Die einen versprechen sich von einem bedingungsloses Grundeinkommen die Freiheit zur Selbstverwirklichung. Für die anderen ist es schlicht ungerecht. © colourbox.de
Sendung ansehenSendung ansehen
Die einen versprechen sich von einem bedingungsloses Grundeinkommen die Freiheit zur Selbstverwirklichung. Für die anderen ist es schlicht ungerecht.
Bedingungsloses Grundeinkommen
Lizenz zum Faulenzen oder Zukunft des Sozialstaats?
Freibier für alle - die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen stand lange im Ruf, weltfremd zu sein. Doch insbesondere die rapiden Veränderungen durch die Industrie 4.0 geben der Diskussion jetzt eine neue Qualität.
Bedingungslos heißt: Jeder Bürger bekommt einen Obolus vom Staat, der ihn unabhängig machen soll vom Erwerbslohn. So die Idee. Im Gegenzug streicht der Staat Transferleistungen wie Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. In Finnland startet 2017 ein entsprechender Versuch, Bürgern ein bedingungsloses Grundeinkommen von 750 Euro monatlich auszuzahlen.

Die Idee als linke Utopie abzutun, greift zu kurz. Befürworter und Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens ziehen sich durch alle politischen Lager und durch alle Länder. In den USA wollte der Republikaner Richard Nixon bereits 1970 eine Art Grundeinkommen einführen. Der Plan scheiterte. Auch die Schweizer lehnten in diesem Jahr eine solche Initiative ab.

Die Befürworter aber überzeugt vor allem eines: Das bedingungslose Grundeinkommen ist unbürokratisch. All die Sachbearbeiter und Gutachter, die heute die Bedürftigkeit von Antragstellern prüfen, könnten sich morgen andere Tätigkeiten suchen. Digitalisierung und Automatisierung der Industrie treiben zudem eine wichtige Frage voran: Entsteht Lohn nur durch Arbeit? Diese Frage wird sich weiter verschärfen, wenn in der Arbeitswelt 4.0 erst Roboter die Industriehallen beherrschen. Selbst Telekom-Chef Höttges nennt daher ein allgemeines Grundgehalt ohne Gegenleistung "ein faires System" für die Welt von morgen.

Interviews mit Christoph Butterwegge

Live-Interview: "Hinter die Fichte geführt"
VideoVideo
Zu Gast bei makro ist der Armutsforscher Christoph Butterwegge. Er fordert mehr Umverteilung und einen starken Sozialstaat. Ein bedingungsloses Grundeinkommen hält er für einen schlimmen Fehler.
Interview ansehen

Vorabinterview: Neoliberaler Kahlschlag
Vorabinterview: Neoliberaler Kahlschlag © dpa
Das bedingungslose Grundeinkommen hat viele Freunde. Der Armutsforscher Christoph Butterwegge gehört nicht dazu. Im Vorabinterview mit makro-Moderatorin Eva Schmidt geißelt er die Idee - und fordert eine solidarische Bürgerversicherung.
Interview lesen

Grundeinkommen: Großer Wurf oder Spinnerei?

Die Idee
© colourbox.de
VideoVideo
Unser Sozialstaat stammt aus Bismarck'scher Zeit und basiert auf der klassischen Erwerbsbiographie eines Industriearbeiters. Im 21. Jahrhundert, so die Anhänger des Grundeinkommens, müsse sozialer Ausgleich neu gedacht werden.
Bericht ansehen

"Ein Stück Systemkritik"
VideoVideo
Die Politologin Antje Schrupp schwärmt für das bedingungslose Grundeinkommen. Sie vertritt dabei jenen Flügel, dem es um Gerechtigkeit und Umverteilung geht - und argumentiert mit dem Menschenbild.
Interview ansehen

Industrie 4.0

Die neue Revolution
© colourbox
VideoVideo
Wenn in Zukunft Roboter unsere Jobs machen, wovon leben dann wir? Zahlen Maschinen dann Steuern und Menschen bekommen ein Grundeinkommen? Ein Blick in die Arbeitswelt der Zukunft.
Bericht ansehen

Völliges Neuland - "Neudenken unverzichtbar"
VideoVideo
"Alle werden sich der Digitalisierung stellen müssen", sagt der Ökonom Thomas Straubhaar - und begründet so aus Sicht eines Liberalen die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen.
Interview ansehen

Weitere Berichte aus der Sendung

Finnland: Der Feldversuch
© colourbox
VideoVideo
Die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen hat Europas hohen Norden erreicht. Finnlands Wirtschaftsminister Olli Rehn will es ausprobieren. 2000 Teilnehmer, 2017 geht es los. Ein Vorbericht.
Bericht ansehen

makroskop Grundeinkommen
© colourbox.de
VideoVideo
Der Traum von einem Leben unbeschwert und frei von finanziellen Nöten ist nicht neu. Die Idee, mit einem bedingungslosen Grundeinkommen der tagtäglichen Mühsal zu entkommen, auch nicht. Manche haben es versucht.
Bericht ansehen

Sendedaten
makro
Bedingungsloses Grundeinkommen
Freitag, 14. Oktober 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Mediathek
© colourbox.de[>> Alle Videos auf einen Blick]
Grundeinkommen: Reden Sie mit!
© dpaFür den Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge bedeutet ein bedingungsloses Grundeinkommen das Ende des Sozialstaats. Diskutieren Sie mit!
Studiogast
© Wolfgang SchmidtProf. Dr. Christoph Butterwegge
Butterwegge ist emeritierter Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der Universität Köln. Aktuell erscheint sein Buch "Armut" im PapyRossa Verlag (Reihe Basiswissen) sowie die 4. aktualisierte Neuauflage von "Armut in einem reichen Land. Wie das Problem verharmlost und verdrängt wird" im Campus Verlag.
Interview
Bedingungsloses Grundeinkommen: Mehr Freiheit wagen?
Die Idee eines Grundeinkommens ist charmant - nur weiß niemand, ob es funktioniert. Das Wirtschaftsmagazin makro sprach mit dem Volkswirt Hans Stein, der sich mit dem Sozialstaat von morgen beschäftigt. Er ist sehr gespannt auf die Ergebnisse eines finnischen Experiments.
(makro, 18.08.2016)
Dokumentation
Bedingungslos glücklich
Auch in einer Zeit, in der man die großen Utopien ad acta gelegt hat, treiben neue soziale Ideen die Menschen rund um den Globus an. Eine dieser Ideen ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle Bürger eines Staates oder sogar alle Menschen weltweit.