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Die E-Variante des Smart auf dem Pariser Autosalon. Als Stadtautos sind Elektrofahrzeuge besonders gut geeignet, da die limitierte Reichweite hier keine große Rolle spielt.
Die E-Variante des Smart auf dem Pariser Autosalon. Als Stadtautos sind Elektrofahrzeuge besonders gut geeignet, da die limitierte Reichweite hier keine große Rolle spielt.
Die Preisfrage
Auf der Suche nach dem Wunder-Akku
Massentaugliche E-Mobilität wird kommen, versprechen die großen Autobauer. Das versprechen sie schon lange, doch jetzt könnten sie recht haben. Denn es gibt Neues an der Preisfront.
Auch mit 4000 Euro Kaufprämie mag sich das E-Auto in Deutschland nicht so recht durchsetzen. Zu teuer, zu geringe Reichweite und ein unzureichend ausgebautes Netz an Ladestationen sind die Hauptgründe für den Argwohn gegenüber dem "Auto der Zukunft". Den Batterien kommt hierbei die Schlüsselrolle zu. Ihre Entwicklung entscheidet, ob das E-Auto gesellschaftsfähig wird.

Haupthindernis ist bisher der Preis. So machen beispielsweise beim BMW i3 die Produktionskosten der Batterie rund ein Drittel des Kaufpreises von 40.000 Euro aus. Der Stuttgarter Managementberatung Horváth & Partners zufolge kostete 2015 ein Elektroauto durchschnittlich 41% mehr als ein vergleichbares Modell mit Verbrennungsmotor. Doch das könnte sich bald ändern.

Die Preise fallen
Im vergangenen Jahr kostete eine Lithium-Ionen-Rohbatterie noch weit über 300 Dollar pro Kilowattstunde (kWh). Der amerikanische Informationsdienstleister Bloomberg New Energy Finance (BNEF) schätzt jedoch, dass aufgrund steigender Nachfrage und die damit verbundene Massenproduktion der Preis bis 2030 auf maximal 120 Dollar pro kWh sinken wird (siehe Infografik rechts).

Die Experten erwarten, dass 2040 rund 35% aller PKW-Neuzulassungen mit Elektroantrieb unterwegs sein werden. Bereits Mitte der 2020er Jahre werde das E-Auto auf Preisbasis mit dem Verbrennungsmotor konkurrieren können. Vor diesem Hintergrund klingen die Ankündigungen der Autobauer auch nicht mehr ganz so utopisch: Daimler will bis 2025 zehn neue Elektro-Autos auf den Markt bringen. Hierbei handelt es sich, wie Daimler-Chef Dieter Zetsche betont, nicht um umgerüstete Benziner, sondern um komplett neue Modelle. VW kündigt im gleichen Zeitrahmen sogar 30 Elektro-Modelle an.

Wenig Platz für viel Energie
Neben dem Preis ist vor allem die geringe Reichweite das große Manko der Technologie. Grund hierfür ist das zu geringe Speichervolumen der Batterien. Vergrößert man schlicht die Batterien, wird das Auto nicht nur wesentlich schwerer (und teurer), man verliert auch kostbaren Nutzraum.

Händeringend suchen die Automobilkonzerne nun also nach dem technologischen Durchbruch, der ihnen im Rennen um das erste wettbewerbsfähige E-Auto den entscheidenden Vorsprung liefern könnte. Auch die Autozulieferer investieren massiv in die Batterieforschung. So übernahm Bosch vor kurzem das kalifornische Start-up Seeo, das eine neuartige Festkörperzelle für Lithiumbatterien entwickelt hatte und etliche Patente auf die Technologie besitzt. Marktreif ist die Technik jedoch noch nicht und so geht die Suche nach der Batterie der Zukunft in hohem Tempo weiter.

Sendedaten
makro
Die Zukunft des Autos
Freitag, 7. Oktober 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Alles zur Auto-Sendung
Die Zukunft des Autos
Die Wirtschaft lebt in Deutschland vom Auto. Jeder siebte Arbeitsplatz hängt von der Branche ab. Doch die digitale Welt verändert auch beim Auto viel. Die Branche steht vor einer Zeitenwende.
Infografik
LupeNoch vor fünf Jahren waren die Preise für Lithium-Ionen-Batterien so hoch, dass sie für den Massenmarkt im Automobilsektor völlig ungeeignet waren. Heute jedoch kosten die Batterien nur noch ein Drittel. Der Preisverfall folgt der gleichen Logik wie bei Solarzellen und ist Ausdruck der symbiotischen Beziehung von marktwirtschaftlichem Wettbewerb und technologischem Fortschritt: Mehr Nachfrage führt zu größeren Stückzahlen, mehr Umsatz, mehr Investitionen in Forschung, bessere Produkte und wiederum mehr Nachfrage. Alles begleitet durch fallende Preise. Man spricht bei diesem Effekt von economies of scale. Und so werden schon in wenigen Jahren die Lockangebote durch staatliche Subventionierung als Motivation für den Kauf eines E-Autos in den Hintergund treten.
Schwerpunkt
Auto