© dpa
Laut der "New York Times" hat es seit 2012 mehr als 200 Schießereien an Schulen gegeben.
Laut der "New York Times" hat es seit 2012 mehr als 200 Schießereien an Schulen gegeben.
#oneless
Nach dem Amoklauf in Florida zerstören US-Amerikaner ihre Waffen.
Scott-Dani Pappalardo aus New York liebt seine Waffe. Er hat sogar ein Tattoo mit der Aufschrift "Das Recht, Waffen zu besitzen" auf seinem Arm. Trotzdem zerstört er sein Gewehr vor laufender Kamera - um ein Zeichen zu setzen. Und viele andere ziehen nach.
Parkland, Florida: Ein 19-Jähriger schießt in seiner ehemaligen Schule um sich und tötet dabei 17 Menschen. Solche Attentate kommen in den USA häufig vor. Zu häufig: Laut der "New York Times" hat es seit 2012 mehr als 200 Schießereien an Schulen gegeben. Trotzdem hat sich an den Gesetzen zum Waffenbesitz bislang nichts geändert. Die Lobby scheint zu mächtig - die Amerikaner zu sehr an ihre "Freiheit" gewöhnt.

Doch jetzt wird der Protest lauter und immer mehr Schüler zu Aktivisten: Sie fordern neue Gesetze, Verantwortung der Politiker und ein Ende ihrer Angst. Emma Gonzalez zum Beispiel ist ein Gesicht dieser Bewegung. Ihre Wut und ihre Tränen teilten Menschen auf der ganzen Welt. Jetzt hat sie sogar echte Waffen-Fans wie Scott-Dani Pappalardo auf ihrer Seite. "Es wird immer Menschen geben, die andere töten wollen und das auf irgendeine Weise machen werden. Aber sie werden es nicht mit dieser Waffe machen", sagt Pappalardo in seinem Facebook-Video und fordert andere auf, es ihm gleichzutun. Unter dem Hashtag #oneless posten jetzt immer mehr Menschen auf Facebook, Twitter und Instagram Fotos ihrer zerstörten Waffen.


Zum ersten Mal scheint die Waffen-Lobby ernsthaft zu wackeln: Laut CNN-Umfrage sprechen sich 70 Prozent der Befragten für striktere Waffengesetze aus. Bei einem Treffen mit Überlebenden des Florida-Attentats erwägt US-Präsident Trump, Lehrer mit Waffen auszustatten. Eine Idee, die bei vielen Schülern auf Entsetzen stößt. Jetzt kündigte Trump an, das Thema "Sicherheit an Schulen" bei einem Treffen mit den Gouverneuren aller US-Bundesstaaten zum Topthema zu machen. Wir sind gespannt.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, live um 19.20 Uhr