Der Teufel ist ein Eichhörnchen, besonders bei der Elektro-Mobilität. Obwohl technologisch endlich Bewegung in die Sache kommt. © dpa
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Der Teufel ist ein Eichhörnchen, besonders bei der Elektro-Mobilität. Obwohl technologisch endlich Bewegung in die Sache kommt.
E-Auto - und dann?
Probleme bei Reichweite, Infrastruktur, Preis
Glaubt man den Autobauern, dann passiert endlich was in Sachen E-Mobilität. Aber bei den Rahmenbedingungen gibt es viele offene Fragen. Woher kommt der Strom, wer baut die Akkus und wie kann ich mein E-Auto aufladen.
Auf dem Genfer Autosalon warten die deutschen Hersteller mit großen Plänen auf. Allein BMW will dieses Jahr 100.000 Elektroautos verkaufen, was Daimler bis 2020 anstrebt. Der VW-Konzern möchte bis 2025 sogar Weltmarktführer bei E-Autos sein. Die Wolfsburger versprechen, schon in vier Jahren 30 E-Modelle anzubieten.

Offen ist auch, woher der Strom kommen soll und wie sauber er dann sein wird? Und wer stelltt die Akkus für Millionen von E-Autos her? Sind es Fabriken fast nur in Asien oder auch in Europa? Vor allem China baut gerade zahlreiche neue Batteriefabriken.

Neben dem höheren Kaufpreis und der geringen Reichweite schrecken fehlende Ladestationen Käufer ab. BMW, Daimler, VW und Ford haben sich zwar geeinigt, an den Autobahnen ein europäisches Schnellladenetz aufzubauen. Das löst aber nicht das Problem, wie sich das E-Auto zu Hause oder bei der Arbeit aufladen lässt?

Im größten Automarkt der Welt setzt man voll auf Elektromobilität. Ab 2018 soll es für Autobauer in China sogar eine E-Auto-Quote geben. Daraufhin hat Bundesumweltministerin Hendricks eine solche Hersteller-Quote auch für Deutschland ins Spiel gebracht. Denn Elektroautos könnten der Luftverschmutzung und dem Lärm in den Städten Einhalt gebieten.

Aber weltweit gibt es erst 1,3 Millionen E-Autos. In Relation zu den etwa 1,2 Milliarden Autos auf der Erde ein Tropfen auf den heißen Stein und ein riesiger Nachholbedarf. In Deutschland sieht es nicht anders aus: Von 44 Millionen Autos fahren nur 25.000 mit Elektroantrieb. Die Kaufprämie von 4.000 Euro hat daran kaum was geändert. Das E-Auto ist ein Ladenhüter. Dabei können sich etwa sieben von zehn Deutschen vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen sind klar.

Interviews mit Studiogast Florian Hacker

Live-Interview: "Verbindliche Quote"
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Zu Gast bei makro ist Florian Hacker vom Öko-Institut, der u.a. die Bundesregierung in Sachen Elektromobilität berät. Er fordert von der Politik klare Rahmenbedingungen für E-Autos.
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Vorabinterview: "Viel zu verlieren"
In Deutschland hat das E-Auto einen besonders schweren Stand. Das hat ganz wesentlich mit dem bisherigen Erfolgsmodell Verbrennungsmotor zu tun. © dpa
Die deutsche Autoindustrie steht auf dem Prüfstand, wenn es mit dem E-Auto nicht schneller voran geht, warnt Florian Hacker vom Öko-Institut im Interview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt.
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Auf dem Prüfstand
Auch BMW arbeitet mit Hochdruck an der Zeitenwende im Automobilbau, hier das Elektro-Flaggschiff i8. Der Münchner Autobauer hat von allen deutschen Autokonzernen am konsequentesten auf den neuen Antrieb gesetzt und mit i3 und i8 schon seit einigen Jahren reine Elektrofahrzeuge am Start. © BMW AG
Die Digitalisierung wirbelt die Autoindustrie durcheinander, auch die deutsche. "Plötzlich sind ganz andere Kompetenzen gefragt", sagt Branchenexperte Florian Hacker im Vorabinterview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt.
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Autoindustrie

Riskantes zögern
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Das Elektroauto war den deutschen Autobauern lange suspekt. Nun gehen sie in die Offensive. Möglicherweise zu spät, denn neben Silicon-Valley-Start-ups drängt auch China auf den Markt.
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Bratzel: "Man muss an die Front"
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Elektromobilität nimmt Fahrt auf. Doch können dieselgetriebene deutsche Autobauer Anschluss an die elektrische Weltspitze finden? Schon, meint Auto-Experte Stefan Bratzel. Wenn sie das RIP-Problem lösen.
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Batterien

Preisverfall von Batterien zwischen 2013 und 2016. Preisverfall 2013 - 2016
<b>Es wird billiger:</b><br />Batterien für E-Autos werden endlich erschwinglich. Es zeigt sich ein Preisverfall wie in der Solarbranche. Entsprechend steigt die Nachfrage. Preisentwicklung (Prognose)
<b>Nachfrage nach Batterien</b><br /> Noch machen batteriegetriebene Konsumgüter wie Smartphones, Laptops oder mobile Hausgeräte den Löwenanteil der nachgefragten Batteriekapazität aus. In wenigen Jahren, wenn der Absatz von E-Autos in Fahrt kommt, wird dies den Batteriemarkt umkrempeln. Nachfrage nach Batterien

Deutsche Aufholjagd
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Das Herzstück des E-Autos ist seine Batterie. Die kommt meist aus Asien: Japan, Südkorea und China führen den Weltmarkt an. Haben deutsche Firmen da überhaupt noch eine Chance?
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Tesla: Think big!
© Tesla Gigafctory, Steve Jurvetson CC BY 4
Seit Anfang Januar ist Gigafactory 1 offiziell in Betrieb. In der Fabrik produziert Tesla gemeinsam mit dem japanischen Elektrokonzern Panasonic Lithium-Ionen-Batterien. Diese benötigt der Elektroautohersteller dringend um seine hoch gesteckten Ziele zu verwirklichen.
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Ladestationen

Das Ladedilemma
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Fehlende Ladestationen gelten als ein Haupthindernis für den Durchbruch des E-Autos. Warum gelingt in Deutschland so schlecht, was in Holland prima funktioniert? makro wagt den Selbstversuch.
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Wenig Fortschritt
© Fortschrittsbericht 2014 Nationale Plattform für Elektromobilität
Der Fortschrittsbericht der "Nationalen Plattform für Elektromobilität" zeigt unter anderem das Verhältnis von Elektroautos und Ladestationen auf. Die Zahlen sind von 2014. Sehr viel hat sich seitdem auf dem deutschen Elektroauto-Markt leider nicht getan. Und das trotz Prämie. Bei uns kommen momentan auf ungefähr 25.000 Autos ca. 6500 Ladestationen.

Weitere Berichte aus der Sendung

makroskop E-Auto
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So ganz stimmt die Klima-Bilanz noch nicht beim E-Auto. Es kommt nur scheinbar emissionsfrei daher, wird es doch oftmals mit Kohlestrom geladen. Und die Batterien sind Rohstofffresser.
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Strom: Der Dreck entsteht woanders
© ap
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Das E-Auto gilt als grüne Alternative zum umweltschädlichen Verbrenner, doch auch Strom kann dreckig sein. Entscheidend ist, woher der Strom in der Steckdose kommt.
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Sendedaten
makro
E-Auto und dann?
Freitag, 3. März 2017, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© dpa[>> Alle Videos auf einen Blick]
E-Auto: Reden Sie mit!
© dapdmakro-Gast Florian Hacker sagt, Deutschlands Autobauer, mit dem Verbrennungsmotor an die Weltspitze gefahren, haben viel zu verlieren. Diskutieren Sie mit!
Studiogast
© Öko-InstitutFlorian Hacker
Hacker ist stellvertretender Leiter des Bereichs Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut und dort seit 2007 tätig. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt im Themenfeld Nachhaltiger Verkehr. Florian Hacker ist Mitglied der Nationalen Plattform Elektromobilität, die die Bundesregierung bei der Markteinführung von Elektrofahrzeugen berät.
Infografik
LupeEs wird mehr
Bereits heute ist fast jeder vierte Neuwagen in Norwegen ein Stromer. 2025 sollen E-Autos bei Daimler und VW 25% aller Verkäufe ausmachen.
Archiv
Die Zukunft des Autos
Die Wirtschaft lebt in Deutschland vom Auto. Jeder siebte Arbeitsplatz hängt von der Branche ab. Doch die digitale Welt verändert auch beim Auto viel. Die Branche steht vor einer Zeitenwende.
(makro, 07.10.2016)
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