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Vorschau
Sendung am 8. Dezember
Kollege Roboter
Die Roboter kommen. Vernetzt sind sie, unermüdlich und schlau. Sie werden die Arbeitswelt umkrempeln. So wie einst die Feldarbeit der Industrie weichen musste und diese später der Dienstleistungsgesellschaft. Das muss nicht schlecht sein.
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Rückblick
Sendung vom 1. Dezember
Der Nordkorea-Konflikt
Das Risiko für einen militärischen Konflikt mit Nordkorea war noch nie so groß. Die Vereinten Nationen haben darauf mit weiteren Wirtschaftssanktionen gegen das Land reagiert.
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Allein auf weiter Flur: Die großen Strommonopolisten E.on, RWE und Co. stehen heute wie Fremdkörper in der Energielandschaft. © dpa Lupe
Allein auf weiter Flur: Die großen Strommonopolisten E.on, RWE und Co. stehen heute wie Fremdkörper in der Energielandschaft.
Flucht nach vorn
E.on und RWE starten radikalen Neuanfang
Deutschlands große Energieversorger E.on und RWE taumeln. Das klassische Kraftwerksgeschäft bringt kaum noch etwas ein. Die Ökostromsparten sind unterentwickelt. Nun sollen es die Töchter richten.
Die zwei größten deutschen Energiekonzerne, E.on und RWE, hatten zuletzt deutliche Verluste zu verzeichnen. Neben den niedrigen Preisen an der Strombörse liegt das vor allem an der politischen Entscheidung für die Energiewende. Die Zukunft gehört also zumindest in Deutschland den erneuerbaren Energien - wie sind E.on und RWE hier aufgestellt?

Sowohl bei der Stromerzeugungskapazität als auch bei der tatsächlichen Stromerzeugung ist E.on (siehe Infokasten "Kraftwerksleistung E.on") bei den erneuerbaren Energien seinem Konkurrenten voraus: 17% der Erzeugungskapazität bildeten im Jahr 2015 die Erneuerbaren, bei RWE waren es nur 10%. Beim Blick auf die tatsächliche Stromerzeugung wird der Abstand zwischen beiden Konzernen noch größer: Bei E.on stehen erneuerbare Energien für 15% des erzeugten Stroms, bei RWE sind es nur 5%.

Energieriesen bilden das Schlusslicht
Der sehr geringe Anteil an tatsächlich erzeugtem sauberem Strom veranschaulicht einen wichtigen Unterschied zwischen konventioneller Stromerzeugung (Kernenergie, Kohle, Erdgas) und der Erzeugung aus regenerativen Energien: Die Kapazität von Windkraft- und Solaranlagen lässt sich nur selten voll ausschöpfen – wieviel Strom dort wirklich erzeugt wird, hängt vom Wetter ab. Konventioneller Strom ist grundlastfähig, grüner Strom ist es nicht (Ausnahme: Wasserkraft, Biomasse, Geothermie).

Bundesweit liegt der Anteil an sauberem Strom jedoch viel höher als bei den großen Versorgern. Die erneuerbaren Energiequellen erreichten im Jahr 2015 bereits einen Anteil von ca. 35% an der öffentlichen Nettostromerzeugung (siehe Infografik "Stromerzeugung in Deutschland"). In Summe produzierten Solar, Wind, Wasser und Biomasse im Jahr 2015 ca. 190 Terawattstunden (TWh) Strom. Das sind ca. 30 TWh bzw. ca. 20% mehr als 2014.

Konventioneller Strom bringt kaum Gewinn
© dpa Lupe
Kernenergie sollte die große Cash-Cow werden. Heute ist es ein riesiger Kostenfaktor.
Wie schwer es für E.on und RWE geworden ist, mit der konventionellen Stromerzeugung Profite zu erwirtschaften, wird klar, wenn man den operativen Gewinn (gemessen am EBITDA - Gewinne vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) aus Ökostrom mit konventioneller Stromerzeugung vergleicht. Bei E.on standen im Jahr 2015 1,35 Mrd. gegen 1,47 Mrd. Euro - und das wohlgemerkt, obwohl die konventionelle Kraftwerksleistung 83% der Gesamtleistung ausmachte.

Ähnlich sieht es bei RWE aus. Der operative Gewinn (EBITDA) aus konventioneller Erzeugung lag bei 2,19 Mrd. Euro, erneuerbare Energien brachten 0,84 Mrd. Euro. Dem Verhältnis von rund 2:1 beim Gewinn steht ein Verhältnis von 9:1 bei der Kraftwerkskapazität gegenüber.

Radikaler Schnitt
Im Bereich der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien dürfte der Vorsprung von E.on auch in absehbarer Zukunft bestehen bleiben. 2015 steckte der größte deutsche Energiekonzern 26% seiner Investitionen in grünen Strom, 13% in konventionelle Erzeugung. Der Geschäftsbericht von RWE weist ein umgekehrtes Verhältnis aus: 24% aller Investitionen flossen in die Stromerzeugung aus Kernkraft, Kohle, Erdgas und Öl - nur 13% wurden für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien verwendet.

Beide Konzerne haben sich nun zu einem radikalen Schritt entschieden: der Aufspaltung. RWE plant, Ende 2016 mit der neuen Tochtergesellschaft, RWE International, an die Börse zu gehen, die das Geschäft mit erneuerbaren Energien bündelt (siehe Infokasten "RWE-Konzernumbau"). E.on macht es ähnlich, emanzipiert sich von seiner Vergangenheit aber noch deutlicher: Der Tochterkonzern Uniper bündelt seit Anfang des Jahres die konventionellen Kraftwerke, während die erneuerbaren Energien beim Mutterkonzern verbleiben. Der Uniper-Börsengang ist für Herbst diesen Jahres vorgesehen.

Sendedaten
makro
Stromkonzerne in Not
Freitag, 20. Mai 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Stromkonzerne-Sendung
Stromkonzerne in Not
Deutschlands Stromkonzerne haben schon bessere Zeiten erlebt. Sie stecken tief in den Miesen und haben auf der Ausgabenseite einen großen Posten stehen: den Atomausstieg.
Kraftwerksleistung E.on
© EonLupeDie voll konsolidierte Kraftwerksleistung lag mit 46.479 MW 23% unter dem Vorjahresniveau von 60.151 MW. Die rechtlich zurechenbare Kraftwerksleistung (entsprechend der Beteiligungsquote von E.on) im E.on-Konzern nahm mit 45.335 MW im Vergleich zum Jahresende 2014 (58.871 MW) ebenfalls um 23% ab.
RWE-Konzernumbau
LupeUnter dem Markennamen RWE wird das klassische Geschäft mit Kohle und Gas weitergeführt. Die Atomsparte bleibt ebenfalls bei RWE angesiedelt. Die neue Tochtergesellschaft RWE International bündelt erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb, also das Zukunftsgeschäft. RWE International soll Ende 2016 an die Börse gehen.
Stromerzeugung in Deutschland
© Fraunhofer ISELupeDas Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme bereitet aktuelle und historische Daten zur deutschen Stromerzeugung grafisch auf. Interessant ist zum Beispiel ein Vergleich der installierten Leistung (Nettokapazität) mit der tatsächlichen Stromerzeugung. So addieren sich Windräder, Solaranlagen, Biomasse und Wasserkraft in 2015 zwar zu 53% der installierten Nettokapazität, machten aber nur 35% der tatsächlichen Stromerzeugung aus.