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Der Makake Naruto schnappte sich 2011 die Kamera eines Fotografen ...
Der Makake Naruto schnappte sich 2011 die Kamera eines Fotografen ...
Affen-Zirkus
Rechtsstreit um Selfies beigelegt / Fotograf spendet für Naturschutz
Ein Affe schnappt sich 2011 die Kamera des Naturfotografen David J. Slater, drückt auf den Auslöser und schießt Selfies. Die Fotos gehen um die Welt. Doch wem gehören die Bildrechte? Ein jahrelanger Streit ums Urheberrecht endet nun mit einem Vergleich.
Die Tierrechtsorganisation Peta hatte 2015 im Namen des Affen Naruto, eines Makaken von der indonesischen Insel Sulawesi, vor einem US-Bundesgericht in San Francisco eine Copyright-Klage eingereicht. Darin forderten die Tierschützer, dass Naruto zum "Urheber und Eigentümer seines Fotos" erklärt werden müsse. Das Urheberrechtsgesetz in den USA verbiete einem Tier nicht das Halten eines Copyrights. "Da Naruto das Foto gemacht hat, gehört ihm das Copyright, wie es jedem Menschen gehören würde", argumentierte Peta.

Die Affen-Selfies zeigen nach Ansicht der Tierschutzorganisation klar, dass Naruto und die anderen Schopfmakaken "hochintelligente, denkende, hochentwickelte Wesen sind, die es verdienen, die legalen Rechte an ihrem geistigen Eigentum und andere Rechte als Mitglieder der Rechtsgemeinschaft zu halten".

Slater hingegen führte ins Feld, dass ihm die Affen-Selfies gehörten, da er das Stativ aufgebaut habe und dann nur für wenige Minuten weggegangen sei. In dieser Zeit habe der Affe seine Kamera an sich gerissen. 2011 hatte er eine Serie von Tierbildern auf Sulawesi geschossen. In einem später veröffentlichten Buch fügte er zwei von Naruto aufgenommene Selbstporträts hinzu - die Bilder des schwarzen Schopfmakaken, der auf den Selfies breit zu grinsen scheint, gehen seither um die Welt.

25 Prozent der Einnahmen als Spende
Nun einigte man sich darauf, dass Slater einen Teil seiner künftigen Einnahmen aus den Affen-Selfies für den Naturschutz spenden wird. Wie Peta am 11. September 2017 mitteilte, wird Slater 25 Prozent der Einnahmen an Einrichtungen weitergeben, die sich für den Schutz des natürlichen Lebensraums von Naruto und anderen Schopfmakaken auf der indonesischen Insel Sulawesi einsetzen. Slater beklagte sich jedoch, dass die Verbreitung der Fotos im Internet ihn viel Geld gekostet hätten, weil als Folge weniger Leute sein Buch gekauft hätten. Insofern ist fraglich, ob im Rahmen der jetzt erzielten gütlichen Einigung tatsächlich größere Summen in den Naturschutz auf Sulawesi fließen werden.

Peta und der Fotograf sind sich laut der Mitteilung jedoch darin einig, dass der Fall von Naruto "wichtige, hochaktuelle" Fragen hinsichtlich der "Ausweitung von gesetzlichen Rechten auf nicht-menschliche Tiere" aufwerfe.

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