© dpa
Beitrag über Murad (2017)Beitrag über Murad (2017)
Die Jesidin Murad wird für ihren Mut ausgezeichnet, sich für andere Opfer einzusetzen. Denis Mukwege erhalte den Preis für seinen Einsatz für Mädchen und Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind.
Gegen sexuelle Gewalt
Der Friedensnobelpreis 2018 geht an Denis Mukwege und Nadia Murad
Der Friedensnobelpreis 2018 geht an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad. Das teilte das norwegische Nobelkomitee am 5. Oktober 2018 in Oslo mit.
Mukwege erhalte den Preis für seinen Einsatz für Mädchen und Frauen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Die Jesidin Murad, die selbst Opfer von Kriegsverbrechen wurde, wird für ihren Mut ausgezeichnet, sich für andere Opfer einzusetzen. Für beide Gewinner des Friedensnobelpreises kam die Auszeichnung völlig überraschend: Die Jury hatte weder den kongolesischen Arzt Denis Mukwege noch die irakische Menschenrechtlerin Nadia Murad vor der Verkündung erreicht. Mukwege stand gerade im Operationssaal, wie er der norwegischen Zeitung "Verdens Gang" später berichtete. Plötzlich habe es draußen Lärm gegeben, Leute seien hereingestürmt und hätten ihm die Nachricht überbracht. "Sie können sich vorstellen, wie glücklich ich bin", sagte er am Telefon.

2018 waren 216 Persönlichkeiten und 115 Organisationen für den renommierten politischen Preis nominiert worden. Im Gegensatz zu den weiteren Nobelpreisen wird der Friedensnobelpreis am 10. Dezember - dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel - nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen. Er ist mit neun Millionen schwedischen Kronen (860 000 Euro) dotiert.

EU-Spitzenvertreter zollen "allergrößten" Respekt
Spitzenvertreter der EU gratulierten Denis Mukwege und Nadia Murad: "Dem Mut, der Leidenschaft und der Menschlichkeit, die die beiden in ihrem täglichen Kampf demonstrieren, gehört mein allergrößter Respekt", kommentierte EU-Ratspräsident Donald Tusk am 5. Oktober. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, die Auszeichnung ehre einen Mann und eine Frau, die ihre eigenen Leben riskierten hätten, um andere zu schützen. Sie wies zudem darauf hin, dass die EU das Panzi-Krankenhaus von Mukwege mitfinanziert habe. Iraks frisch gewählter Präsident Barham Salih lobte die Auszeichnung der Jesidin Murad. Dies sei eine Anerkennung der tragischen Notlage der Jesiden, schrieb Salih auf Twitter. Er habe selbst mit Murad gesprochen, um ihr zum Nobelpreis zu gratulieren. Die Auszeichnung sei eine Ehre für alle Iraker, die Terrorismus und Fanatismus bekämpften.

Die ersten Friedensnobelpreisträger waren 1901 der Gründer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, der Schweizer Henry Dunant, und der französische Ökonom Frédéric Passy, der die Ansicht vertrat, ein freier Handel unter Nationen fördere den Frieden. 2017 ging die Auszeichnung an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) für ihre weltweiten Bemühungen zur Abrüstung.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, live um 19.20 Uhr
nano
Die Nobelpreise 2018
Übersicht
Friedensnobelpreisträger
... der vergangenen Jahre: