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Steht die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) vor dem Aus?
Steht die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) vor dem Aus?
Radikaler Vorschlag
Die Initiative "No Billag" in der Schweiz
Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) steht massiv unter Druck. Die Initiative "No Billag" hat erreicht, dass am 4. März 2018 eine Volkabstimmung stattfindet, die darüber entscheidet, ob die Rundfunkgebühren abgeschafft werden. Kommt diese Initiative bei dem Referendum durch, dann könnte das das Aus für die SRG bedeuten.
"Dann löschen wir das Licht und schließen die Studios", so der Soziologe und SRG-Generaldirektor Gilles Marchand in der Tageszeitung "Die Welt". Die SRG in der Schweiz, das heißt 17 Radiosender, sieben TV-Sender sowie Online-Angebote in vier Sprachen. Denn niemand soll in der Schweiz benachteiligt werden. Das Gebührenmodell, das für private Haushalte ab 2019 365 statt bisher 451 Schweizer Franken vorsieht - also einen Franken für jeden Tag - beruht auf dem Solidaritätsprinzip: nicht nur für das zu zahlen, was man selbst sieht, hört und liest, sondern auch allen anderen Schweizern den Zugang zu hochwertigem, unabhängigem Radio, Fernsehen und Internet zu ermöglichen.

Beiträge zum Thema ...

<b>BEITRAG:"No Billag" und die Kulturschaffenden (21.02.2018)</b> © colourbox.de
BEITRAG:"No Billag" und die Kulturschaffenden (21.02.2018)
<b>BEITRAG:"No Billag"  - Pro- und Contra-Stimmen (29.01.2018)</b> © photocase
BEITRAG:"No Billag" - Pro- und Contra-Stimmen (29.01.2018)
<b>BEITRAG: Kulturschaffende zu "No Billag" (12.12.2017)</b> © colourbox.de
BEITRAG: Kulturschaffende zu "No Billag" (12.12.2017)

<b>BEITRAG: Die Initiative "No Billag" in der Schweiz (16.11.2017)</b> © colourbox.de
BEITRAG: Die Initiative "No Billag" in der Schweiz (16.11.2017)
<b>GESPRÄCH:   Schriftsteller Pedro Lenz (16.11.2017)</b> © ZDF
GESPRÄCH: Schriftsteller Pedro Lenz (16.11.2017)

 

Der Löwenanteil der Schweizer Gebühren stammt dabei aus der Deutschschweiz und macht 73 Prozent der Einnahmen der SRG aus. Die Deutschschweiz selbst erhält nur 43 Prozent dieser Gebühren und ermöglicht so, dass die Zuschauer, Zuhörer und Online-User in der französischen, italienischen und rätoromanischen Schweiz auch Zugang zu gutem Radio, Fernsehen und Online-Seiten haben - wichtig für den Zusammenhalt der Schweiz. Neben der SRG werden aber noch 21 lokale Radiostationen und 13 regionale TV-Stationen mit Gebührengeldern versorgt, um die regionale Berichterstattung gewährleisten zu können. Fakt ist zudem: Die SRG finanziert sich zu 75 Prozent aus Gebühren. Brechen diese Gebühren weg, dann könnte das also das Ende für die SRG bedeuten.

Von wem geht die Initiative "No Billag" aus?
"Die Initiative zur Abschaffung der Rundfunkgebühr kam ursprünglich aus der rechtslibertären Ecke, von jungen Politikern ohne großen Rückhalt in der politischen Mehrheit", sagte Nick Lüthi, Redaktionsleiter des Fachmagazins "Medienwoche" in Zürich in der Tageszeitung "Die Welt". "Doch das Bild hat sich in den vergangenen Monaten geändert, die Unterstützung für die Initiative ist inzwischen breiter." Vor allem die nationalkonservative Schweizerische Volkspartei (SVP) und die liberalen FDP gäben der Initiative politischen Rückhalt. Käme die "No Billag"-Initiative durch, so müsste die Schweizer Verfassung geändert werden.

Droht nun die "Berlusconisierung" der Schweiz, wie es ein Abgeordneter der Sozialdemokraten (SP) formulierte? Angespielt hat dieser auf den Medienunternehmer Christoph Blocher, der erst 2017 den Zehnder-Verlag mit 25 regionalen Gratis-Wochenzeitungen übernommen hat und bereits große Publikationen wie "Weltwoche" und "Basler Zeitung" hinter sich weiß.

Gegenbewegung: der Verein "Nein zum Sendeschluss"
Die Gegenbewegung zu "No Billag" ließ nicht lange auf sich warten: der Verein "Nein zum Sendeschluss" wurde gegründet. Dieser setzt sich für ein unabhängiges Radio- und Fernsehangebot in der Schweiz ein. In "Kulturzeit" haben wir mit dem Schriftsteller Pedro Lenz gesprochen, der im Vorstand des Vereins ist. "Gebühren für Radio und Fernsehen ermöglichen demokratische Vielfalt und Unabhängigkeit", sagt Lenz. "Alle helfen mit, weil es alle angeht."

Sendedaten
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