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 "Überall wo man ist - man ist immer selbst schuld", sagte Rolf Zacher.
"Überall wo man ist - man ist immer selbst schuld", sagte Rolf Zacher.
Der ewige Ganove
Schauspieler Rolf Zacher ist tot
Er war eine Type. Seine markante, raue Stimme erkannte man, wenn man sie hörte. Er lieh sie Stars wie Nicolas Cage oder Robert de Niro. Und man erkannte ihn auf auf der Straße. Die dunklen Haare, die schwarze Brille. Rolf Zacher. Der Ganove. Der Rebell. Am 3. Februar starb der Schauspieler und Musiker mit 76 Jahren "friedlich" in einem Hamburger Pflegeheim.
In Interviews konnte er wahlweise charmant wie unausstehlich sein. Es machte ihm Spaß, Anekdoten und Sinnsprüche rauszuhauen, etwa "Die Liebe beginnt erst, wenn der Egoismus besiegt ist" oder "Ich will beim Dreh immer so gut sein wie ein Seiltänzer, der nur eine Chance hat." Als Flüchtlingskind im Zweiten Weltkrieg in Berlin geboren, wuchs Zacher in Brandenburg auf. Er war Barmixer, Sänger, Musiker oder Tänzer - seit Mitte der 1960er Jahre spielte er unter Regisseuren wie Ulrich Schamoni ("Es", 1965), Robert van Ackeren ("Der letzte Schrei", 1974, "Die Venusfalle", 1988) oder Rainer Werner Fassbinder ("Berlin Alexanderplatz", 1980). Dabei machte er sich vor allem einen Namen als Darsteller von gebrochenen, skurrilen Charakteren und sozialen Randfiguren.

Etliche Drogen-Entzüge, dann Yoga und Reiki
In einem "Tatort" von 1978 ("Der gelbe Unterrock") spielte Zacher einen Gauner im Drogenmilieu. Eine typische Rolle. Zacher sei "der beste Kleinganove des deutschen Kinos", schrieb ein Kritiker. Dazu Drogen und Knast im wahren Leben. Das passte zum Rebellenimage. "Überall wo man ist - man ist immer selbst schuld", sagte Zacher. Nach etlichen Drogen-Entzügen legte er Wert auf ein bewusstes Leben. Er mochte Yoga und Reiki. Nach dem Tod könne er "eine Schwingung im Kosmos" sein, sagte er einmal.

Den Bundesfilmpreis erhielt er für eine Gaunerrolle in Reinhard Hauffs "Endstation Freiheit" (1980) - so hieß auch seine Biografie. Zum Spätwerk zählten Oskar Roehlers "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk" und Doris Dörries "Die Friseuse". Zacher war vielseitig. Er lebte mal im Wohnmobil, drehte Kinderfilme und war Veganer. Musik war ihm wichtig. Fans wissen: Auch bei der Rockband Amon Düül II und im Punkmusical "Gabba Gabba Hey" mischte er mit.

Im Januar 2016 zog er ins RTL-Dschungelcamp. Wie Helmut Berger und Winfried Glatzeder war Zacher einer von den alten Kandidaten, die ihren Platz in der Filmgeschichte haben, aber die Jüngere erstmal googeln müssen. Im Camp nervte ihn das "Gequatsche" der anderen, er vermisste seine Freundin. Nach acht Tagen verließ er die Sendung, laut RTL aus gesundheitlichen Gründen. Wo es schlimmer gewesen sei, im Gefängnis oder im Dschungelcamp - auf solche Fragen ließ sich Zacher nicht ein. Er sah es so: "Wann kommt man in seinem Leben nach Australien?" Er bereue nichts, sagte Zacher einmal - nur, dass er die Kindheit seiner 1972 geborenen Tochter aus einer Ehe mit Gisela Getty nicht mit erlebt habe. Kurz vor seinem 75. Geburtstag meinte er: "Ich habe wunderbar gelebt."

Sendedaten
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