In vielen Ländern werden arme Menschen ausgebeutet, damit es unseren westlichen Industrienationen gut geht.  © dpa
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In vielen Ländern werden arme Menschen ausgebeutet, damit es unseren westlichen Industrienationen gut geht.
Risiko Armut
Beruht unser Wohlstand auf der Not anderer?
Die Schere zwischen reichen Industrieländern und dem armen Rest der Welt geht auseinander. Beruht unser Wohlstand auf der Not anderer?
Globalisierung war über Jahrzehnte der Wachstums- und Wohlstandstreiber der Welt. In Ost- und Südostasien hat sie dazu beigetragen, Hunderte von Millionen Menschen aus der Armut zu befreien. Trotz insgesamt außerordentlicher Vorteile hat die Globalisierung auch negative Auswirkungen. Immer mehr Menschen auch in den Industrieländern fürchten, in der Zukunft abgehängt zu werden, wenn sie nicht mithalten können.

Die weltweite Flüchtlingswelle scheint ein klares Zeichen dafür zu sein. 60 Millionen Menschen haben ihre Heimat vor Krieg, Armut und Chancenlosigkeit verlassen. Die Entwicklungshilfe der wohlhabenden Staaten konnte daran bisher wenig ändern. Das UN-Ziel, den weltweiten Hunger bis 2030 zu beenden, ist in weitere Ferne gerückt. Immer noch haben fast 800 Millionen Menschen nicht genug zu essen.

Internationale Organisationen wie die OECD und der IWF halten das für das größte Risiko der Weltwirtschaft. Die Industrieländer erhalten billige Rohstoffe und Nahrungsmittel aus ärmeren Regionen und lagern dorthin auch noch schmutzige Produktion und harte Arbeit aus.

Müssen wir unseren Lebenstil ändern und starre Wirtschaftstrukturen aufbrechen, damit die Schere zwischen Arm und Reich auf dieser Welt kleiner wird?

Interviews mit Hans-Jürgen Burchardt

Live-Interview: Irgendjemand zahlt den Preis
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Zu Gast bei makro ist der Politikwissenschaftler Hans-Jürgen Burchardt. Er sagt, die Niedriglöhner zahlen den Preis dafür, dass andere ohne Konsumverzicht über die Runden kommen.
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Vorabinterview: Auf der Suche nach einem besseren Leben
© ap
Seitdem so viele Menschen nach Europa fliehen, ist das Armutsgefälle zwischen Nord- und Südhalbkugel stärker in den Fokus von Politik und Wirtschaft gerückt. Aber gibt es tatsächlich Lösungen oder bleibt der Wunsch nach gerechterer Verteilung Utopie? Darüber sprach makro-Moderatorin Eva Schmidt mit dem Politikwissenschaftler Hans-Jürgen Burchardt.
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Agenda 2030

Agenda gegen Armut
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Agenda 2030 heißt das ehrgeizige Programm, mit dem die UNO in 13 Jahren Hunger und Armut in der Welt besiegen will. Vieles erinnert an die gescheiterten Millenniumsziele. Ob es diesmal besser klappt?
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Südhoff : "Armut ist zurückgegangen"
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Nur noch jeder Neunte hungert weltweit. Viele Länder haben es geschafft. Gleichwohl seien die Anforderungen an Nothilfe gestiegen, sagt Ralf Südhoff vom World Food Programme der UNO.
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makro extra

Textilbündnis: "Ein Jahr des Übens"
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Die Textilbranche mit ihren unsäglichen Produktionsbedingungen in Bangladesch und Co. ist zu einem Synonym für Ausbeutung geworden. Das "Textilbündnis" soll dies ändern. makro will wissen, ob der Tiger Zähne hat.
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Berichte aus der Sendung

makroskop Armut
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Laut Crédit Suisse besitzen knapp 75% der Bevölkerung nur 2,4% des globalen Vermögens und das berühmt-berüchtigte eine Prozent fast die Hälfte. Der Grund dafür ist vergleichsweise banal.
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Afrika: Handel statt Hilfe
© ap
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Ghana importiert jährlich rund 78.000 Tonnen Tomatenmark. Das war mal anders, denn früher gab es eine eigene Produktion. Doch mittlerweile verdrängen Produzenten aus der EU die heimische Industrie.
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Kaffee ohne Beigeschmack
© dpa
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Bei Armut und Ausbeutung mit dem Finger empört auf finstre Mächte zu zeigen, ist wohlfeil. Dabei hat der mündige Verbraucher durchaus die Wahl. Zum Beispiel beim Kaffee.
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Sendedaten
makro
Risiko Armut
Freitag, 13. Januar 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© dpa[>> Alle Videos auf einen Blick]
Studiogast
© Paul-MaguraLupeDr. Hans-Jürgen Burchardt
Burchardt ist Professor für internationale und intergesellschaftliche Beziehungen an der Universität Kassel und Direktor des CALAS Sybilla Merian Center for Advanced Latin American Studies in Mexiko. Er beschäftigt sich vor allem mit dem Wohlstandsgefälle zwischen armen und reichen Ländern. Im März erscheint im Campus-Verlag sein neues Buch „Umwelt und Entwicklung in globaler Perspektive“
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© ZDFVideoDer Soziologe Stephan Lessenich sagt, zehn Prozent der reichsten Länder werden auf Kosten des Restes der Welt immer reicher: "Wir leben gut, weil andere schlecht leben."
Buch-Tipp
Stephan Lessenich
Neben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis.
Hanser Berlin
ISBN-10: 3446252959
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