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Der interaktive Charakter des Fern-
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© Mama Illegal Lupe
Nach Jahren kehren die Frauen wieder heim.
Ohne Papiere, ohne Familie
Ed Moschitz' Doku über illegale Mütter in Österreich
Sie kommen aus Moldawien nach Österreich. Sie putzen fremde Wohnungen, kümmern sich um die Kinder, pflegen alte Menschen - und leben in der ständigen Angst, abgeschoben zu werden. Ed Moschitz hat drei dieser Frauen in seinem Dokumentarfilm "Mama Illegal" porträtiert. Entstanden ist ein berührendes und erschütterndes Werk über das Wohlstandsgefälle in Österreich, über Schlepperei und Ausbeutung, über Dörfer ohne Frauen und über Kinder, die ohne Mütter aufwachsen müssen.
Aurica lebt ohne Papiere in Wien. Wenn das Heimweh zu groß wird, legt sie ein Video ein. Bald wird sie nachhause kommen. Der Schlepper, der sie über die grüne Grenze gebracht hat, ist abbezahlt. Für ihre Familie in Moldawien hat sie Geld gespart. Aurica ist eine von geschätzen 50 bis 100.000 Menschen, die illegal in Österreich leben, der Großteil von ihnen sind Frauen.

Dorf ohne Frauen
2004 war der ORF-Redakteur Ed Moschitz auf der Suche nach einem Kindermädchen und fand Aurica aufgrund einer Empfehlung. Über ihren Aufenthaltsstatus wusste er nichts - zumindest vorerst. Für die Sendung "Am Schauplatz" reiste Moschitz 2004 nach Moldawien und fand ein Dorf ohne Frauen, eine ganze Generation, die ohne Mütter aufwächst. Im Film heißt es: "Illegale Arbeitsmigration zerstört Familien. Wir haben das mit initiiert. Es gibt den Bedarf an Babysittern, Leuten, die unsere Wohnung sauber halten. Wir sind Teil des Migrationsproblems."

Sieben Jahre lang hat Moschitz für "Mama Illegal" das Leben von Aurica und zwei weiteren Frauen aus ihrem Dorf begleitet. Raia lebt in Bologna, zuhause sah sie keine Perspektive mehr für sich und ihre Familie. Moldawien hat vier Millionen Einwohner und eine Arbeitslosenrate von 80 Prozent. Eine Million Moldawier lebt im Ausland, der Großteil illegal. Zurück bleiben die Alten und die Männer, die sich um Haushalt und Kinder kümmern, bis die Frauen nach Jahren wieder heimkehren - und dort eine völlig veränderte Welt vorfinden. "Sie stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Von dem Traum von einst bleibt wenig übrig", so der Film.

Folgen illegaler Arbeitsmigration
Der Film zeigt auf erschütternde Weise die Folgen illegaler Arbeitsmigration auf - Ad-hoc-Lösungen für die Missstände bietet er nicht. Ideen für Veränderungen hat Moschitz aber viele. Die einfachste lautet, sich für die Menschen, die man selbst in präkeren Arbeitsverhältnissen beschäftigt, zu interessieren und sie bestmöglich in ihrem Leben im Exil zu unterstützen. Darüber hinaus hofft Moschitz, mit "Mama Illegal" ein Umdenken bei politischen Entscheidungsträgern auslösen zu können. "Ich würde gerne am 5. Dezember 2012 in Brüssel den Film zeigen", sagt er, "damit sie erzählen, was ihre Geschichte ist."

Moldawien braucht finanzielle Unterstützung und seine Bewohner die Möglichkeit, legal in Westeuropa zu arbeiten. Denn wer nicht gezwungen ist, 5000 Euro an einen Schlepper zu zahlen, um unter Lebensgefahr die Grenzen zu passieren, sondern frei reisen kann, der muss auch seine Familie nicht jahrelang allein und im Ungewissen lassen.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Film
© Mama IllegalLupe"Mama Illegal"
(Dokumentarfilm)
AT 2011
Regie: Ed Moschitz
Kinostart AT: 26.09.2012