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Sein Vertrag wäre bis 2022 gelaufen, jetzt verlässt Nicolaus Schafhausen die Kunsthalle Wien bereits 2019.
Sein Vertrag wäre bis 2022 gelaufen, jetzt verlässt Nicolaus Schafhausen die Kunsthalle Wien bereits 2019.
Schafhausen wirft hin
Manager verlässt die Kunsthalle Wien
Sein Abgang kommt überraschend: Nicolaus Schafhausen, seit 2012 Direktor der Kunsthalle Wien, legt sein Amt vorzeitig nieder - aus politischen Gründen, wie er sagt. Sein Vertrag wäre bis 2022 gelaufen, er geht bereits zum 31. März 2019.
Sendedaten
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"In der derzeitigen nationalistischen Politik in Österreich und der europäischen Situation sehe ich die Wirkungsmächtigkeit von Kulturinstitutionen wie der Kunsthalle Wien für die Zukunft infrage gestellt", erklärte der 53-Jährige seine Entscheidung - und kritisiert gleichzeitig den fehlenden Rückhalt für mutige Kunst seitens der unabhängigen staatlichen Institutionen und Verwaltungen für Kulturinstitutionen.

Schon das hypothetische Gespräch mit Vertreten der rechtspopulistischen Partei seien für ihn undenkbar: "Es geht mir ums Grundsätzliche", so Schafhausen. "Man kann lange darüber diskutieren, wie diplomatisch man durchs Leben gehen soll. Aber es gibt Grenzen."

"Das Gegenteil von Nationalismus"
Gerade der gesellschaftliche Auftrag der Kunsthalle Wien steht für Schafhausen im Widerspruch zu den politischen Tendenzen. So sei der Auftrag der Zeitgenössischen Kunst die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Inhalten und "das Gegenteil von Nationalismus". Auch wenn die neue Regierung noch nicht aktiv in den Kulturbetrieb eingegriffen habe, sagt Schafhausen: "Wenn man Institutionen wie die Kunsthalle als Medium begreift, das nicht auf Alltagspolitik reagieren kann, ist man schon eingeschränkt."

Die Kunsthalle Wien gilt als eines der bedeutendsten Ausstellungshäuser Österreichs.Schafhausen hatte 2015/16 die Ausstellung "Politischer Populismus" kuratiert, die sich mit Mechanismen populistischer Bewegungen beschäftigte. Ein Jahr später folgte die Reihe "How To Live Together", die sich mit Bedingungen und Potenzialen des Zusammenlebens auseinandersetzte.