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Moderation
Video-Porträt
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© Ri Filme Judith Benedikt Lupe
Weich zeigt in ihrem Film, dass der Frauenfußball in dem autoritär regierten, kommunistischen Land weit mehr ist als reine Staatsdoktrin.
Linientreu
Dokumentarfilm über Frauenfußball in Nordkorea
Ri Jong Hi, Ra Mi Ae, Jin Pyol Hi und Ri Hyang Ok spielen Fußball in der nordkoreanischen Nationalmannschaft. Sie sind privilegiert, aber stehen auch unter Erfolgsdruck. Die österreichische Regisseurin Brigitte Weich hat die vier Spielerinnen für ihren Dokumentarfilm "Hana, Dul, Sed …" ("Eins, zwei, drei") begleitet.
Weich zeigt in ihrem Film, dass der Frauenfußball in dem autoritär regierten, kommunistischen Land weit mehr ist als reine Staatsdoktrin. "Zwar ist er Ende der 1980er, Anfang der 90er aus dem Stand von oben implementiert worden", erklärt Weich, die sich wie kaum jemand anderes aus dem Westen im nordkoreanischen Frauenfußball auskennt. Gleichzeitig habe diese staatliche Förderung in einem Land mit ausgesprochen konservativen Geschlechterrollen zur Emanzipation beigetragen. "In diesem speziellen Fall hat es genützt, plötzlich dürfen diese Frauen machen, was sie wollen", sagt Weich. Den Fußballerinnen komme eine wichtige Vorbildfunktion zu.

© Ri Filme Lupe
Den Fußballerinnen kommt eine wichtige Vorbildfunktion zu.
Dennoch verstehen sich die Spielerinnen als Botschafterinnen ihres Landes und sehen ihre Aufgabe darin, dem "geliebten Führer", Staatschef Kim Jong Il, Freude zu bereiten. Dass sie auf dem Platz Hosen tragen, später heiraten und insgesamt mehr Freiheit genießen als andere Nordkoreanerinnen, ändert Weich zufolge nichts an ihrer Linientreue. Entsprechend schockiert sei sie bei ihrem ersten Dreh in Nordkorea gewesen, nachdem sie die Frauen mehrmals bei internationalen Turnieren getroffen hatte, sagt Weich. "Ich konnte die beiden Bilder nicht übereinkriegen zwischen den führerverehrenden, ergebenen Bürgerinnen in Pjöngjang und den fröhlichen, toughen Frauen, mit denen wir rund um die Welt gereist waren und tolle Dinge erlebt hatten", so Weich.

"Hana, Dul, Sed …" ("Eins, zwei, drei") wurde als bester österreichischer Dokumentarfilm bei der Diagonale ausgezeichnet.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Film
© Koryo ToursLupe"Hana, Dul, Sed …"
("Eins, zwei, drei")
Dokumentarfilm
AT 2011
Regie: Brigitte Weich
Kinostart DE: 09.06.2011