Pharmazeutische Forschung ist heute extrem teuer. © Sanofi - Cedric Arnold, Capa Pictures
Pharmazeutische Forschung ist heute extrem teuer.
Pharmazeutische Forschung ist heute extrem teuer.
Medikamente für alle!
Pharmabranche zwischen Patient und Profit
Pharmafirmen konzentrieren sich heute mit ihrer Forschung auf Krankheiten, die vor allem Bürger der alternden Industrienationen treffen - und große Gewinne versprechen.
Neben Krebs und Alzheimer sind es Erkrankungen wie Rheuma oder multiple Sklerose, für deren Behandlung neue Wirkstoffe entwickelt werden. Gleichzeitig aber werden neue Medikamente immer teurer. Darf jeder Kranke diese Arzneien bekommen? Können die Kassen das leisten? Und was, wenn nicht?

Und wie verhält es sich mit den Menschen im Rest der Welt? Nur ein winziger Teil aller zuletzt neu zugelassenen Medikamente zielt auf Infektionskrankheiten, die eine Milliarde Menschen plagen, Ebola inklusive. Problematisch ist, dass die Entwicklung von Medikamenten allein der Privatwirtschaft überlassen wird - der Staat hält sich raus. Wie aber könnten Anreize für die Pharmaindustrie geschaffen werden, in die Forschung von Krankheiten zu investieren, die wenig lukrativ sind?

Zudem ist die Pharma-Branche dem Vorwurf ausgesetzt, zu viel Energie und Kapital für Firmenübernahmen zu verwenden und zu wenig in Forschung zu stecken. Ein besonders eklatantes Beispiel hierfür ist der US-Konzern Valeant, der in wenigen Jahren durch zahlreiche schuldenfinanzierte Übernahmen zu einem Branchenschwergewicht herangewachsen war. Unter Beschuss geriet die Firma zuletzt unter anderem durch das Zusammenkaufen eines Medikamenten-Portfolios mit anschließender aggressiver Preiserhöhung.

Interviews mit Jürgen Wasem

"Gesundheitspolitik hat reagiert"
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Zu Gast bei makro ist der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem. Er sagt, die Pharmabranche versuche mit hohen Medikamentenpreisen Forschungsfehlschläge zu kompensieren.
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Teure Medikamente
Die Entwicklung neuer Medikamente ist für Pharmafirmen stets ein Schuss ins Blaue. Entsprechend hoch sind am Ende die Kosten. © dpa
Arzneimittel werden immer teurer und geforscht wird, wo Gewinn winkt. makro fragt im Vorabinterview den Gesundheitsökonom Jürgen Wasem, wo bei der Kalkulation der Pharma-Firmen der Patient bleibt.
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Health Impact Fund

Pogge: "Idiotisches System"
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Thomas Pogge ist ein Philosoph des praktischen Handelns. Er will Prinzipien globaler Gerechtigkeit in politische Aktion umzusetzen. Bei Medikamenten trommelt er für den "Health Impact Fund".
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Arzneimittel für alle
© dpa
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90% aller Forschungsgelder fließen in 10% der Krankheitslast und nur 10% der Forschungsgelder in 90% der Krankheitslast. Ein "idiotisches System", sagt der Yale-Philosoph Prof. Thomas Pogge und hat eine Idee.
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Berichte aus der Sendung

Vernachlässigte Krankheiten: "Bis zur Ausrottung"
© Sanofi_James Gathany
Gegen viele Tropenkrankheiten gibt es Mittel, die bei uns kaum jemand braucht, und in den betroffenen Ländern kaum jemand bezahlen kann. Etliche Pharma-Firmen geben diese Arzneien nun günstig ab oder spenden sie gleich ganz.
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makroskop Pharma
© dpa
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In Deutschland gaben Pharma-Firmen 2014 für Forschung und Entwicklung 5,1 Milliarden Euro aus. Ganz oben stehen Krebsmedikamente. Auch weltweit: Ein Drittel aller Mittel fließt in die Krebsforschung.
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Antibiotika: Wettlauf gegen die Zeit
© dpa
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Antibiotikaforschung? Lohnt sich nicht. Dabei sind zunehmende Resistenzen ein echtes Problem. makro besucht Bioversys. Dort nimmt man den Kampf auf gegen Bakterien, gegen die kein Kraut gewachsen ist.
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Sendedaten
makro
Medikamente für alle!
Freitag, 15. April 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Pharma: Reden Sie mit!
Neue Medikamente sind oft sehr teuer, was Krankenkassen verärgert und Patienten empört. Zockt uns die Pharmabranche ab? Diskutieren Sie mit!
Studiogast
Prof. Dr. Jürgen Wasem
Prof. Jürgen Wasem ist Gesundheitsökonom an der Universität Duisburg-Essen. Er leitet unter anderem die Schiedsstelle für Arzneimittelpreise, die zwischen den Krankenkassen und den Pharmaunternehmen bei Streit über die richtige Höhe von Preisen für neue Arzneimittel vermittelt.
Archiv
Kranke Krankenhäuser
Krankenhäuser sind Wirtschaftsunternehmen. Sie müssen mehr Geld einnehmen als sie ausgeben. Ergo ist für sie nicht nur das Wohl des Patienten wichtig, sondern auch seine möglichst profitable Versorgung.
(makro, 28.11.2014)
Schwerpunkt
Pharma & Gesundheit
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