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In der "Erklärung 2018" heißt es, Deutschland werde durch eine "illegale Masseneinwanderung" beschädigt.
In der "Erklärung 2018" heißt es, Deutschland werde durch eine "illegale Masseneinwanderung" beschädigt.
Gemeinsame Erklärung 2018
Streit um die "Willkommenskultur" in Deutschland
Es sind nur zwei Sätze - doch sie befeuern die intellektuelle Debatte um die "Willkommenskultur" in Deutschland derzeit massiv. In der "Erklärung 2018" heißt es, Deutschland werde durch eine "illegale Masseneinwanderung" beschädigt. Mehr als 100.000 Menschen haben schon unterzeichnet. Doch auch eine Gegenerklärung mit dem Titel "Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte" findet immer mehr Unterstützer.
Unterzeichnen sollten die "Erklärung 2018" zunächst Akademiker. Denn Ziel der Veröffentlichung sei es auch, zu zeigen, dass diejenigen, die solche Meinungen vertreten, nicht alle "abgehängte Dumpfbacken sind", so Michael Klonovsky, der zum Kreis der Erstunterzeichner zählt. Der Publizist arbeitet für AfD-Fraktionschef Alexander Gauland, ist aber selbst nicht Mitglied der Partei. Klonovsky sagt, später habe man die Unterstützerliste "aufgrund der heftigen Nachfrage", und weil man nicht elitär habe erscheinen wollen, dann doch in eine Petition an den Bundestag umgewandelt und für die breite Öffentlichkeit geöffnet.

"Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird."

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Dass neben Thilo Sarrazin, der früheren Nachrichten-Sprecherin Eva Herman und dem ehemaligen "Spiegel"-Journalisten Matthias Matussek auch der preisgekrönte Autor Uwe Tellkamp die Erklärung unterstützt, hat viele Schriftstellerkollegen schockiert. Als Tellkamp in einer Debatte mit dem Dichter Durs Grünbein in Dresden dann auch noch sagt, die meisten Asylbewerber "fliehen nicht vor Krieg und Verfolgung, sondern kommen her, um in die Sozialsysteme einzuwandern", wächst nicht nur die Kritik an Tellkamp, sondern auch die Aufmerksamkeit für das Zwei-Satz-Manifest.

Zwei Wochen nach der Veröffentlichung der "Erklärung 2018" holten die Verfechter der "Willkommenskultur" unter Deutschlands Intellektuellen zum argumentativen Gegenschlag aus. Auch ihre Unterstützerliste wächst kontinuierlich. Vor allem Geisteswissenschaftler und Künstler solidarisieren sich auf dieser Plattform mit Flüchtlingen. Unter der Überschrift: "Unsere Antwort für Demokratie und Menschenrechte" schreiben sie:

"Die Menschenrechte enden an keiner Grenze dieser Welt."

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