Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
Die Frankfurter Kunsthalle Schirn erstrahlt ab dem 19. April 2012 im alten Glanz: Das Sandstein-Gebäude in der historischen Altstadt soll mit einer Fachwerk-Fassade verkleidet werden - so die Idee der Künstlerin Bettina Pousttchi. Für ihre Installation "Framework" bringt sie schwarz-weiße Fotodrucke auf die Fenster der Ausstellungsstätte.
Das ist ein heikles Thema in Frankfurt. Dort drängt es sogar bis vor die Tür: Direkt vor der Schirn wird ein im Zweiten Weltkrieg zerstörtes Viertel wieder aufgebaut - in einer Mischung aus historisierendem Stil und moderner Architektur. Dieser lokale Kontext spielt bei "Framework" eine große Rolle. Bettina Pousttchi fotografierte historische Fachwerkhäuser des Römerbergs, unweit des Museums. Diese Fotos verbindet sie mit orientalischen Ornamenten und bricht das rein Fotografische durch eine Unschärfe.
Der Name "Framework" steht auch für "Bezugssystem". Für Bettina Pousttchi ist eines der zentralen Themen: Wie ist es, wenn historische Fassaden wieder aufgebaut werden sollen? Was für ein kulturelles Bezugssystem liegt dem zugrunde? Woran wollen, woran sollen wir erinnern? Welche zeitliche Dimension hat Architektur überhaupt? Das Kunstwerk soll zwei Monate an der Fassade der Schirn zu sehen sein.