Straßenszene in Havanna: Der Weg Richtung Moderne ist mit so manchem Schlagloch gepflastert. © ap
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Straßenszene in Havanna: Der Weg Richtung Moderne ist mit so manchem Schlagloch gepflastert.
Kubas zäher Wandel
Annäherung an den Klassenfeind
Die Wirtschaft in Kuba kriselt. Nachdem das befreundete Venezuela seine Öllieferungen gekürzt hat, wird Benzin auf der Karibikinsel knapp. Strom- und Ernteausfälle verschärfen die Lage. Und die Drohungen des Donald Trump.
Das politische Tauwetter zwischen Kuba und den USA hilft der Wirtschaft nicht auf die Beine. Denn das US-Handelsembargo besteht nach wie vor. Diese Strafmaßnahmen aus der Zeit des Kalten Kriegs müsste der amerikanische Kongress beenden, wofür sich auch nach der US-Präsidentenwahl keine Mehrheit abzeichnet.

Immerhin sind die Direktflüge zwischen den USA und Kuba wieder aufgenommen worden. Mehr als 50 Jahre war das nicht möglich. Bis zu 300 Flüge wöchentlich soll es geben. Davon wird der Tourismus auf Kuba profitieren. Die Lebensverhältnisse der allermeisten der 11 Millionen Kubaner verbessern sich dadurch aber nicht.

Wirtschaftlicher und technologischer Rückstand
Den enormen wirtschaftlichen und technologischen Rückstand kann Kuba nur aufholen, wenn sich das kommunistische Regime viel mehr für ausländische Investitionen öffnet. Solange das nicht passiert, bleibt der Wohnungsmangel enorm, die Infrastruktur desolat und die Arbeitslosigkeit hoch.

Die Ausreisewelle von Kuba in die USA wird dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen. Erstmals könnte die Marke von 60.000 überschritten werden. Seit 1966 erhalten Kubaner automatisch Asyl, wenn sie amerikanischen Boden betreten. Allein das Gerücht, dass diese Regelung mit der diplomatischen Annäherung demnächst aufgehoben wird, hat in Kuba zu einer Art Torschlusspanik geführt.

 

Die offiziellen <b>Wachstumszahlen</b> Kubas sollte man nicht für bare Münze nehmen. Klar wird aber schon: 2015 lief relativ gut, 2016 wird eher mau. Die offiziellen Wachstumszahlen Kubas sollte man nicht für bare Münze nehmen. Klar wird aber schon: 2015 lief relativ gut, 2016 wird eher mau.
Der <b>Tourismus</b> ist eine wichtige Devisenquelle. Die meisten Touristen kommen aus Kanada (37%). US-Amerikaner laufen unter "Andere" (28%). Der Tourismus ist eine wichtige Devisenquelle. Die meisten Touristen kommen aus Kanada (37%). US-Amerikaner laufen unter "Andere" (28%).

Interviews

Live-Interview: "Spaltung in Kuba nimmt zu"
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Kuba-Kenner Winfried Huck wünscht sich von der Führung in Havanna die "visionäre Entschlossenheit eines Deng Xiao Ping", um Kuba weiter zu öffnen und gleichzeitig die Identität des Landes zu wahren.
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Vorabinterview: Kubas ideologische Abrüstung
Vorabinterview: Kubas ideologische Abrüstung © ap
Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ist schlecht für Kuba. Dabei ist die To-do-Liste des Karibikstaates ohnehin schon lang, wie Kuba-Kenner Winfried Huck im Interview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt klarmacht.
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Trumps Verhältnis zu Lateinamerika: "Völlig unklar"
Trumps Verhältnis zu Lateinamerika: "Völlig unklar" © ap
Wie reagiert die lateinamerikanische Welt auf Donald Trump - nach dessen Wahlkampfpöbeleien? makro-Moderatorin Eva Schmidt fragt den Politikwissenschaftler Wolfgang Muno.
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Highlights

Fotoreportage Kuba
© Jürgen Natusch
Kuba ist ein armes Land und die einst prächtigen Fassaden kolonialer Bauten furchtbar heruntergekommen. Trotzdem arrangieren sich die Menschen und versuchen, das Beste draus zu machen.
zur Fotoreportage

makroskop Kuba
© Jürgen Natusch
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Kubas Planwirtschaft macht eine schwere Zeit durch. Der Grund: Die Weltmarktpreise traditioneller Exportprodukte wie Nickel oder Zucker sind gesunken. Und das US-Embargo gilt weiter.
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Berichte aus der Sendung

USA - Kuba: Baseball-Diplomatie
© dpa
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Die ideologische Abrüstung zwischen den USA und Kuba gehört zum Vermächtnis von Präsident Obama. Er erfüllte damit eine Hoffnung vieler Kubaner. Und Donald Trump? Der will das politische Tauwetter erst einmal auf Eis legen.
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Kubas Tourismus: Ami come over!
© reuters
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Traumstrände und Karibik-Feeling - Kubas Tourismus erwacht aus dem Dornröschenschlaf. Man putzt sich heraus für zahlungskräftige Kundschaft. Eine Annäherung an den Klassenfeind.
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Der Fassaden-Retter
© reuters
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Havannas einst prachtvolle Hausfassaden verrotten. Sie erzählen die Geschichte kolonialen Reichtums und kommunistischen Zerfalls. Ein Kleinunternehmer aus Thüringen kämpft dagegen an.
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Otto Bock: Auf dem Sprung
© reuters
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Der Prothesenhersteller Otto Bock hat sich für Kuba unsterblich gemacht - indem er der beinamputierten Malu Perez Iser bei den Paralympics in Rio den Sprung auf Platz 3 ermöglichte. Nun will Otto Bock auf Kuba produzieren.
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Sendedaten
makro
Kuba
Freitag, 11.11.2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© reuters[>> Alle Videos auf einen Blick]
Kuba: Reden Sie mit!
© Jürgen NatuschDer Kuba-Kenner Winfried Huck sagt, obwohl private Geschäfte mittlerweile in begrenztem Umfang erlaubt seien, hätten sich die Lebensverhältnisse kaum verbessert. Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Winfried Huck
Winfried Huck ist Professor für internationales Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsrecht der EU an der Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel (Ostfalia) und an der Tongji-Universität in Schanghai. Er beschäftigt sich u.a. auch mit der rechtlich-politischen Lage in Kuba und unterhält seit 5 Jahren gute Beziehungen zur Rechtsfakultät der Universität Havanna.
Archiv
Zeitenwende in Kuba
Der deutsche Außenminister Steinmeier, Frankreichs Staatspräsident Hollande und US-Außenminister Kerry gaben sich in Havanna schon die Klinke in die Hand. Jetzt ist der Papst da.
(makro, 02.09.2015)
Schwerpunkt
Lateinamerika