Solare Großkraftwerke wie hier in Chile liefern Strom zu ausgesprochen günstigen Konditionen. © reuters
Solare Großkraftwerke wie hier in Chile liefern Strom zu ausgesprochen günstigen Konditionen.
Solare Großkraftwerke wie hier in Chile liefern Strom zu ausgesprochen günstigen Konditionen.
5 Fakten zur Energiewende
Was Sie garantiert noch nicht wissen
Deutschland ist Exportmeister, auch beim Strom. Der billigste Strom kommt aus einem Solarkraftwerk in den Emiraten. Überhaupt: Energiewende-Rekorde entstehen vor allem im Ausland.
Erneuerbare: Stetig steigend
Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen an der Nettostromerzeugung der öffentlichen Stromversorgung in Deutschland, also des Stroms, der aus der Steckdose kommt, ist laut Fraunhofer ISE seit 2003 stetig gewachsen: von 8,3% auf 38,2% 2017. Auch beim Bruttostromverbrauch (Nettostromerzeugung + Eigenverbrauch der Erzeuger + Stromaustauschsaldo mit dem Ausland) lagen die regenerativen Energien mit 36,2% bereits über dem Ziel der Bundesregierung von 35% für 2020.

Deutschland ist Exportmeister
Auch beim Strom ist Deutschland ein Exportmeister, zumindest was Europa angeht. Wichtigster Abnehmer waren laut Fraunhofer ISE 2017 die Schweiz bzw. Italien, an zweiter Stelle kam Österreich. Der "Stromaußenhandel" bestand 2017 zu ca. 94% aus Exporten (8215 Stunden) und nur zu ca. 6% aus Importen (545 Stunden). Kritisiert wird, dass ein Teil des exportierten Stroms aus Kohlekraftwerken stammt. Im Umkehrschluss bedeutet das nämlich, dass in Deutschland unnötig viel Strom noch aus dieser Quelle stammt.

Rekordjahr für Solarbranche
2017 werde für die Solarbranche ein schlechtes Jahr, da waren sich die Experten einig. Tatsächlich passierte das Gegenteil. Weltweit wurden Solarmodule mit einer Kapazität von 100 Gigawatt installiert, das entspricht gut 100 Atomkraftwerken. Der Löwenanteil ging in China ans Netz (53 GW), gefolgt von den USA (10,6 GW). Deutschland hat seine Führungsrolle längst abgegeben und liegt mit 1,75 GW auf den hinteren Plätzen.

Kosten fallen weiter
Weltweit kennen die Kosten für erneuerbaren Strom nur eine Richtung: abwärts. In den USA ist Windstrom laut Lazard heute zwei Drittel günstiger als noch 2009, große Photovoltaik-Anlagen haben sich sogar um 86% verbilligt. Rekordgünstigen Strom liefern ab 2018 ein Windpark in Marokko (3,0 Dollar-Cent pro Kilowattstunde) und ab 2019 eine Solaranlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (2,42 Dollar-Cent pro Kilowattstunde). Zum Vergleich: Deutsche Endverbraucher zahlen rund 30 Euro-Cent pro Kilowattstunde.

Solar und Wind vor Kohle und Gas
Das Fraunhofer ISE ermittelt alle paar Jahre die Stromerzeugungspreise in Deutschland. In der jüngsten Aktualisierung, Stand März 2018, sind neue große Photovoltaik-Anlagen und Onshore Wind die billigsten Stromlieferanten. Deshalb kommt niemand mehr auf die Idee, neue fossile Kraftwerke zu bauen. Einen entscheidenden Makel haben Erneuerbare aber trotzdem: Sie sind nicht grundlastfähig, weshalb sie Kohle und Gas nicht einfach ersetzen können.

Sendedaten
makro
Energiewende am Scheideweg
Freitag, 18. Mai 2018, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
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