In der Schweiz sucht Fry nach Antworten auf die Frage, warum gerade Wagner die Nazis so faszinierte. Hierher flüchtete der Komponist nach der gescheiterten Revolution 1848 ins Exil und schrieb nicht nur seine grandiose Ring-Tetralogie, sondern auch seine Hetzschrift "Das Judentum in der Musik", ein Schatten über Wagners Werk. Fry, der Jude und glühende Wagner-Verehrer, will wissen, woher Wagners Antisemitismus kam. "Sein antisemitischer Ausbruch hatte auch persönliche Motive: seine Eifersucht auf die gefeierten jüdischen Komponisten Mendelssohn und Meyerbeer", so Fry. Chris Walton, Historiker und Autor, erklärt: "Wagner brauchte so etwas wie einen bizarren Nervenkitzel, um sich künstlerisch anzutreiben, einen Gegner, oder einen Feind in sich selbst." "Hätte er doch nur gewusst, dass sein Antisemitismus ihm selbst am meisten schaden würde", entgegnet Fry.