Die klassische Zigarette bekommt Konkurrenz. © colourbox
Die klassische Zigarette bekommt Konkurrenz.
Die klassische Zigarette bekommt Konkurrenz.
Dampfen statt rauchen
Tabakbranche setzt auf neue Produkte
Die Zigarettenindustrie hat ein Nachwuchsproblem, zumindest in Deutschland. Nur noch jeder zehnte Jugendliche raucht. Mit Tabakverdampfern und E-Zigaretten versucht die Branche gegenzusteuern.
Rauchen ist unter Jugendlichen in Deutschland ziemlich out, zum Leidweisen der Tabakindustrie. Griff Anfang des Jahrtausends noch jeder Vierte unter den 12 bis 17-jährigen zur Kippe, ist es heute nur noch jeder Zehnte.

Scheinbar haben Rauchverbote in Schulen und Kneipen, Aufklärungskampagnen über das Krebsrisiko und Werbeverbote gewirkt. Zigarettenwerbung in TV-Spots, im Radio, in Zeitungen und im Internet ist verboten. Ein generelles Tabakwerbeverbot aber wird im Bundestag seit fast einem Jahr verschleppt. Die Werbe-Millionen der Zigarettenindustrie können also weiter fließen.

Viel Geld für Werbung und Promotion
Die Tabakkonzerne geben in Deutschland für Sponsoring fünf Mio. Euro aus, 72 Mio. für Außenwerbung wie Plakate an Bushaltestellen und 116 Millionen für Promotion in Diskotheken und auf Musikfestivals.

Inwieweit diese Werbe-Millionen Jugendliche wieder zum Rauchen animieren, ist jedoch fraglich. Als Alternative zur normalen Zigarette haben die Tabakgiganten deshalb eine neue Art der E-Zigarette auf den Markt gebracht: die Tabakverdampfer. Anders als die E-Zigarette liefern sie noch Tabakgeschmack. Damit wollen Philip Morris & Co. ihr Geschäft in Zukunft anheizen. Für Raucher eine echte Alternative?

"Also ich vermisse normale Zigaretten nicht", sagt eine Raucherin, die einen Tabakverdampfer ausprobiert hat. "Ich finde es angenehm." Durch den Filter fühle es sich an, als würde sie eine normale Zigarette rauchen, anders als bei E-Zigaretten aus Plastik. Der Tabakverdampfer kostet 65 Euro, besteht aus einem Ladegerät und einem Holder mit Heizschleife, die den Tabak auf 350 Grad erhitzt. 20 Tabaksticks gibt es für sechs Euro.

Mit Bonbon-Geschmack
Liquid-Shops für die herkömmliche E-Zigarette gibt es dagegen schon seit ein paar Jahren. Im Angebot: Flüssigkeiten für fast jeden Geschmack, von Apfel bis Vanille, mit oder ohne Nikotin. Die herkömmliche E-Zigarette besteht aus einer Batterie und einem auswechselbaren Mundstück, indem sich das Liquid befindet. Das Liquid wird beim Ziehen automatisch erhitzt und verdampft im Mund. Nur ist im Gegensatz zu den neuen Tabakverdampfern eben kein Tabak im Spiel.

Noch liegt der Marktanteil von elektrischen Zigaretten weltweit bei nur einem Prozent. Das Dampfen, heißt es von Seiten der Zigarettenindustrie, ist weniger gesundheitsschädlich als das Rauchen. Langzeitstudien müssen das aber erst noch beweisen.

Sendedaten
makro
Die letzte Zigarette?
Freitag, 28. April 2017, 21.00 Uhr
Alles zur Tabak-Sendung
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Die Zigarette scheint ein Auslaufmodell. In reichen, westlichen Ländern bringt die sinkende Raucherzahl die großen Tabakkonzerne unter Druck. Doch sie haben einen Plan.
Schwerpunkt
Pharma & Gesundheit