"Das Ding am Deich" verleiht jenen Menschen eine Stimme, die unmittelbar vom Bau des AKW Brokdorf betroffen sind. In der sympathischen Mundart der Region schildern Zeitzeugen die Ereignisse, die das geordnete dörfliche Leben in der Wilstermarsch einst auf so dramatische Weise durcheinander gebracht haben. Die Proteste beginnen bereits während der Planungsphase des Kraftwerks Anfang der 1970er Jahre. Als es Aktivisten aus dem rheinischen Wyhl durch die Besetzung eines Bauplatzes gelingt, Pläne für einen Atommeiler zu kippen, eskaliert die Situation auch in Brokdorf. Archivmaterial veranschaulicht die explosive Atmosphäre während der Demonstrationen, die sich schließlich in massiven Ausschreitungen entlädt. Die Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein, die friedliche Mehrheit der Demonstranten fühlt sich zu Unrecht kriminalisiert. Enttäuschung seitens der Anwohner macht sich breit, die verantwortlichen Politiker betrachten sie als Erfüllungsgehilfen der Industrie: "Es ist schwer, jemanden zu wecken, der sich schlafend stellt", heißt es im Film.