Richter ist der teuerste zeitgenössische Maler der Welt. Der Branchendienst Artnet hat für 2010 den Gesamt-Auktionsumsatz von Werken Richters mit 76,9 Millionen Dollar angegeben. Das ist mehr, als jeder andere lebende Künstler erzielte. Es herrscht Aufregung, weil nun bekannt wurde, dass Richter in den 1960er Jahren viele seiner Bilder selbst vernichtet hat. "Es ist etwas ganz Selbstverständliches, dass man Fehler macht und sie dann irgendwie weg bringt", so der Künstler. In den Müll wanderten unter anderem das "Zahme Känguruh", ein Schlachtenbild als Comic-Strip und ein Porträt von Hitler, drei von etwa 60 Fotogemälden, die zusammen heute eine halbe Milliarde Euro wert wären. Doch der Perfektionist war schon damals gnadenlos. "Was stört Sie an diesem Hitlerbild?", wurde Richter einst von einem TV-Reporter gefragt. Und er antwortete: "Es ist zwar ein interessantes Bild, aber ich finde es nicht gut." Hängt das mit seinen Hemmungen zusammen, politisch relevante Inhalte zu malen, will der Reporter wissen. "Ja, weil ich die Gefahr sehe, dass die Bilder sehr schnell interessant werden, was aber nichts mit der Qualität der Bilder zu tun hat. Politisch wirksam kann man anders besser sein als mit Bildern."