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23. Mai 2013
Moderatoren
Video-Porträt
Tina Mendelsohn
Der interaktive Charakter des Fern-
sehinterviews reizt Tina Mendelsohn immer wieder. Idealerweise entwickelt sich dort ein Gespräch mit einem echten Erkenntnisgewinn, sagt sie.
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© Reuters Lupe
Matthias Hartmann hat in die Wühlkiste antiker Interpretationen gegriffen.
Unheilvolles Geschenk
"Das trojanische Pferd" in Wien
Von der Unbelehrbarkeit der Menschheit ist Burgtheater-Leiter Matthias Hartmann überzeugt und inszeniert jetzt "Das trojanische Pferd". Ausgehend von Homers "Ilias" zeigt Hartmann die unterschiedlichen Herangehensweisen an den monumentalen Stoff, der seit Jahrhunderten Inspirationsquelle für Forscher, Literaten und Filmemacher ist.
Blond, verführerisch, sexy, gelangweilt, manchmal naiv, aber auch berechnend: Die schöne Helena, die schönste Frau der antiken Welt, ist an dem ganzen Schlammassel schuld. Paris, der Sohn des trojanischen Königs Priamos, verliebt sich in die verheiratete Königin von Sparta und entführt sie kurzerhand nach Troja. Die Spartaner ziehen los und erklären Troja den Krieg. Die wohlhabende Hafenstadt, gelegen an den Dardanellen in der heutigen Türkei, kontrollierte den Zugang zum Schwarzen Meer und war heiß begehrt. Trotz zehnjähriger Belagerung gelang es nicht, die stark befestigte Stadt zu erobern.

Liebe, Eifersucht, Habgier
© Reinhard Werner Burgtheater Lupe
Daniel Jesch
Im Kasino am Schwarzenbergplatz zeigt jetzt Burgherr Matthias Hartmann seine verspielte Interpretation des Trojanischen Krieges. In viereinhalb Stunden erzählt er die legendäre Geschichte mit einfachen Mitteln, viel Humor und slapstickartigen Einlagen. Er zeigt Liebe, Eifersucht, Habgier, verletzten Stolz, verlorene Ehre und Rache - große Emotionen und abenteuerliche Geschichten. Der griechische Dichter Homer war der Erste, der die Legende um Troja in der "Ilias" festgehalten hat. Sie ist seit Jahrhunderten Inspirationsquelle für Literaten und Filmemacher. Liebe in Zeiten des Krieges - da konnte auch William Shakespeare nicht widerstehen.

Die Götter bestimmen das Geschehen, sie manipulieren und verführen, was das Zeug hält. Sie sind zornig, korrupt, rachsüchtig und alles andere als Vorbilder. 17 Schauspieler schlüpfen in 33 Rollen und erzählen in groben Zügen ein "Best Of" der "Ilias". Matthias Hartmann hat in die Wühlkiste antiker Interpretationen gegriffen. Texte von Homers "Ilias" über Christa Wolf und Peter von Matt hat er für seinen Theaterabend zu einer Textcollage vereint. Und er zeigt einmal mehr, dass die Menschheit einfach unverbesserlich ist. Gewonnen hat bekanntlich der Klügere. Denn nicht Gewalt und Stärke führten zum Untergang von Troja, sondern eine List, ersonnen von Odysseus. "Das trojanische Pferd" ist ein unheilvolles Geschenk zum Abschied. Ein Opfer für die Götter sollte es sein. Bis heute ist es Sinnbild für kluge Kriegsführung, überraschende Strategie und ruhmreichen Sieg. Ein Sieg auch für Regisseur Matthias Hartmann?

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Theater
© ReutersLupe"Das trojanische Pferd"
Textfassung von Amely Joana Haag und Matthias Hartmann
Regie: Matthias Hartmann
Burgtheater, Wien
Weitere Vorstellungen:
12.05. sowie 07. und 08.06.2012