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Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann schaffte es, innerhalb kurzer Zeit 28 Gruppen aus Politik und Gesellschaft zu mobilisieren.
Für eine sinnvolle Debatte
"15 Thesen für Zusammenhalt in Vielfalt" vorgestellt
Welchen Beitrag kann Kultur zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten? Wie kann Integration in einer multikulturellen Gesellschaft funktionieren? Mit diesen Fragen hat sich die Initiative kulturelle Integration unter Federführung des Deutschen Kulturrates beschäftigt und 15 Leitthesen entwickelt, die am 16. Mai 2017 in Berlin vorgestellt wurden.
"Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen in Deutschland muss gelebt werden", heißt es in der ersten These. "Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt" ist eine andere, ebenso wie "Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Zusammenlebens" oder "Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe". Bereits bei einem ersten Zusammentreffen im Dezember 2016 hätten sich die Beteiligten darauf verständigt, den Begriff "Leitkultur" nicht zu verwenden, so der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, der die Initiative begründet hatte. Der Begriff sei politisch "verbrannt". Er spalte, anstatt zusammenzuführen.


Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der als Redner bei der Vorstellung der 15 Thesen auftrat, verteidigte in seiner Rede den von ihm oft gebrauchten, umstrittenen Begriff der "Leitkultur". Es gebe bei dem Wort mit dem Kulturrat eine Meinungsverschiedenheit. "Ich finde das Wort gut", sagte de Maizière. Er könne auch "Richtschnur des Zusammenlebens in Deutschland" sagen oder "einigendes Band" oder "Leitbild". Er benutze den Begriff "Leitkultur" aber gerne.

"Martin Luther hat 95 Thesen gebraucht, um die Welt zu verändern. Die 15 Thesen der Initiative nehmen sich im Vergleich dazu bescheiden aus. Und ich fürchte, ihr ist nicht einmal eine eigene Playmobil-Figur vergönnt."

(Kulturstaatsministerin Monika Grütters)

Zimmermann bekräftigte, man wolle mit den Thesen eine ernsthafte Debatte anstoßen und "keine neuen Schlagzeilen produzieren, die der Initiative letztlich zuwider läuft". Es sei notwendig, solche Debatten führen, auch um diffusen Ängsten vor dem Fremden zu begegnen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Als Grundlage für die Thesen berufen sich die Unterzeichner - der Initiative gehören Mitglieder aus Staat, Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartnern und Migrantenverbänden an - auf das Grundgesetz. Die Mitglieder halten fest, dass ihrer Auffassung nach Religion auch in den öffentlichen Raum gehört und die deutsche Sprache Schlüssel zur Teilhabe sei.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr
Kulturzeit-Gespräch mit ...
Ruud Koopmans, Migrationsforscher
... über kulturelle Intergration (16.05.2017)
Info
"Initiative kulturelle Integration"
Zu den 28 Initiatoren der "Initiative kulturelle Integration" gehören der Deutsche Kulturrat, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Vertreter von Bundesministerien (Inneres und Arbeit), aber auch von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie kommunalen Spitzenverbänden. Unter anderem beteiligen sich die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

(Quelle: KNA)