Bei der Rente geht es vor allem um Generationengerechtigkeit. © colourbox.de
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Bei der Rente geht es vor allem um Generationengerechtigkeit.
Zukunft der Rente
Zwischen Wahlkampf und Wahrheit
"Die Rente ist sicher." Diesen Satz von Norbert Blüm, obgleich 20 Jahre alt, kennt jeder. Sicher ist jedoch allenfalls die Rentenlücke. Und der Streit, wie sie zu schließen sei.
Sicher mag die Rente sein, doch wie hoch sie ausfällt und ob sie dann auch jedem zum Leben reicht, ist weniger sicher. Die deutsche Bevölkerung schrumpft und ihre Altersstruktur verändert sich: Auf einen, der arbeitet, entfallen bald immer mehr Rentner. Eine große Herausforderung für die Rentenversicherung.

Längst wurde beschlossen, das Rentenniveau in Zukunft spürbar zu senken. So soll verhindert werden, dass die Rentenversicherungsbeiträge für die Jungen immer weiter steigen. Jetzt wächst aber die Befürchtung, dass dann irgendwann die Rentner das Nachsehen haben. Zumal bislang viel zu wenige etwa auf die Riester-Rente zurückgreifen, um zusätzlich privat fürs Alter vorzusorgen. Die Politik hat die Rente jetzt einmal mehr als Wahlkampfthema entdeckt.

<b>Renteneintrittsalter und Lebenserwartung</b><br /> Das Renteneintrittsalter steigt wieder. Nach dem Auslaufen üppiger Frühverrentungsanreize, die in den 70r und 80er Jahren das durchschnittliche Renteneintrittsalter merklich gesenkt hatten, nähert sich das Renteneintrittsalter wieder dem Wert von vor 1970. Das ist auch nötog, denn die Lebenserwartung - und damit die Rentenbezugsdauer - steigt. Renteneintrittsalter und Lebenserwartung
<b>Rentenbezugsdauer</b><br /> Der Hauptgrund, weshalb unser Rentensystem an seine Grenze stößt, ist, grob gesagt, dass wir immer länger leben, aber nicht länger arbeiten. Lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer 1960 noch bei knapp 10 Jahren, ist sie heute fast doppelt so hoch. Hieraus leitet sich die von vielen Experten erhobene Forderung ab, die Lebensarbeitszeit schrittweise zu verlängern. Rentenbezugsdauer
<b>Erwerbstätigenquote im Alter</b><br /> Die Erwerbstätigenquote der 55-64jährigen Männer hat sich von 1970 bis in die 90er Jahre etwa halbiert. Dies lässt sich zum einen damit erklären, dass in den 70er und 80er Jahren Unternehmen versuchten, ältere Arbeitnehmer loszuwerden, zum anderen aber durch üppige, vom Gesetzgeber geschaffene Frühverrentungsregelungen. Diese Zeiten sind vorbei. Wer heute früher in Rente geht, muss Abschläge inkauf nehmen. Entsprechend wird es für viele wieder attraktiver, länger zu arbeiten. Zudem ist der Jugendwahn in der Wirtschaft Geschichte.  Unternehmen haben den Wert des Knowhows erfahrener Mitarbeiter erkannt. Der Anstieg der Erwerbstätigenquote bei Frauen ist eine Folge des veränderten Rollenverständnisses. Erwerbstätigenquote im Alter
<b>Europäischer Vergleich</b><br /> Zehn EU-Länder haben mittlerweile Gesetze, die ein Rentenalter jenseits der 67 vorsehen. In Dänemark sollen sich die Menschen im Jahr 2050 sogar erst mit 72 aufs Altenteil setzen können. Europäischer Vergleich

Interviews mit Studio-Gast Stefan Sell

Sendungs-Interview: "Beitragszahler überfordert"
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Zu Gast bei makro ist der Sozialforscher Prof. Stefan Sell. Er sagt, das sinkende Rentenniveau schiebe immer mehr Geringverdiener und auch ganz normale Arbeitnehmer in Richtung Grundsicherung.
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Vorabinterview: Mehr Umverteilung!
Vorabinterview: Experte fordert Stärkung der gesetzlichen Rente © dpa
Die Sorge, im Alter nicht genügend Geld zu haben, beschäftigt die gesamte Gesellschaft. Warum wir bei der Rente den großen Wurf brauchen, erklärt der Sozialforscher Stefan Sell im Interview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt.
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Das Renten-Dilemma

Längere Lebensarbeitszeit
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Der demografische Wandel stellt das Rentensystem vor enorme Herausforderungen.Ohne ein höheres Renteneintrittsalter wird es in Zukunft wohl nicht gehen.
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Prof. Axel Börsch-Supan: Eine Formel zur Rettung unserer Renten
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Wir werden immer älter. Wirtschaftswissenschaftler Prof. Axel Börsch-Supan schlägt vor, dieser Entwicklung mit der sogenannten "2 zu 1" - Formel entgegenzuwirken.
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Prof. Oliver Holtemöller: Es gibt Alternativen für die Zukunft
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Sind unsere Renten noch sicher? Prof. Oliver Holtemöller meint: Ja - Durch Zunahme der Produktivität könnte die Änderung der Demographie finanziert werden.
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Altersarmut

Arm trotz Arbeit
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Ein Leben lang gearbeitet und im Alter trotzdem zu wenig Rente zum Leben. Dieses Schicksal trifft vor allem Geringverdiener. In Zukunft könnten aber auch Durchschnittsverdiener davon betroffen sein.
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Prof. Reinhold Schnabel: Angst vor Altersarmut ist überzogen
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Den Rentnern in Deutschland gehe es vergleichsweise gut, sagt Prof. Reinhold Schnabel gegenüber makro. Nur 3 Prozent beziehen Grundsicherung. Ein echtes Armutsproblem sieht er bei Kindern.
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Berichte aus der Sendung

makroskop Rente
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Die durchschnittliche Rente von Männern liegt bei 1056 Euro, Frauen bekommen 634 Euro. Kamen 1962 auf einen Rentner noch sechs aktive Beitragszahler, sind es heute nur noch zwei.
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Vorbild Österreich
© dpa
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Österreichs Rentnern geht es besser als unseren. Sie sind komplett abgesichert durch die gesetzliche Rentenversicherung. Dafür haben alle Erwerbstätigen mehr einbezahlt, auch Selbstständige.
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Riester reloaded
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Die Riester-Rente sollte die sinkende staatliche Rente ausgleichen. Doch seit sie 2002 eingeführt wurde steht sie in der Kritik: Zu teuer, zu bürokratisch, zu renditeschwach. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles will diese private Altersvorsorge nun neu beleben.
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Sendedaten
makro
Zukunft der Rente
Freitag, 17. Februar 2017, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Rente: Reden Sie mit!
© dpaDie heutigen Durchschnittsverdiener in Deutschland könnten in Zukunft arm sein, sagt Studiogast Prof. Dr Stefan Sell von der Hochschule Koblenz. Grund ist das sinkende Rentenniveau. Er plädiert für eine Umverteilung und eine höhere gesetzliche Absicherung.

Lieber privat vorsorgen oder besser höhere Beiträge in die gesetzliche Rente einzahlen?
Diskutieren Sie mit!
Studiogast
© Stefan SellProf. Dr. Stefan Sell
Stefan Sell ist Professor für Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz. Er ist einer der angesehensten deutschen Arbeitsmarkt- und Armutsforscher. Stefan Sell bloggt unter www.aktuelle-sozialpolitik.de
Schwerpunkt Rente
Endziel Altersarmut?
Droht mir Altersarmut? Diese Frage treibt viele Menschen um. Sicher ist, dass Alte in Zukunft weniger Rente haben werden und Junge im Gegenzug mehr arbeiten müssen. Doch wie schlimm wird es wirklich?
(makro, 01.07.2016)
Rentner pro Arbeitnehmer
© IWHLupeDer Rentnerquotient beschreibt das Verhältnis zwischen Rentnern und Arbeitnehmern. 2015 lag der Rentnerquotient bei 53% bzw. auf einen Arbeitnehmer kamen statistisch 0,53 Rentner. Prof. Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat berechnet, wie sich dieses Verhältnis in den nächsten 40 Jahren entwickeln wird. Abhängig vom Renteneintrittsalter kämen dann auf einen Arbeitnehmer zwischen 0,6 und 0,8 Rentner.
Beitragssatz
© IWHLupeDer Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung liegt derzeit bei 18,7% und wird hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Prof. Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat berechnet, wie sich dieses Verhältnis in den kommenden 40 Jahren entwickeln wird. In jedem Fall wird er steigen, selbst bei einem Renteneintrittsalter von 70 Jahren. Holtemöller unterscheidet hier prinzipiell zwei Szenarien: Bliebe das Rentenniveau auf dem aktuellen Niveau von 48% stiegen die Beiträge in sehr schmerzhafte Höhen. Sinkt das Rentenniveau wie beschlossen bis 2030 auf 43,5%, wird es trotzdem teurer.
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Die neue Rentenlüge
Es ist soweit. Die große Koalition einigt sich auf das größtmögliche Wahlgeschenk: Die SPD kriegt die Rente mit 63, die CDU ihre Mütterrente und die Jungen kriegen nix. Dabei schreit Altersvorsorge nach intelligenten Ideen!
(makro, 16.05.2014)
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Interview: Unbequeme Wahrheit
Die Rente wird Wahlkampfthema. Das Wirtschaftsmagazin makro fragt den Volkswirt Prof. Oliver Holtemöller, welche Rente uns in Zukunft erwartet.