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Die Alte Nationalgalerie in Berlin zeigt eine Ausstellung zum Künstlerdreiklang "Rodin - Rilke - Hofmannsthal".
Rodin und seine Freunde
Ausstellung zum 100. Todestag von Auguste Rodin in Berlin
"Der Denker", "Der Kuss", "Amor und Psyche": Die Skulpturen von Auguste Rodin sind weltberühmt. Rodin gilt als Wegbereiter der modernen Bildhauerei. Zu seinem 100. Todestag am 17. November 2017 zeigt die Alte Nationalgalerie in Berlin eine Ausstellung, die eine gemeinsame Geschichte des großen französischen Bildhauers mit den Literaten Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal erzählt.
Die bislang weniger beachtete Bronzestatuette "Der Mensch und sein Genius" steht im Zentrum der Schau "Rodin - Rilke - Hofmannsthal" in Berlin. Die um 1896 entstandene Figurengruppe zeigt mit einem Mann, dem sich ein kleiner weiblicher Genius mit Schwingen entzieht, das Sinnbild künstlerischer Inspiration. Diese Kleinplastik ist eng mit den Literaten Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal verknüpft.

Rilke, der mit seinen Schriften großen Anteil an der Popularisierung Rodins in Deutschland hatte, schrieb zu dieser Bronze das Gedicht "Nike". Hugo von Hofmannsthal entdeckte 1900 auf seiner Paris-Reise in Rodins Atelier den Gipsentwurf zu der Figur und gab deren Bronzeguss umgehend in Auftrag. "20 Jahre stand 'Der Mensch und sein Genius' auf dem Schreibtisch Hofmannsthals in Rodaun bei Wien, um ihn zu inspirieren", so das Museum.

Befruchtende Künstlerfreundschaften
Als Hofmannsthal in finanzielle Not geriet, vermittelte Rilke demnach den Verkauf der Bronze an den Schweizer Sammler Werner Reinhart. Von dort gelangte sie später in die Sammlung der Nationalgalerie. In der Ausstellung sind dazu auch Auszüge aus dem Briefwechsel zwischen Rilke, Hofmannsthal und Reinhart zu sehen. Doch nicht nur aus der Ferne pflegten die Literaten und der Künstler ihre Freundschaft: Zeitweise lebten und arbeiteten Rilke und Rodin sogar im heute als "Musée Rodin" bekannten Hotel Biron in Paris zusammen.

"Man muss arbeiten, nichts als arbeiten, und man muss Geduld haben" - diesen Rat gab der Bildhauer einst Rilke. Dabei ging es ihm nicht allein um gesellschaftlichen Nutzen von Arbeitskraft. Künstler seien "die einzigen Menschen", die ihren Beruf gern ausübten, fügte er hinzu. Rodin ermutigte Rilke zur Arbeit in den Pariser Jardins, woraufhin dessen wohl bekanntestes Gedicht "Der Panther" entstand. Wenige Jahre später kam es zum Zerwürfnis. Doch Rodin prägte den Schriftsteller nachhaltig. "Die großen wissenden Freunde", schrieb Rilke nach dem Tod des 35 Jahre älteren Bildhauers, "sie werden nicht mehr da sein." Zum 100. Todestag erinnert die Nationalgalerie an diese besondere deutsch-französosche Freundschaft.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags
live um 19.20 Uhr
Ausstellung
© Nationalgalerie Staatliche Museen zu Berlin  Andres Kilger"Rodin - Rilke - Hofmannsthal. Der Mensch und sein Genius "
Alte Nationalgalerie, Berlin
bis 18.03.2018
Museum
In neuem Licht
Rodin-Museum wieder eröffnet
Link
© rodin100"Centennaire Auguste Rodin"
Offizielles Veranstaltungsseite zum 100. Todestag von Auguste Rodin