwischen auf den Wintertourismus.
Beim Alpennachbarn <b>Schweiz</b> liegt der Zuwachs der Urlauber im gleichen Zeitraum bei 27%. 2016 kamen 5,6 Millionen Touristen. Beim Alpennachbarn Schweiz liegt der Zuwachs der Urlauber im gleichen Zeitraum bei 27%. 2016 kamen 5,6 Millionen Touristen.

Interviews

Live-Interview: "Tourismus wird überschätzt"
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Zu Gast bei makro ist Prof. Marius Mayer. Die Alpen, sagt er, lebten nicht nur vom Tourismus, sondern auch von anderen Dienstleistungen, Industrie und Landwirtschaft, was oft übersehen werde.
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Vorabinterview: Wovon lebt man im Tal?
Vorabinterview zur Alpenregion: Wovon lebt man im Tal? © colourbox.de
Idyllisch, überlaufen oder abgehängt? Dazwischen verläuft oft nur ein schmaler Grat. Über die wirtschaftlichen Perspektiven der Alpenregion sprach das Wirtschaftsmagazin makro mit Prof. Marius Mayer.
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Verkehr

Verkehrsinfarkt in der Alpen
© reuters
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Eine Verkehrslawine sondergleichen schiebt sich über die Alpenpässe. Allein am Brenner sind es täglich 5500 LKW. Eine Zumutung für Mensch und Umwelt. Die Schweiz macht es besser.
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Fotostory: Tourismusverkehr in den Alpen
Fotostory: Tourismusverkehr in den Alpen © dpa
Nicht nur der alpenquerende Güterverkehr verstopft die Täler, auch die Touristen, die dem Alltag für ein paar Tage entfliehen wollen, schieben eine Blechlawine bis in den letzten Winkel. Für viele Urlaubsorte ein Dilemma.
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Berichte aus der Sendung

Der Berg rutscht: Klimawandel in den Alpen
Der Berg bröckelt: Klimawandel in den Alpen © Andrew Bossi
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Die Erwärmung der Alpen ist etwa doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Berghänge geraten ins Rutschen - und zum Ende des Jahrhunderts werden die Alpen wohl nahezu gletscherfrei sein.
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makroskop Alpen
© ap
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Einst lebten die Menschen in den Alpen vornehmlich von der Landwirtschaft. Heute ist es der Tourismus, vor allem in den hochalpinen Regionen. Dies stößt jedoch an Grenzen.
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Wintertourismus: Alpines Wettrüsten
© dpa
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Skifahren war gestern, Ski-Party-Zirkus ist heute. Touristen spülen Geld in die Alpen, besonders in der Wintersaison. Doch der Trend stößt an Grenzen. Und: Braucht man wirklich den Ballermann 2000?
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Sendedaten
makro
Umbau der Alpen
Freitag, 27. Oktober 2017, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
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Alpen: Reden Sie mit!
© colourbox.deWie kann die Alpenregion ihren Weg in die Zukunft finden, ohne dabei Reiz und Identität zu opfern? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Marius Mayer
Marius Mayer ist promovierter Geograph und seit 2013 Juniorprofessor für Wirtschaftsgeographie und Tourismus an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald. Zu seinen Forschungsgebieten gehören u.a. Regionalentwicklung, Raumplanung sowie Schutzgebiete und ihre ökonomische und gesellschaftliche Bewertung.
Schwerpunkt
Umwelt - Nachhaltigkeit - Greentech