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Nach den schrecklichen Geschehnissen auf einem Berliner Weihnachtsmarkt verharrt die Hauptstadt in Schock und Trauer. Viele stellen sich die Frage: Warum nur?
Terror, mitten unter uns
Reaktionen auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt
Die Gewalttat von Berlin sorgt mitten in der Weihnachtsidylle bei vielen Menschen für Ängste. Die Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt bleiben am 20. Dezember 2016 geschlossen. "Wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittag in Berlin.
Mindestens zwölf Tote und dutzende Verletzte lautete die traurige Bilanz, nachdem am Abend des 19. Dezember ein LKW auf einem Weihnachtsmarkt am Breidscheidplatz an der Berliner Gedächtniskirche in die Menschenmenge gerast war.

"Irgendwo haben wir alle gewusst, dass das, was in Frankreich und in Belgien geschehen ist, vielleicht leider hier geschehen könnte", sagte Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste in Berlin, am 20. Dezember gegenüber "Kulturzeit". "Trotzdem ist es wichtig, dass wir sachlich bleiben, dass wir uns nicht in Hetze, Hass und populistischen Parolen vergehen, sondern dass wir sehen, dass es in dieser Welt Gewalt und Horror gibt und dass wir weiterhin unsere Arbeit machen müssen, weiterhin versuchen müssen die Werte der Aufklärung aufrecht zu erhalten und dass wir für Frieden kämpfen müssen."

Statement von Jeanine Meerapfel (20.12.2016) ...


 

"Die Terroristen wollen Eskalation", postete der Fotograf und Turner-Preisträger Wolfgang Tillmans auf Instagram. "Sie wollen nichts mehr als Angst verbreiten, und den Hass ernten, den diese sät. Deutschland bleibt cool. Morgen Glühwein trinken auf dem Weihnachtsmarkt." Der Schriftsteller Peter Schneider sagte gegenüber "Kulturzeit": "Man hat das Gefühl, man wohnt einer historischen Zäsur bei. Es wird sich vieles ändern in diesem Land." Am meisten Angst davor habe er, "dass wir jetzt auch so einen Trump bekommen". Er selbst sei ein ziemlich angstfreier Mensch. "Ganz wichtig ist - das hat Merkel wirklich richtig gemacht in ihrer fünfminütigen Rede - es gab keine 'volkspädagogischen Sätze' wie sonst." Sätze wie "Nicht alle Muslime sind Terroristen", das wüssten die Deutschen selber. "Und die, die es nicht wissen wollen, die wird man mit solchen Sätzen überhaupt nicht erreichen, die muss man dann bekämpfen, wenn sie Hetze betreiben." Die Flüchtlingsthematik in Deutschland müsse ganz unabhängig von dieser Tat diskutiert werden, sagte Schneider. Für ihn sei klar, dass Deutschland Bürgerkriegsflüchtlinge aufnehmen und ihnen einen Fluchtort bieten müsse.

Motiv und Täterschaft noch unklar
Ein offizielles Bekenntnis einer Terrorgruppe gab es nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bis zum Nachmittag des 20. Dezember nicht. De Maizière bestätigte, dass am 19. Dezember ein Asylbewerber aus Pakistan als mutmaßlicher Täter festgenommen wurde. Allerdings wurden später Zweifel an einer Täterschaft des Mannes laut: Man müsse sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass er nicht der Täter sei, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank.

Sendedaten
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(20.02.2016)
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