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© reuters Lupe
Gelehrte bewahrten den Schatz vor der Vernichtung.
Malis heilige Schriften
Wagemutige retten historisches Wissen
Als im April 2012 Tuareg-Rebellen und islamistische Glaubenskrieger über den Norden Malis herfallen, plündern sie auch die Bibliothek in Timbuktu mit ihren bedeutenden historischen Schriften. Sie stecken in Brand, was sie finden. Das alte Wissen droht für immer zu verschwinden.
Immer wieder weckte im Laufe der Jahrhunderte der Schatz von Timbuktu die Gier von Eroberern und Plünderern, doch immer gelang es, die Skripte rechtzeitig wegzuschaffen. Bouya Haidara nimmt uns mit in die Katakomben des staatlichen Ahmed-Baba-Instituts, in ein Gewirr von düsteren Gängen. Er ist der Konservator des einzigartigen Schatzes und erzählt uns, wie er die Plünderer überlistete. Angeblich wurden die Skripte nur gerettet, weil ein paar Wagemutige sie bei Nacht und Nebel auf Eseln in die Hauptstadt Bamako gebracht haben sollten - ein Märchen?

"In diesem Raum hier lagerten 10.432 alte Schriften", erklärt Bouya Haidara. "Die waren hier ganz hinten versteckt, so dass die Terroristen sie nicht entdeckt haben. Hier unten gibt es ganz viele Räume. Die hatte ich aufgelassen, da war gar nichts mehr drin. Nur diesen Raum hatte ich abgeschlossen. Und weil sie die anderen Magazine alle geöffnet hatten und da nichts entdecken konnten, dachten sie, dass hier auch nichts zu finden sei und sind abgehauen."

Manuskripte vom 11. bis zum 16. Jahrhundert
Es ist Wissen von unschätzbarem Wert, das die Menschen hier aufbewahrt haben. "Das sind Manuskripte aus dem 11. bis zum 16. Jahrhundert", sagt Bouya Haidara. "Mathematik, Physik, Geografie, Astronomie, Geschichte - all das ist hier." Dieses Mal reichte der Mut eines listigen Gelehrten, um den Schatz vor der Vernichtung zu bewahren. Halassane Hacey, der Hüter der alten Bauten in Timbuktu, dagegen musste ohnmächtig zusehen, als die arabischen Fanatiker in sinnlose Raserei gerieten. Jetzt steht er vor einer Trümmerlandschaft. 14 Mausoleen, manche älter als 1000 Jahre, wurden in die Luft gesprengt. "Wir haben die Entscheidung getroffen, diese Gräber genauso wieder aufzubauen wie vorher", so Hacey. Doch dafür sucht er noch Geld, elf Millionen Dollar, rund achteinhalb Millionen Euro. 2014 soll der Wiederaufbau starten.

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