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© dpa Lupe
Michael Müller soll von Chris Dercon als Castorf-Nachfolger lassen und ihn ausbezahlen, so Claus Peymann.
Peymann legt nach
Offener Brief des BE-Intendanten zur Volksbühne
Die "Schlacht um die Zukunft der Volksbühne" geht in die nächste Runde: Nur einen Tag, nachdem sich zahlreiche Mitarbeiter der Berliner Volksbühne in einem offenen Brief besorgt zum bevorstehenden Intendantenwechsel geäußert haben, setzt Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles (BE), erneut einen drauf.
In einem sehr offenen, sehr direkt formulierten Brief - an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller - fordert er diesen auf etwas zu tun, "was Politiker niemals tun", wie Peymann schreibt: "einen Fehler einsehen und korrigieren".


Will heißen: Müller soll von Chris Dercon als Castorf-Nachfolger lassen und ihn ausbezahlen. "Dann könnten Sie 'unsterblich' sein und würden nicht als Killer der Volksbühne in die Geschichte eingehen", so Peymann.

Hintergrund ...

© dpa
"Wir sehen die Zukunft bedroht!" (20.06.2016)
Mitarbeiter der Volksbühne äußern in einem offenen Brief ihre Sorge über den Intendantenwechsel. Senatskanzlei reagiert am 21. Juni: Sorgen seien unbegründet.
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"Gegen die Zerstörung ihres Theaters"
Der scheidende Intendant des BE ist froh, dass sich die Mitarbeiter der Volksbühne endlich "gegen die Zerstörung ihres Theaters zur Wehr setzen, um es nicht in eine 'Eventbude' verwandeln zu lassen", erklärt Peymann weiter.

Der "Eventbuden"-Vorwurf ist nicht neu: Kulturstaatssekretär Tim Renner hatte im April 2015 bereits auf den Vorwurf reagiert: Kein Mensch habe die Absicht, aus der Volksbühne eine Eventbude zu machen, sagte er damals. "Wir gehen in keiner Sekunde davon aus, dass die zukünftige Führung der Volksbühne nicht jemanden mit Theater als Schwerpunkt hat." In einem "Zeit"-Interview erklärte er: "Nach langer, erfolgreicher Zeit bestand die kulturpolitische Pflicht, die Volksbühne konzeptionell und personell für die Zeit nach dem Intendanten Castorf aufzustellen." Und er fragte: "Warum wird in einem Neuanfang so gerne das Risiko und so selten die Chance gesehen?"

Hintergrund ...

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Peymann disst Renner ... und Renner kontert (2015)
Claus Peymann teilt aus. Sein Opfer: Kulturstaatssekretär Tim Renner. In einem offenen Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller machte er 2015 seinem Ärger Luft.
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An Tim Renner, den Peymann bereits damals als "größte Fehlbesetzung des Jahrzehnts" bezeichnet hatte, lässt er auch in seinem jetzigen offenen Brief an Müller kein gutes Haar: "Verhindern Sie", bittet Peymann, "dass Ihr Schickimicki-Staatssekretär Renner sich weiterhin von Matthias Lilienthal beraten lässt." Dieser sei ja bekanntlich "der eigentliche Erfinder von dieser unseligen Personalie". Gemeint ist die Dercon-Entscheidung. Die "Schlacht um die Zukunft der Volksbühne" geht also weiter. To be continued ...

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© dpaVideo"Meuterei an der Volksbühne"
Kulturzeit-Nachrichten (21.06.2016)
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VideoCarl Hegemann, Dramaturg
"(Dercon ist) der falsche Mann am falschen Ort. Wie wenn man der deutschen Fußballnationalmannschaft einen Eishockeytrainer verpassen und das mit Innovation begründen würde."