© ZDF, Jana Kay
Nina Mavis Brunner moderiert vom 4. bis zum 7. September 2017.
Nina Mavis Brunner moderiert vom 4. bis zum 7. September 2017.
"Kulturzeit" am 05.09.2017
Die Themen der Sendung im Überblick
"Kulturzeit", das werktägliche Fernsehfeuilleton der 3sat-Partner ARD, ZDF, ORF und SRF, berichtet aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über das kulturelle Leben - montags bis freitags ab 19.20 Uhr.
Islam in der Krise
© dpa
Nach Ansicht des Stuttgarter Religionswissenschaftlers Michael Blume verabschieden sich immer mehr Muslime innerlich von ihrer Religion. Die Säkularisierung habe den Islam voll erfasst, die meisten Muslime machten ihre Glaubenszweifel aber bislang mit sich alleine aus und redeten oft nur mit engsten Vertrauten darüber, sagte Blume am Dienstagabend in "Kulturzeit": "Da kann von Islamisierung keine Rede sein!" Der Islam, so Blume weiter, befinde sich weltweit in einer tiefen Krise. Darauf antworteten zwar einige Muslime mit Radikalisierung und Gewalt, doch der weitaus größere Teil verringere seine religiöse Praxis oder gebe sie sogar ganz auf. Allerdings werde dies noch viel zu wenig in den Blick genommen und untersucht - auf allen Seiten. Blume ist Referatsleiter für die nichtchristlichen Religionen und Minderheiten im baden-württembergischen Staatsministerium und hat Ende August sein neues Buch "Islam in der Krise" veröffentlicht.
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Kulturzeit-Gespräch mit...
© ZDF Video Michael Blume, Autor
(05.09..2017)

zu seinem Buch:
"Islam in der Krise. Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug"
Patmos 2017
ISBN-13: 978-3-8436-0956-2

Zensur? Regisseur Kirill Serebrennikow unter Hausarrest
© dpa
Seit knapp zwei Wochen steht einer der bekanntesten russischen Regisseure für zeitgenössisches Theater unter Hausarrest. Die Justiz wirft ihm die Unterschlagung von Fördergeldern vor, ihm drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Serebrennikow bestreitet die Vorwürfe, und ein großer Teil der russischen Kulturwelt hat sich hinter ihn gestellt: In dem Verfahren gehe es nicht um Betrug, vielmehr wolle die Staatsmacht einen der offensten, kritischsten und interessantesten Theatermacher des Landes mundtot machen, sind viele Regisseure, Schauspieler und Autoren überzeugt. Es ist dies nicht das erste Mal, dass die russischen Behörden gegen Kulturschaffende vorgehen, die die ideologische Linie der Staatsmacht in Frage stellen - aber es ist der bisher wohl spektakulärste Fall. Steht Russland damit vor der Wiedereinführung der Zensur? Wie frei ist die Kunst unter dem zunehmend autoritären politischen System noch?
Kulturzeit-Nachrichten
Grütters fordert Freilassung von Regisseur Serebrennikow
Kulturzeit-News vom Dienstag, 29.08.2017

"Die beste aller Welten"
© Polyfilm
Ob Schauspiel oder Tanz, ob Bühne oder Film - Verena Altenberger überzeugt und begeistert. 2015 schloss die gebürtige Salzburgerin ihr Schauspielstudium an der Musik und Kunst Universität der Stadt Wien ab und machte als Schauspielerin und Tänzerin Station bei Theaterbühnen wie dem Volkstheater Wien, dem Burgtheater Wien und den Salzburger Festspielen. Daneben wirkte Verena Altenberger in nationalen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen mit und zählt seitdem als Shootingstar des österreichischen Films. Nun spielt die erst 29-jährige Schauspielerin in dem Film "Die beste aller Welten" eine drogensüchtige Mutter.
Film
"Die beste aller Welten"
AT 2017
Regie: Adrian Goiginger
Darsteller: Verena Altenberger, Jeremy Miliker, Lukas Miko, u.a.
Kinostart:
DE: 28.09.2017
AT: 08.09.2017

Kompromisslos für Gerechtigkeit: Arundhati Roy
© dpa
Arundhati Roy gilt als Indiens bekannteste Schriftstellerin und profilierteste kritische Stimme. Mit dem Roman "Der Gott der kleinen Dinge" wurde Roy weltberühmt, verdiente Millionen und spendete große Teile davon für soziale Projekte. Sie gilt als eine glaubwürdige Beobachterin ihres Landes. Doch sie hat Fans, die sich sorgen, da fundamentalistische Hindus sie anfeinden. Jetzt hat Roy ihren zweiten Roman geschrieben - nach 20 Jahren. Ein Abriss der Geschichte Indiens der letzten Jahrzehnte, mit vielen kleinen verwobenen Geschichten: "Das Ministerium des äußersten Glücks".

Der "ttt"-Beitrag in der ARD-Mediathek ...
Buch
"Das Ministerium des äußersten Glücks"
von Arundhati Roy
Übersetzung: Anette Grube
S.Fischer 2017
ISBN-13: 978-3100025340

Heinrich Böll im Museum Ludwig
© dpa
Heinrich Böll hatte ein besonderes Verhältnis zur Fotografie. Obwohl kamerascheu, wurde er als weltberühmter Schriftsteller unzählige Male porträtiert. Er schrieb aber auch über Fotografie und fragte in seinem Text "Die humane Kamera" nach der Moral der Fotografen. Für seinen Bonn-Roman "Frauen vor Flußlandschaft" nutzte er Fotos, um Orte beschreiben zu können. Und immer wieder taucht die Fotografie als Motiv und Metapher in seinem Werk auf, denn "ein gutes Auge ge­hört zum Handwerk­szeug des Schrift­steller­s". Zu Bölls 100. Geburtstag widmet das Museum Ludwig in Köln dem Literaturnobelpreisträger und seiner Beziehung zur Fotografie eine große Ausstellung. Zu sehen ist sie vom 1. September 2017 bis zum 7. Januar 2018.

Der "Westart"-Beitrag in der WDR-Mediathek ...
Ausstellung
"Die humane Kamera Heinrich Böll und die Fotografie"
Museum Ludwig, Köln
bis 07.01.2018