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© Joss Barratt /Sixteen Films Why Not Productions Lupe
Der Rebell Jimmy Gralton, gespielt von Barry Ward, war ein Kämpfer für die irische Freiheit.
Freiheits-Träumer
Ken Loachs Film "Jimmy's Hall"
Irland in den 1930er Jahren: Der rebellische Jimmy Gralton kehrt nach zehn Jahren in seine Heimat Irland zurück. Als Aufrührer hatte er in die USA fliehen müssen. Mit dem Film "Jimmy's Hall", der auf einer wahren Geschichte basiert, kehrt auch Regisseur Ken Loach nach Irland zurück.
Vor seiner Flucht in die USA hatte Jimmy einen Gemeindesaal aufgebaut, in dem getanzt, gefeiert und politisch diskutiert wurde - bis das Militär dieser Freiheit ein Ende machte. Zehn Jahre später startet Jimmy einen neuen Versuch und wieder kommt das ganze Dorf im alten Saal zusammen, um zu tanzen und zu feiern. Aus Amerika hat Jimmy neue Musik und neue Rhythmen mitgebracht. "Der Saal ist ein Ort des freien Geistes jenseits der Autorität der Kirche", sagt Regisseur Ken Loach. "Die katholische Kirche in Irland wollte damals nicht nur die Erziehung kontrollieren, sondern auch die Freizeit der Menschen und die Art und Weise, wie sie sich amüsieren."

Sündiger Kommunismus
© Pandora Filmverleih Lupe
"Jimmy's Hall": Irland in den 1940er Jahren und eine wahre Geschichte
Für die Kirche ist das, was in "Jimmy's Hall" passiert, Teufelszeug und muss bekämpft werden. Ortspfarrer Pater Sheridan sieht die Jugendlichen auf dem Weg der Sünde und des Kommunismus. "Wir haben uns sehr genau an die Ereignisse in Jimmy Graltons Leben gehalten und nichts dazu erfunden", so Loach. "Auch der Fall, dass man im Dorf beschlossen hatte, einem Pächter, der von einem Grundbesitzer vertrieben wurde, sein Land wieder zu geben, das hat sich genau so ereignet. Der Pächter, das heißt seine Familie, lebt heute, 80 Jahre später, immer noch in diesem Haus. Über das Privatleben von Jimmy wussten wir nichts. Doch er war bekannt für seine herzliche und einfühlsame Art."

Mit "Jimmy's Hall" erzählt der alte Sozialist Ken Loach seinen Traum von einem freien Irland. Eine Freiheit, die durch die unheilige Allianz von Kirche und Staat zerstört wird. Wer glaubt, religiösen Fundamentalismus gebe es nur in islamischen Ländern, wird hier eines Besseren belehrt. Die große Entdeckung des Films ist der irische Theater-Schauspieler Barry Ward. Er gibt der Figur des Jimmy Gralton die charismatische Aura, die die Geschichte trägt. "Jimmy's Hall" ist poetischer und erotischer als Loachs frühere Filme, ein souveränes Alterswerk. Der 78-Jährige hat angekündigt, dies sei sein letzter Spielfilm. Stimmt das wirklich? "Es ist ziemlich anstrengend, einen Spielfilm zu machen", so Loach. "In einem bestimmten Alter ist der Geist zwar willig, aber das Fleisch wird schwächer."

Film
© Joss Barratt Sixteen Films Why Not ProductionsLupe"Jimmy's Hall"
GB/FR/IE 2014
Regie: Ken Loach
Darsteller: Barry Ward, Simone Kirby, Andrew Scott, u.a.
Kinostart:
DE: 14.08.2014
CH: 21.08.2014
AT: 03.08.2014
Info
© apLupeMit dem irischen Bürgerkriegsdrama "The Wind That Shakes The Barley" hatte Ken Loach 2006 die Goldene Palme in Cannes gewonnen.
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