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"Mir war bewusst, welchen Preis man immer schon in diesem Land für würdevollen Journalismus mitunter bezahlen musste", schreibt Deniz Yücel. "Diese Möglichkeiten habe ich in Kauf genommen."
Türkei lässt Deniz Yücel frei
"Welt"-Journalist ein Jahr inhaftiert / Anklageschrift: 18 Jahre Haft
"Welt"-Korrespondent Deniz Yücel ist frei. Das meldete sein Arbeitgeber, die "Welt", am 16. Februar 2018 auf seiner Website. Die Bundesregierung bestätigte die Freilassung. Diese war von einem türkischen Gericht angeordnet worden, nachdem die Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift vorgelegt hatte. Sie fordert 18 Jahre Haft für Yücel.
Yücels Anwalt Veysel Ok teilte auf Twitter mit: "Und endlich gibt es für meinen Mandanten Deniz Yücel einen Entlassungsbefehl." Ein Sprecher des Auswärtigen Amts unterstrich, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) habe sich in den vergangenen "Tagen und Stunden" intensiv um eine Lösung in dem Fall bemüht. Auf die Frage nach möglichen Gegenleistungen sagte der Außenamtssprecher: "Ich kann ausschließen, dass es einen Deal in irgendeiner Form gegeben hat." Die deutsche Seite habe ihre Freude ausgedrückt, "dass der Fall jetzt zu einem Abschluss gekommen ist und Herr Yücel freigelassen wurde".


 

<b>BEITRAG:</b><br />Deniz Yücel - ein Jahr in Haft (14.02.2018) © dpa
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Deniz Yücel - ein Jahr in Haft (14.02.2018)
<b>GESPRÄCH mit:</b><br />Doris Akrap, Herausgeberin (14.02.2018) © ZDF
GESPRÄCH mit:
Doris Akrap, Herausgeberin (14.02.2018)
<b>ARTIKEL:</b><br />Deniz Yücel: "Für schmutzige Deals stehe ich nicht zur Verfügung" (17.01.2018) © dpa ARTIKEL:
Deniz Yücel: "Für schmutzige Deals stehe ich nicht zur Verfügung" (17.01.2018)

<b>Solidarität mit Yücel</b><br />Freunde und Kollegen lesen für inhaftierten Journalisten in Berlin (16.03.2017) © dpa Solidarität mit Yücel
Freunde und Kollegen lesen für inhaftierten Journalisten in Berlin (16.03.2017)
<b>Solidarität für Yücel</b><br />Freilassung von "Welt"-Korrespondent gefordert (28.02.2017) © dpa Solidarität für Yücel
Freilassung von "Welt"-Korrespondent gefordert (28.02.2017)

 

Streitpunkt im Verhältnis zur Türkei
© dpa Deniz Yücel hat das Gefängnis in Silivri verlassen.
Deniz Yücel hat das Gefängnis in Silivri verlassen.
Der Fall war zuletzt der größte Streitpunkt im Verhältnis zur Türkei. Yücel saß ein Jahr ohne Anklage in der Türkei im Gefängnis. Zuletzt war aber Bewegung in den Fall gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am 17. Februar 2018, nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim, erklärt: Sie habe Yildirim darauf hingewiesen, "dass dieser Fall eine besondere Dringlichkeit für uns hat".

Im Oktober 2017 hatte ein türkisches Gericht bereits die Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner verfügt und keine Ausreisesperre verhängt. Er konnte nach Deutschland zurückkehren, obwohl der Prozess gegen ihn weiterläuft. Steudtners Freilassung - und auch die der Übersetzerin Mesale Tolu - hat zu einer leichten Entspannung des deutsch-türkischen Verhältnisses geführt.

Türkische Gemeinde in Deutschland begrüßt Freilassung
Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat die Nachricht von der Freilassung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel als "sehr glückliche Nachricht" begrüßt. "Seit über einem Jahr saß Deniz Yücel unschuldig im Gefängnis", sagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu am 16. Februar der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. Yücel sei "ein freiheitsliebender Mensch, ein Journalist und kein Terrorist".

Sendedaten
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Kulturzeit-Gespräch mit ...
© ZDFVideoZafer Senocak, Schriftsteller
(16.02.2018)