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"Alien Age" ist Möstls bisher ambitioniertestes und gleichsam bestes Werk - und zugleich ein enorm vielschichtiges, sagt "Kulturzeit"-Mitarbeiter Florian Kölsch.
"Alien Age" ist Möstls bisher ambitioniertestes und gleichsam bestes Werk - und zugleich ein enorm vielschichtiges, sagt "Kulturzeit"-Mitarbeiter Florian Kölsch.
Wanderer zwischen den Genres
Das neue Album von Mile Me Deaf
Für "Alien Age" stellt der Wiener Wolfgang Möstl die Gitarre in den Schrank - und huldigt stattdessen den Samples. Das Resultat: unwiderstehlich. Groovy. Meisterhaft. "Kulturzeit"-Mitarbeiter Florian Kölsch ist hin und weg.
Wie relevant ist der Begriff "Genre" eigentlich noch? Eine Frage, die man sich im "Post-Everything"-Zeitalter eigentlich gar nicht mehr zu stellen braucht. Ein weiteres Beweisstück dafür: das neue Album von Mile Me Deaf.

© Siluh-Records  "Alien Age" fühlt sich stellenweise an wie ein Trancezustand.
"Alien Age" fühlt sich stellenweise an wie ein Trancezustand.
Hier wird sich nämlich jeglicher Genre-Konvention entzogen: mäandernd zwischen Indie-Rock, Psychedelic-Pop und Electronica erzeugt "Alien Age" eine ureigene Stimmung: sommerlich, benebelt, extrovertiert. Weg von den Songstrukturen, hin zu den Klanglandschaften. "Alien Age" fühlt sich stellenweise an wie ein Trancezustand, eine Art Acid-Trip, was auch auf dem Cover, das ein Stereogramm zeigt, reflektiert wird. Musikalisch ist die Platte für Möstl ein weiterer Schritt weg von seinen Indie Rock-Wurzeln: Schon auf dem exzellenten Vorgänger "Eerie Bits of Future Trips" (2015) wurden die Gitarren seltener, auf "Alien Age" hört man die Rock-Anleihen dann nur noch indirekt - über Samples.

Sind wir noch Menschen oder schon Aliens?
In den Texten auf "Alien Age" hinterfragt Möstl nichts weniger als das menschliche Dasein: "What happens to the human age / when everyone is bored of it?", heißt es im Titeltrack. Sind wir 2017 überhaupt noch Menschen - oder doch schon Aliens, fremdbeherrscht durch unsere Routinen? Gute Frage eigentlich.

Fakt ist: "Alien Age" ist Möstls bisher ambitioniertestes und gleichsam bestes Werk - und zugleich ein enorm vielschichtiges: Von Pop-Perlen wie "The World We Own" oder die vorab veröffentlichte Single "Blowout" bis hin zu straighten Elektronik-Tracks wie "Shibuya+" ist das Album von einer ungeahnten Dringlichkeit, die es jetzt schon zu einem Geheimtipp für das "Album des Jahres" macht.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags, um 19.20 Uhr
Zur Person
Florian Kölsch
Unser Autor Florian Kölsch hört und schreibt gerne sehr viel über Musik und kennt sich zudem auch recht gut in der Wiener Musikszene aus.

Die Arbeit von Wolfgang Möstl verfolgt er seit der, eigentlich viel zu späten, Entdeckung des Albums "Eerie Bits of Future Trips" von Mile Me Deaf - eine Platte, die er sehr mochte.
CD und Tourdaten
"Alien Age"
von Mile Me Deaf
Siluh Records (Cargo Records) 2017

02.03.2017:
Graz (AT), Postgarage
03.03.2017:
Wien (AT), Sargfabrik
17.03.2017:
Wiener Neustadt (AT), Triebwerk
15.04.2017:
Frutten-Giesselsdorf (AT),
Wenn die Musi rockt
19.04.2017:
Berlin, Acud
20.04.2017:
Chemnitz, Atomino
21.04.2017:
Nürnberg, K4
22.04.2017:
Darmstadt, Oettinger Villa
03.05.2017:
München, Unter Deck
04.05.2017:
Olten (CH), Coq dOr
05.05.2017:
Feldkirch (AT), Graf Hugo
06.05.2017:
Karlsruhe, P8
07.05.2017:
Saarbrücken, Kurze Eck
08.05.2017:
Marburg, Trauma
09.05.2017:
Hamburg, Hafenklang
10.05.2017:
Kassel, Goldgrube
11.05.2017:
Trier, Exhaus
12.05.2017:
Freiburg, Slowclub
13.05.2017:
Stuttgart, Merlin
Zum Künstler
Wolfgang Möstl
Wolfgang Möstl ist schon seit Jahren ein Kernelement der Wiener Indie-Szene. Er ist nicht nur als Musiker, sondern auch als Produzent tätig: So produzierte er unter anderem das unlängst erschienene "Grüne Album" von Natalie Ofenböck & Der Nino aus Wien sowie auch die Alben der Wiener Band Sex Jams, bei der er auch Mitglied ist.