Donald Trump, Milliardär und Präsidentschaftskandidat der Republikaner. © dpa
Donald Trump, Milliardär und Präsidentschaftskandidat der Republikaner.
Donald Trump, Milliardär und Präsidentschaftskandidat der Republikaner.
The Donald's World
Der selbsterklärte Ritter des kleinen Mannes
Jetzt ist es also passiert. Donald Trump ist Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Wie es soweit kommen konnte, ist bis heute für Viele unbegreiflich. Aber es ist kein Zufall. Und das ist bedenklich.
Der Nominierungsparteitag der Republikaner in Cleveland hat noch einmal den Widerstand in den eigenen Reihen verdeutlicht. Die Mehrheit der Delegierten aber will den politischen Newcomer Trump. Bei seinem Durchmarsch nach oben hat eines Donald Trump ganz offensichtlich geholfen: Die Amerikaner meinen, ihn gut zu kennen. Und das schon seit Langem. Seit Generationen, gewissermaßen.

Skandale Pflastern seinen Weg
Bereits in den 80er und 90er Jahren verkörperte der Bau- und Partylöwe Attribute, die in Amerika einen hohen Stellenwert haben. Der Millionenerbe gilt als Macher, als Gewinner, ganz oben angekommen in der Welt des großen Immobiliengeschäfts. Das beeindruckt Viele. Heute wie damals: "So einer wie er, das ist unser Adel", sagt ein Fan. "Er ist reich, er kann all das, was wir gerne täten. Das ist doch aufregend!"

Die Tatsache, dass Trump gar nicht der ewige Gewinner ist, scheint dabei kaum eine Rolle zu spielen. Fehlinvestitionen in Spielcasinos und Hotels in Atlantic City führten ihn zu Beginn der 90er beinahe in den Bankrott. Etliche seiner Unternehmen wurden eben kein Erfolg - "Trump Shuttle" z.B., eine Luxus-Fluglinie.

Gegen die "Trump University" klagen u.a. Teilnehmer und der Generalstaatsanwalt von New York. Der Vorwurf: Betrug. Trotzdem gilt der Milliardär - bei dem darüber gestritten wird, wie hoch sein Vermögen nun wirklich ist - Vielen als ausgewiesener Experte in Wirtschaftsfragen.

Einfache Antworten auf komplizierte Fragen
Und für die US-Wirtschaft hat er klare Vorstellungen: Raus aus den globalisierten Strukturen, weg von Freihandel und Freizügigkeit.

Das klingt dann so:

"Wir können China nicht weiter erlauben, unser Land zu vergewaltigen und auszurauben", tönt er auf einer Wahlkampfveranstaltung. "Es ist der größte Diebstahl der Weltgeschichte."

Oder: "Viele Leute kriegen keine Jobs. Sie kriegen keine Jobs, weil da keine Jobs sind, weil China unsere Jobs hat und Mexiko unsere Jobs hat. Sie alle haben unsere Jobs."

Seine Haltung bringt ihn auf die Seite der Verlierer der Globalisierung. Und er stilisiert sich gerne zum Ankläger vermeintlich manipulativer Polit-Eliten, die "das Volk" im Stich gelassen haben sollen:

"Ich werde Euer Champion sein. Ich werde Amerikas Champion sein, weil es bei dieser Wahl nicht um Republikaner oder Demokraten gehen wird. Es geht darum, wer das Land regiert. Die politischen Lobbyisten oder das Volk. Ich meine das amerikanische Volk."

Er suggeriert besonders der vom Abstieg bedrohten weißen Mittelschicht, dass er ihr den amerikanischen Traum zurückholt. Wer mit ihm ist, kann wieder zu den Gewinnern gehören.

Die Rennpferd-Theorie
Einen weniger volkstümlich eingestellten Donald Trump beschreibt sein Biograph Michael D'Antonio: "Donald Trump glaubt, dass er genetisch überlegen ist. Er hat das oft gesagt und mir auch erzählt. Führungskraft sei angeboren, Talent genetisch bedingt. Sein Sohn hat mir gesagt seine Familie glaube an die Rennpferd-Theorie menschlicher Entwicklung. Sie glauben wenn Du eine hervorragende Frau mit einem herausragenden Mann kreuzt, dass daraus dann Superkinder geboren werden."

Vielleicht gründet die Beziehung zwischen Trump und seinen Anhängern letztlich auf einigen Missverständnissen. Die könnten allerding weitreichende Folgen haben.

Sendedaten
makro
Clinton versus Trump
Freitag, 22. Juli 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
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