© ap
Die Weltkunstausstellung documenta 14 soll knapp der Insolvenz entgangen sein.
Die Weltkunstausstellung documenta 14 soll knapp der Insolvenz entgangen sein.
Was ist los, documenta?
Bericht: Land und Stadt Kassel retten Kunstausstellung vor Insolvenz
Die Weltkunstausstellung documenta14 neigt sich dem Ende entgegen. Und sie stand wohl schon viel früher vor dem Aus - hätten nicht Stadt und Land mit Bürgschaften über jeweils 3,5 Millionen Euro für Darlehen eine Insolvenz im August abgewendet.
Das geht aus einem Bericht der Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" am 12. September 2017 hervor - und wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden, Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD), am Nachmittag bestätigt. Geselle betonte, die documenta laufe planmäßig bis zum 17. September weiter. Als Gesellschafter hätten die Stadt und das Land Hessen vereinbart, die Liquidität der Gesellschaft auch darüber hinaus sicherzustellen: "Wir wollen die Fortführung der documenta in Kassel als Ausstellung zeitgenössischer Kunst von Weltrang."

Der genaue Grund für das finanzielle Loch war zunächst unklar. Jedoch werden geringere Besucherzahlen, Kosten für die parallel auch in Athen stattfindende Kunstschau sowie für den Transport von Kunstwerken aus Griechenland vermutet. Um Licht in die Vorgänge zu bringen, seien inzwischen unabhängige Wirtschaftsprüfer bestellt worden. Die "reibungslose Durchführung" der documenta sei gesichert, das bestätigte auch Hessens Kunstminister Boris Rhein (CDU).

Die Bürgschaft für die finanziell angeschlagene documenta benötigt jedoch erst noch die Zustimmung des Kasseler Stadtparlaments. Das Thema werde bei der nächsten Sitzung am 25. September auf der Tagesordnung stehen, bestätigte ein Sprecher der Stadt am 13. September 2017.

Noch zur Halbzeit positive Bilanz gezogen
Zur Halbzeit der Weltausstellung in Kassel hatten die Macher um den künstlerischen Leiter Adam Szymczyk noch eine positive Zwischenbilanz gezogen. "Sehr zufrieden können wir auf den bisherigen Verlauf der documenta 14 in Athen und Kassel zurückblicken", sagte Ende Juli die Geschäftsführerin, Annette Kulenkampff. Bis Ende Juli seien 445.000 Besucher gezählt worden, das seien 17 Prozent mehr gewesen als bei der Halbzeit der vorherigen documenta im Jahr 2012. Der Gesamt-Etat der documenta für die laufende Ausstellung liegt bei insgesamt 37 Millionen Euro.

 

© ap
Schwerpunkt zur documenta 14
Die documenta gilt als weltweit wichtigste Schau für zeitgenössische Kunst. Traditionell ist sie alle fünf Jahre in Kassel beheimatet - hat sich aber für 2017 einen zweiten, gleichberechtigten Schau-Platz ausgesucht: Athen. Das gab es noch nie.
weiter ...

 

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, live um 19.20 Uhr
Kulturzeit-Gespräch mit ...
© ZDFVideoElke Buhr, "Monopol"-Chefin, und Kolja Reichert, Kunstkritiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"
(12.09.2017)
Info
documenta 14
Die documenta ist die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst und wird seit 1972 alle fünf Jahre veranstaltet. 2017 war mit Athen erstmals eine weitere Stadt gleichberechtigter Standort der documenta neben Kassel. Die Ausstellung in Athen war bereits Mitte Juli nach 100 Tagen zu Ende gegangen. In Kassel dauert die documenta noch bis zum 17. September an. Mehr als 160 Künstler zeigen dort an 30 Standorten ihre Werke.