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© ap
Albert Hofmann emtdeckte mit LSD mit einem ganz besonderen Wirkstoff.
Sorgenkind LSD
Eine Dokumentation über Albert Hofmann
Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs entdeckt der Schweizer Chemiker Albert Hofmann zufällig eine bislang unbekannte Substanz: Lysergsäurediethylamid, kurz LSD. Nach einem mutigen Selbstversuch begreift er schnell, dass er es mit einem ganz besonderen Wirkstoff zu tun hat. Der Dokumentarfilm "The Substance. Albert Hofmann's LSD" erzählt mit einzigartigen Archivbildern die spannende Geschichte der Wunderdroge.
Woher kommt LSD? Aus dem wohl saubersten, bravsten und vernünftigsten Land der Welt: der Schweiz. Albert Hofmann entdeckt die Substanz in einem Getreide-Pilz, als er ein Kreislaufmittel sucht. Am 19. April 1943 macht er einen Selbstversuch. Die Wirkung setzt erst ein, als Hofmann mit dem Fahrrad nach Hause fährt. LSD-Anhänger feiern diesen Tag als "Bicycle Day". Wer Visionen wollte, musste zum Arzt gehen. Therapeuten legten Verborgenes frei. War LSD der Schlüssel zum Unbewussten? Die Droge war legal und machte nicht süchtig. Und immer mehr Künstler griffen zu. LSD war die Pforte, um in psychedelische Erlebnisse einzutauchen. LSD verstärke unsere Sinne, so Hofmann. "Dann sehen wir die Welt anders."

Horrortrips und Psychosen
Lupe
Timothy Leary rief das molekulare Zeitalter aus.
Der Film "The Substance" lässt uns miterleben, wie die Hippies auf den visionären Trip kamen - Love and Peace für fünf bis zwölf Stunden, statt Schuften für den Kapitalismus. Bot LSD die Weltfriedensformel? Der restlichen Gesellschaft wurde das zunehmend suspekt - zumal LSD auch Horrortrips und Psychosen auslösen kann. Timothy Leary störte das wenig. Der Psychologe rief das molekulare Zeitalter aus: LSD für alle, um einen neuen Menschen zu schaffen. "Wir sagen oft, wir bringen den Menschen bei, wie sie ihren Kopf einsetzen sollen. Um seinen Kopf einsetzen zu können, muss man von Sinnen sein", sagte er.

"Er hatte mich eingeladen, hinüber zu kommen, er würde große Veranstaltungen machen, große Kongresse", erzählt Hofmann. "Ich habe ihm geschrieben: 'Das werde ich nicht machen. Es ist alles in Untersuchung, warum machen Sie schon jetzt diese Propaganda, wo alles noch im Kommen ist?'" Für Albert Hofmann war das LSD zum Sorgenkind geworden. Der unkontrollierte, unbetreute Umgang blieb gefährlich. Auch den Behörden war die irre Wirkung zu anarchisch, stellte eine Gefahr für die Gesellschaftsordnung dar. 1967 - zum Höhepunkt des Summer of Love - wurde LSD in den USA verboten, vier Jahre später auch bei uns. "The Substance" ist ein bewusstseinserweiternder Film. Die Wunschvorstellungen, die LSD auslöste, waren mindestens so aufregend wie seine Trips. Heute wird übrigens wieder damit geforscht.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Film
"The Substance - Albert Hofmann's LSD"
(Dokumentation)
Schweiz 2011
Regie: Martin Witz
Kinostart DE: 17.05.2012
Kulturzeit extra
© zdf ulli maierDer ultimative Trip
Der Entdecker des LSD wird 100 (2006)