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Regisseur Matthias Hartmann musste das Wiener Burgtheater nach einem Etatloch von 20 Millionen Euro verlassen. Bisher wurden keine Vorwürfe gegen ihn bestätigt.
Vorwürfe gegen Hartmann
Offener Brief ehemaliger Mitarbeiter / Regisseur weist Vorwürfe zurück
Matthias Hartmann wurde am Wiener Burgtheater im Zuge eines Finanzskandals entlassen. Jetzt erheben damalige Mitarbeiter Vorwürfe gegen den Ex-Intendanten. Der wehrt sich und spricht von einem "gezielten Angriff" auf die Premiere seines David-Bowie-Musicals "Lazarus", das am 3. Februar 2018 in Düsseldorf seine deutsche Erstaufführung feierte.
Die österreichische Zeitung "Der Standard" veröffentlichte am Premierentag einen offenen Brief von rund 60 Burgtheater-Angestellten, die Hartmann vorwerfen, während seiner Intendanz von 2009 bis 2014 eine "Atmosphäre der Angst" geschaffen zu haben. Einige der Unterzeichner des Briefes kenne er gar nicht, sagte Hartmann, mit anderen habe er nicht zusammengearbeitet. Er sehe den Brief in Zusammenhang mit seiner Entlassung als Intendant des Burgtheaters und der Aufklärung des ihm angelasteten Finanzskandals.

Hartmann sprach von einer "geschickt gesteuerten" juristischen Aktion, um seine Entlassung von 2014 zu rechtfertigen, sagte er der Nachrichtenagentur APA. Er sei sicher, dass den Brief ein Rechtsanwalt aufgesetzt habe. Die Anwältin Maria Windhager, die einige der Unterzeichner medienrechtlich beraten hat, weist dies zurück.

Hartmann fordert Rehabilitierung durch das Burgtheater
Hartmann musste die "Burg" nach einem Etatloch von 20 Millionen Euro 2014 verlassen. Bei dem Ermittlungsverfahren seien bisher keine der Vorwürfe gegen Hartmann bestätigt worden, sagte sein Sprecher in Wien. Hartmann fordert eine Rehabilitierung durch das Burgtheater für den Fall der Einstellung der Ermittlungen. "Jetzt aber wird ein neues Fass aufgemacht", sagte Hartmann mit Blick auf den offenen Brief.

Bei den Vorwürfen gegen Hartmann gehe es nicht um Straftaten, betonen die Unterzeichner. Seine Doppelrolle als Intendant und Regisseur habe aber ein "problematisches Abhängigkeitsverhältnis" geschaffen. Unter Hartmann habe "eine Atmosphäre der Angst und Verunsicherung" geherrscht. "Wenn ich Menschen verletzt habe, muss ich mich natürlich entschuldigen", sagte Hartmann. "Ich habe mich auch oft nach Endproben, wenn es etwas lauter wurde, immer entschuldigt. Das wurde auch meistens angenommen."

Sendedaten
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