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Vorschau
Sendung am 27. Oktober
Umbau der Alpen
Der Klimawandel bedroht den Wintersport. Viele Skigebiete in den Alpen sind nicht mehr schneesicher. Geröll- und Verkehrslawinen sowie die massive Verstädterung zeigen die Schattenseiten des Massentourismus.
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Rückblick
Sendung vom 13. Oktober
Sucht nach Soja
Die Sojabohne hat Wachstumsraten wie kaum eine andere Nutzpflanze der Welt. Sie steckt in Schokolade, Treibstoffen und im Futter für die Tiermast. Doch der weltweite Soja-Boom hat gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
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Eine riese Tagebaumine frisst sich in den Berg. Auch Glencore ist in den Abbau von Rohstoffen eingestiegen. © reuters Lupe
Eine riese Tagebaumine frisst sich in den Berg. Auch Glencore ist in den Abbau von Rohstoffen eingestiegen.
Glencore - Die befleckte Braut
Rohstoffhändler im Scheinwerferlicht
Glencore ist der einflussreichste aller Rohstoffhändler. Eine Art Leitwolf der Branche und maßgeblich verantwortlich für ihren schlechten Ruf. Heute ringt der Konzern mit Preisverfall, Schulden - und den Schatten der Vergangenheit.
Im schönen Schweizer Örtchen Baar hat sich ein Schwergewicht im internationalen Rohstoffhandel angesiedelt: Glencore. Fernab von neugierigen Augen lenkt der Riese ein Imperium, das die ganze Welt umspannt.

Umsatzmäßig ist Glencore das zweitgrößte Unternehmen der Schweiz. 173 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete Glencore allein 2015. Kupfer, Kohle, Öl, Agrarprodukte - die Geschäftsfelder des Rohstoffgiganten reichen von A wie Aluminium bis Z wie Zucker. Rund 160.000 Mitarbeiter weltweit sorgen dafür, dass die globale Industrie mit allem versorgt wird, was sie so braucht.

Marc Rich - gerissen und skrupellos
Gegründet wird das Unternehmen 1974 durch den umstrittenen Rohstoff-Händler Marc Rich. Der Trader scheut die Öffentlichkeit - und macht im Trüben Geschäfte: mit Diktatoren oder auch mit dem international geächteten Iran, dessen Öl er kauft.

Als privater Händler bricht er das Kartell der großen Ölkonzerne, umgeht Embargos, verdient sich eine goldene Nase. Als die amerikanische Justiz ihn anklagt, unter anderem wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs, flieht er in die Schweiz.

In den 80ern stellt Marc Rich ein Nachwuchstalent ein: den heutigen Konzernchef Ivan Glasenberg. Dem jungen Rohstoffhändler gelingt ein wahres Husarenstück: Trotz weltweitem Boykott gegen das südafrikanische Apartheid-Regime findet er Abnehmer für die Kohle des Landes.

Hübsch machen für den Börsengang
Käufer und Verkäufer zusammenbringen, Kapital aus politisch schwierigen Situationen schlagen - die Währung für solche Millionen-Deals ist Verschwiegenheit. Der private Rohstoff-Handel funktioniert nur mit guten Informationen. Welche Minen sind profitabel? Wo gibt es Überproduktionen? Wer braucht was? Davon lebt das Geschäft. Auch bei Glencore.

Als Marc Rich sich aus dem Geschäft zurückzieht, übernehmen seine Manager das Unternehmen und taufen es in Glencore um. Beim Börsengang 2011 werden sie die größten Aktionäre - zusammen mit einigen Schweizer Banken.

Es ist der Startschuss für eine unglaubliche Expansion. Glencore beginnt, Minen, Eisenbahnen und Häfen in aller Welt zu kaufen. Die Schiffs-Flotte des Unternehmens ist bald größer als die Royal Navy. Gle

Rohstoffhändler wird Produzent
2013 schluckt Glencore den größten Brocken: den Minenbetreiber XStrata, mit dem der Konzern schon länger verbandelt ist. Damit wird der Rohstoffhändler endgültig auch zum Minenbetreiber und sitzt nun an der Quelle, fördert die Bodenschätze selbst und verkauft sie in alle Welt. Alles aus einer Hand. Auf dem Höhepunkt des Rohstoffbooms eine gute Idee.

Dafür aber muss sich der Konzern massiv verschulden - und der Zukauf entpuppt sich zunehmend als Belastung: Als die Rohstoffpreise sinken - seit 2011 - droht Glencore an seinen Schulden zu ersticken. Besonders die unprofitablen Kohleminen und der niedrige Kupferpreis machen dem Rohstoffriesen zu schaffen.

Jetzt muss sich Glencore gesundschrumpfen. Einzelne Minen hat der Konzern schon geschlossen, weitere sollen verkauft werden. Die Rede ist von einem Volumen von vier Mrd. Dollar. Das zeigt Wirkung: Der Aktienkurs steigt wieder. Noch hat der Konzern die Durststrecke zwar nicht überstanden. Doch Glencore ist sich sicher: Auf dem Rohstoffmarkt werden auch wieder bessere Zeiten anbrechen.

Sendedaten
makro
Rohstoffhändler
Freitag, 11. März 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Alles zur Rohstoff-Sendung
Rohstoffhändler
Sie gelten als verschwiegen, undurchsichtig und mächtig: Rohstoffhändler. Praktisch alle Grundstoffe, die wir zum Leben brauchen, gehen durch ihre Hände. Wer sind diese grauen Eminenzen, die kaum jemand kennt?
Schwerpunkt
Rohstoffe
Glencore Plc.
Glencore ist nicht nur der einflussreichste aller Rohstoffhändler mit einer dominanten Position bei Kupfer und Zink, sondern durch den Zukauf von Minen - man spricht von vertikaler Integration - auch der viertgrößte Rohstoffproduzent der Welt.

Die beiden größten Rohstoffförderer sind die britisch-australischen Konzerne BHP Billiton und Rio Tinto. Nummer drei ist der brasilianische Eisenerzförderer Vale. Anglo American ist auf Platz fünf abgerutscht.