Der Billig-Wahn bei Lebensmitteln schlägt voll auf die Erzeuger durch. Da sind glückliche Kühe selten. © dpa
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Der Billig-Wahn bei Lebensmitteln schlägt voll auf die Erzeuger durch. Da sind glückliche Kühe selten.
Billige Lebensmittel
Deutschlands unrühmlicher Spitzenplatz
Essen ist bei uns so billig wie sonst kaum in der EU. Vier große Lebensmittel-Discounter beherrschen den Markt und drücken die Preise. Die deutsche Agrarindustrie ist die günstigste Europas.
Der Preisdruck durch die Supermarktketten führt zu Massen-Produktion in immer größeren Agrar-Fabriken. Deutsche Lebensmittel waren deshalb bislang auch international konkurrenzfähig. Der Export rettete den Bauern - trotz Mini-Margen. Doch nun brechen die Märkte weg.

Weltweit sinken die Agrar-Preise; sie liegen zurzeit weit niedriger als die deutschen Produktionskosten. Der Druck auf die deutschen Produzenten steigt. Der Ruf nach neuen Subventionen wird lauter. Die nachhaltige Lebensmittelproduktion scheint vor diesem Hintergrund nicht mehr leistbar. Auch die Verbesserung des Tierschutzes stagniert aus Kostengründen. Der enorme Konkurrenzdruck sorgt zudem dafür, dass die Hersteller immer ausgefeiltere Tricks anwenden, um minderwertige Produkte schmackhaft zu machen. Lebensmittel werden mit Zusatzstoffen und Designer-Aromen versetzt. Auf dem Teller landet ein billiges Industrie-Produkt.

Die deutschen Kunden kümmert das wenig. Sie finden Geiz im Kühlschrank mehrheitlich immer noch geil. Auch deshalb fristet nachhaltige Bio-Produktion trotz Förderung noch immer ein Nischen-Dasein. Ein Umdenken hat gerade erst begonnen.

makro beleuchtet die Praktiken der deutschen Lebensmittel-Industrie und die Folgen des Preiskampfes für Mensch und Tier.

 

<b>Supermärkte</b> und <b>Discounter</b> haben sich den Markt in Deutschland aufgeteilt. Sie stehen für 85% der Lebensmittelumsätze. Supermärkte und Discounter haben sich den Markt in Deutschland aufgeteilt. Sie stehen für 85% der Lebensmittelumsätze.
Erfolg in Dänemark: 2014 war der <b>Antibiotikaverbrauch</b> in der Nutztierproduktion 44 Prozent niedriger als 1994. Erfolg in Dänemark: 2014 war der Antibiotikaverbrauch in der Nutztierproduktion 44 Prozent niedriger als 1994.

Highlights

Live-Interview: Das Problem ist die Kennzeichnung
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Der Agrarwissenschaftler Prof. Ulrich Hamm sagt, bei verlässlichen Kennzeichnungssystemen für die Haltung von Schweinen - ähnlich wie bei Eiern - sei der Verbraucher bereit, höhere Preise zu zahlen.
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Vorabinterview: Preise müssen steigen
Dieses Huhn verdankt sein energisches Auftreten vermutlich der für jeden Verbraucher verständlichen Kennzeichnung als Freilandhuhn. © apn
Alles hat seinen Preis - auch was vermeintlich billig daherkommt. Die Kosten fallen bloß woanders an, sagt Agrar-Experte Ulrich Hamm im Vorab-Interview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt.
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makroskop Lebensmittel
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2015 exportierte Deutschland Lebensmittel im Wert von gut 55 Mrd. Euro, 80 Prozent davon in die EU. Viel geht auch nach China und in die USA. Hauptgrund: der günstige Preis.
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Berichte aus der Sendung

Die Macht der Discounter
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Die großen Lebensmittelhändler haben in Deutschland eine besonders starke Markt- und Preismacht. Sie stehen für 85 Prozent der Lebensmittelumsätze und bestimmen die Spielregeln.
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Die Aromatrickser
© colourbox.de
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Künstliche Aromen sind unschlagbar billig. So sollte man sich von der Illusion verabschieden, dass Vanille-Geschmack aus den Tropen kommt. Eher schon aus norwegischen Nadelwäldern. Auch Chinesen entdecken das Geschäft.
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Wohin mit der Gülle?

Überdüngung: Gülle im Überfluss
© dpa
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Deutschland ist spitze - in der Fleischproduktion. Eine zweifelhafte Errungenschaft. Schon weil in der Tiermast dermaßen viel Gülle anfällt, dass daraus weitere Spitzenwerte folgen: bei der Nitratbelastung im Boden.
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Die Gülle-Börse: Wie Mist zu Geld werden kann
Im Frühjahr sind die Preise für Gülle höher - vor der Wachstumsphase wird kräftig gedüngt. © dpa
Wer Tiere hat, der produziert auch Mist. Nicht alle Bauern wissen, wohin damit. Deswegen gibt es Gülle-Börsen - dort wollen Menschen mit Gülle Geld verdienen. Zumindest theoretisch.
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Sendedaten
makro
Billige Lebensmittel
Freitag, 25.11.2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© ap[>> Alle Videos auf einen Blick]
Lebensmittel: Reden Sie mit!
© dpaDeutschland ist heute der größte Fleischexporteur Europas, überdüngt seine Äcker mit Gülle und Kunden zahlen mit die niedrigsten Lebensmittelpreise des Kontinents. Was läuft schief in der Lebensmittelbranche? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Ulrich Hamm
Ulrich Hamm ist Professor für Agrar- und Lebensmittelmarketing der Uni Kassel. Er gehört verschiedenen politischen Gremien an, darunter dem Bioökonomierat sowie dem wissenschaftlichen Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Ulrich Hamm ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Organic Agriculture".
heute-show: Gülle
Dokumentation
Zeitbombe im Trinkwasser
(planet e, 19.07.2015)
Archiv
Globalisierung der Landwirtschaft
Äpfel aus Neuseeland und Kirschen aus Chile - die Landwirtschaft ist längst ein globales Geschäft. Doch wer sind die Gewinner und wer die Verlierer?
(makro, 09.09.2016)
Archiv
Revolution an der Fleischtheke
Bilder aus der Massentierhaltung verderben vielen Verbrauchern den Appetit. Tierschutz spielt daher beim Verkauf von Fleisch eine wachsende Rolle. Aber Knackpunkt bleibt der Preis.
(makro, 22.01.2016)
Schwerpunkt
Agrar & Ernährung