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Vorschau
Sendung am 20. Oktober
Knappe Medikamente
Antibiotika, Impfstoffe oder Krebsmedikamente - Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind immer häufiger. Viele Medikamentenhersteller sind von einzelnen Zulieferern abhängig.
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Rückblick
Sendung vom 6. Oktober
Schöne neue Landwirtschaft?
Der Kauf des Gentechnikspezialisten Monsanto ist für die Bayer AG ein zweischneidiges Schwert: schlechte Reputation gegen gute Gewinne. Trotzdem: Der Mega-Deal könnte die Zukunft der Landwirtschaft erheblich verändern.
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Der Iran arbeitet mit Hochdruck daran, seine Ölförderung wieder hochzufahren. So schnell wie gedacht wird das aber nicht klappen. © reuters Lupe
Der Iran arbeitet mit Hochdruck daran, seine Ölförderung wieder hochzufahren. So schnell wie gedacht wird das aber nicht klappen.
Irans Rückkehr
Der Iran dreht den Ölhahn wieder auf
Nach der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nimmt dieser seine Ölexporte wieder auf. Das Hochfahren der Förderung wird allerdings viel schwieriger, als man in Teheran glaubt.
Der Weltmarkt wird zurzeit mit Massen an billigem Öl überflutet. Die großen Fördernationen wie Saudi Arabien, Russland und die USA fördern trotz niedriger Ölpreise auf Rekordniveau. Nachdem die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran Mitte Januar diesen Jahres aufgehoben wurden, steigt dieser nun auch wieder in den Kampf um Marktanteile im Ölgeschäft ein. Genau wie Saudi-Arabien gehört auch der Iran dem Ölförderkartell OPEC an. Er verfügt über die viertgrößten Erdölreserven weltweit.

Öl ist Haupteinnahmequelle
Es ist also keine Überraschung, dass Öl die Haupteinnahmequelle des iranischen Staatshaushalts ist. Doch durch die extrem niedrigen Ölpreise klafft nun in den staatlichen Kassen ein gewaltiges Loch. Ein großes Problem für die islamische Republik, denn sie benötigt eigentlich jeden Dollar: Sie muss ihre sanktionsgeschwächte Wirtschaft wiederbeleben und ihre Ölquellen zum Sprudeln bringen.

Laut eigenen Angaben will der Iran seine Fördermenge bis Mitte des Jahres um 1 Mio. Barrel pro Tag erhöhen und langfristig wieder zum zweitgrößten OPEC-Förderer aufsteigen. Mit geschätzten 15 Dollar Förderkosten pro Barrel hat der Iran dafür theoretisch gute Voraussetzungen. Bisher bleiben die Mullahs allerdings mit zusätzlichen 100.000 Barrel pro Tag klar hinter der eigenen Zielsetzung zurück. Bis Ende März 2016 erwarten Beobachter eine Ausweitung um maximal 300.000 Barrel.

Erste iranische Tanker unterwegs nach Europa
In den vergangenen Tagen sind die ersten iranischen Tanker mit Öl beladen worden und halten nun Kurs auf Europa. Die National Iranian Oil Company (NIOC) plant, im Laufe des Jahrs etwa 250.000 Barrel pro Tag nach Europa zu verschiffen, vorrangig in die Mittelmeerregion.

Vorher gilt es allerdings, 12 Tanker mit jeweils 2 Mio. Barrel Öl an den Mann zu bringen. Die Tanker waren vor dem Inkrafttreten der Sanktionen bis zum Rand gefüllt worden und warteten seitdem vor der iranischen Küste auf die Freigabe. Fehlende Versicherungen für den Transport sowie eingeschränkte Zugänge zu notwendigen Finanzinstrumenten erschweren dem Iran allerdings derzeit noch den weltweiten Export.

Fällt der Ölpreis nun noch weiter?
Es wird also noch eine Weile dauern, bis die Iraner ihr angestrebtes Exportniveau erreicht haben. Experten halten die geplante Fördermengenausweitung von 1 Mio. Barrel täglich auf absehbare Zeit sowieso für utopisch. 0,7 Mio. Barrel innerhalb eines Jahres gelten bereits als optimistische Schätzung, realistischer sind wohl eher 400.000 Barrel. Doch schon jetzt trägt der Iran zur weltweiten Überproduktion von 1,5 bis 2 Mio. Barrel Öl pro Tag bei.

Einige Analysten sagen, dass die Konsequenzen aus der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Kurssturz des Öls eingepreist sind. Andererseits, sollte der Iran seine Produktion schneller als erwartet ausweiten, brächte dies den Ölpreis weiter unter Druck.

Sendedaten
makro
Fluch des billigen Öls
Freitag, 19. Februar 2016, 21.00 Uhr
Wiederholung Sonntag 6.15 Uhr
Alles zur Öl-Sendung
Fluch des billigen Öls
Der Ölpreis ist die wichtigste Zahl der Welt. Sein Einbruch verschiebt das Fundament der globalen Wirtschaft. Er macht Sieger zu Verlierern und Verlierer zu Siegern. Dieser Umbruch verursacht Schmerzen.
Irans Ölproduktion
LupeBis vor einigen Jahren gehörte der Iran zu den wichtigsten Ölförderländern der Welt. Die Fördermenge lag mit 4 Mio. Barrel pro Tag etwa gleichauf mit Irak und China. Nur Russland, Saudi-Arabien und die USA fördern mehr.

Doch wie in so vielen anderen Ölnationen auch dienten die Einnahmen der staatlichen Ölkonzerne den Regierungen vor allem zur Subventionierung des Haushalts. Die Reinvestitionen der Erträge in Förderanlagen, Pipelines und die Erschließung neuer Vorkommen waren zu gering, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

So erklärt sich dar schleichende Rückgang der Fördermenge zwischen 2008 und 2012. Mit den Atom-Sanktionen brach der Öl-Export weg und der Iran förderte nur noch für den Eigenbedarf. Die Reinvestitionen in die Branche litten weiter. Daher ist es jetzt, nach dem Ende der Sanktionen, für den Iran unmöglich, seine Produktion schnell wieder auf 4 Mio. Barrel pro Tag hochzufahren.
Wirtschaftsdokumentation
Iran - Das große Versprechen
Durch die Brille der Weltwirtschaft ist der Iran nach dem erfolgreichen Atom-Deal ein einziges, großes Versprechen: Nach der langen Isolation gibt es einen enormen Bedarf an Investitionen.