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Auch die deutschen Elektro-Pioniere von Kraftwerk sind mit einem Grammy ausgezeichnet worden.
Auch die deutschen Elektro-Pioniere von Kraftwerk sind mit einem Grammy ausgezeichnet worden.
Grammy-Awards vergeben
Elektro-Pioniere Kraftwerk ausgezeichnet / Abräumer ist Bruno Mars
Sie sind die begehrtesten Musikpreise der Welt: die Grammys. Einen von ihnen haben 2018 die deutschen Elektro-Pioniere von Kraftwerk in New York eingeheimst - für das "Beste Dance/Elektronische Album". Den Preis für ihr Lebenswerk hatten sie bereits 2015 erhalten. Auch eine Schweizerin wurde geehrt: Die Berner Geigerin Patricia Kopatchinskaja und das US-Orchester erhielten für ihr Schubert-Album "Death & The Maiden" den Preis für die beste Kammermusik-Performance.
Der Sieger des Abends war jedoch R&B- und Funksänger Bruno Mars. Er durfte in New York sechs der begehrten Grammys für "24K Magic" mit nach Hause nehmen, darunter den Hauptpreis für das beste Album. Rapper Kendrick Lamar kam immerhin auf fünf Preise. Überraschend leer ging der Rapper Jay-Z aus, obwohl er achtfach nominiert war. Mars stach neben Jay-Z unter anderem Childish Gambino mit dessen Titel "Redbone" und den Megahit "Despacito" von Luis Fonsi & Daddy Yankee mit Justin Bieber aus. Kendrick Lamar gewann in den weniger beachteten Kategorien das beste Rap-Album und den besten Rap-Titel. Mit den großen Gewinnen von Mars in den Hauptkategorien stand die Show dieses Jahr weniger im Zeichen des Hip-Hop als erwartet.

Posthume Ehrung für Carrie Fisher und Leonard Cohen
Posthum wurden die "Star Wars"-Schauspielerin Carrie Fisher und der Sänger, Songwriter und Dichter Leonard Cohen mit jeweils einem Grammy geehrt. Fisher bekam den Preis für ihr Hörbuch "The Princess Diarist", wie die Grammy-Akademie auf ihrer Website mitteilte. Darin erzählt Fisher von ihren Erinnerungen an die Dreharbeiten zum ersten Teil der "Star Wars"-Saga. Die Darstellerin der Prinzessin Leia war im Dezember 2016 an einem Herzinfarkt gestorben. Leonard Cohen erhielt für sein Lied "You Want It Darker" den Preis für die beste Rock-Performance. Es ist der Titelsong von Cohens letztem Studioalbum. Der legendäre kanadische Rockpoet war im November 2017 im Alter von 82 Jahren gestorben.

© dpa Bruno Mars war der große Sieger des Abends.
Bruno Mars war der große Sieger des Abends.
Die dreineinhalbstündige, von James Corden moderierte Gala war gefüllt mit hochkarätigen Auftritten: Neben Mars, Lamar und Childish Gambino kamen unter anderem Elton John, Pink und Rihanna auf die Bühne. Die Demokratin Hillary Clinton hatte neben Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg einen Sketch-Auftritt, in dem sie aus dem Enthüllungsbuch "Fire and Fury" ("Feuer und Zorn") über den Wahlkampf und die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump vorlas. Ein starkes Statement gegen Trump und dessen scharf kritisierte Äußerung über sogenannte "Drecksloch"-Länder leistete sich Logic, nachdem er "1-800-273-8255" gerappt hatte: "An all die wunderschönen, mit Kultur, Vielfalt und Tausenden Jahren Geschichte gefüllten Länder, ihr seid keine Dreckslöcher". Die im Englischen härtere Übersetzung ("shithole") wurde von den Veranstaltern zensiert.

Weiße Rosen als Zeichen der Solidarität
Die sonst in Los Angeles heimische Verleihung fand 2018 erstmals seit 15 Jahren in New York statt. Mehrere Musiker trugen zur Gala eine weiße Rose am Revers oder in der Hand als Zeichen der Solidarität mit der #TimesUp-Bewegung zum Kampf gegen sexuelle Übergriffe und männliche Dominanz. "Die Zeit der ungleichen Bezahlung, der Diskriminierung und Belästigung jeder Art und des Missbrauchs von Macht ist um", sagte Musikerin und Schauspielerin Janelle Monáe.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitagslive um 19.20 Uhr
Schwerpunkt
Nein heißt Nein
Die #MeToo-Debatte zum Thema sexuelle Belästigung
SRF
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