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Fünf Fakten zum Thema Stau
Der Verkehr auf deutschen Straßen nimmt zu, während die Infrastruktur veraltet. Folge: Streckenüberlastungen, Baustellen, Stillstand. Rund 723.000 Staus hat der ADAC 2017 in Deutschland gezählt. Vor allem in den Ballungsräumen sind die Autobahnen besonders verstopft.
Immer länger und immer öfter
Laut ADAC steckten deutsche Autofahrer 2017 im Schnitt 30 Stunden mit ihrem Auto fest. Im Jahr 2000 waren es nur knapp acht Stunden. Heute steht der Verkehr also fast viermal so lang. Der explosionsartige Anstieg im vergangenen Jahr liegt bundesweit an den vielen Straßenbaustellen. Insgesamt 723000 Staus zählte der ADAC. Rechnet man die Länge aller Staus in Deutschland zusammen, kommt man auf eine Gesamtlänge von 1,45 Millionen Kilometern.

Hier steht man am längsten
Die Stadt München ist in Sachen Stau deutschlandweit der absolute Spitzenreiter. Hier stehen die Autofahrer durchschnittlich 51 Stunden pro Jahr im Stau, vier Stunden mehr als noch im Vorjahr. Den zweiten Platz im Ranking der Inrix-Verkehrsstudie Traffic Scorecard 2017 teilen sich Hamburg, Berlin und Stuttgart mit jeweils 44 Staustunden.

Es wird noch schlimmer
Ob Unfälle, Baustellen, abruptes Bremsen: die Gründe sind vielfältig. Meist sind aber einfach nur zu viele Fahrzeuge gleichzeitig auf der Straße unterwegs. 45 Millionen PKW sind in Deutschland zugelassen - der Schwerlastverkehr noch nicht mal mitgerechnet. Und das Verkehrsaufkommen steigt weiter und damit auch die Zahl der Staus. Vor allem in den Ballungsräumen belasten Urbanisierung, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum die Straßen stark. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf 9,7 Milliarden ansteigen. Als Folge dessen gehen die Verkehrsanalysten von Inrix davon aus, dass sich der Personenverkehr auf Straße und Schiene verdoppelt. Der Güterverkehr soll sich sogar verdreifachen.

Ganz schön teuer
Es gibt zwar weltweit noch kein einheitliches Modell, um den volkswirtschaftlichen Schaden durch Staus zu berechnen. Aber am Ende liegen die Schätzungen dicht bei einander: In Deutschland schlugen die Staus im vergangenen Jahr mit knapp 80 Milliarden Euro zu Buche, sagt die Beratungsfirma Inrix. Und auch für den einzelnen Autofahrer sind Staus teuer: Mit durchschnittlich 1.770 Euro. Darin ist die Verschwendung von Zeit und Benzin eingerechnet sowie die Kosten, die Unternehmen in Form von höheren Preisen wieder an die Haushalte weitergeben.

Schlecht für die Umwelt
Stau belastet auch die Umwelt. Die vier Stauhotspots - München, Berlin, Hamburg und Stuttgart - sind auch die Städte mit den höchsten Stickoxidwerten. Hamburg hat inzwischen mit Dieselfahrverboten reagiert. Auf zwei vielbefahrenen Straßenabschnitten im Stadtteil Altona dürfen nur noch Dieselfahrzeuge, die die Euro-Norm 6 erfüllen, fahren.

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Die Stau-Republik
Der Verkehr auf deutschen Straßen nimmt zu, während die Infrastruktur veraltet. Folge: Streckenüberlastungen, Baustellen, Stillstand. Jeden Tag gebe es im Schnitt 1900 Staus, meldet der ADAC.