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Seine Liebe für Kino und Literatur entdeckte Jim Jarmusch früh.
Seine Liebe für Kino und Literatur entdeckte Jim Jarmusch früh.
"Eigentlich wollte ich Dichter werden"
Regisseur Jim Jarmusch wird 65
Der Schöpfer von Kultfilmen wie "Stranger Than Paradise" und "Broken Flowers" wird vom Feuilleton gerne als das "Gegenteil zu Hollywood" beschrieben. Am 22. Januar 2018 wird Jim Jarmusch - die Ikone des amerikanischen Independent-Kinos - 65.
Der Deutschen Presse-Agentur gegenüber verriet Jarmusch einst, dass er selbst gern Dichter geworden wäre: "Dichter waren meine Helden, denn ich habe noch nie einen Dichter getroffen, der aus finanziellen Gründen zum Dichter wurde." Am Ende wurde er doch Regisseur. Seine langsamen, fast meditativen und minimalistischen Filme stehen den großen Blockbustern von Steven Spielberg, George Lucas und anderen gegenüber. "Er ist der langsamste Filmemacher der Welt", soll der finnische Kult-Regisseur Aki Kaurismäki einmal über Jarmusch gesagt haben.

"Ohne Musik hätte das Leben keinen Sinn"
Jarmusch, der deutsche Vorfahren hat, wuchs mit seinen zwei Geschwistern im US-Bundesstaat Ohio auf. Seine Liebe für Kino und Literatur entdeckte er früh. Bevor er sich in New York für Filmwissenschaften einschrieb, jobbte er in Paris als Auslieferungsfahrer für eine Kunstgalerie und verbrachte viel Zeit in den Archiven der Cinémathèque Francaise. In New York war er auch als Keyboarder und Sänger einer Band aktiv. Seine Leidenschaft für die Musik hat sich Jarmusch bis heute behalten. Die Soundtracks sind wichtiger Bestandteil seiner Filme. Musik, so Jarmusch, sei für ihn "die höchste und schönste Form des Ausdrucks. Ohne Musik hätte das Leben keinen Sinn."

Seinen bisher letzten Spielfilm "Paterson" hatte Jarmusch im Mai 2016 beim Filmfest in Cannes in den Wettbewerb geschickt. In dem Werk spielt "Star Wars"-Bösewicht Adam Driver einen Busfahrer und Dichter, der sich durch den Alltag treiben lässt. Im gleichen Jahr drehte Jarmusch auch "Gimme Danger", einen Dokumentarfilm über Iggy Pop. Den Sänger zählt Jim Jarmusch zu seinen Freunden. Interviews gab der pressescheue Filmemacher heute nicht. Einzig, dass er seinen Geburtstag generell ungern feiere, ließ er ausrichten.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, live um 19.20 Uhr