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Themen am 08.12.2017Navigationselement
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© dpa Lupe
William Shatner - legendärer Captain Kirk in "Star Trek".
Gratulation, Captain Kirk!
William Shatner wird 85
Er flog mit der Enterprise durch "unendliche Weiten". Auf der Straße auf Klingonisch angesprochen zu werden, findet er dennoch "zum Kotzen", den Kult um Captain Kirk manchmal sogar nervig. Doch es ist und bleibt die Rolle, die William Shatner zum Kult machte. Dass er auch Theater gespielt, Regie geführt, Bücher geschrieben und moderiert hat - ist da vielen egal. Nicht aber, dass er am 22. März 2016 schon 85 wird.
"Star Trek" ist Fernsehgeschichte: Mitten im Kalten Krieg zeigte die Science-Fiction-Serie Russen, Japaner und Amerikaner einträchtig in einem Raumschiff. Und sogar eine schwarze Frau als Offizier war dabei. Dass Captain Kirk Leutnant Uhura, gespielt von Nichelle Nicols einen Kuss gab - wenn auch laut Drehbuch durch eine fremde Macht gezwungen - sorgte 1968 im Amerika der Rassentrennung gar für einen Skandal. Einige Südstaaten weigerten sich jahrelang, die Folge auszustrahlen. Auch sonst griff die Serie unter dem Denkmantel von Science-Fiction manch sozialen Brennpunkte auf. Nach nur drei Staffeln wurde sie 1969 wegen schlechter Quoten allerdings eingestellt. Offenbar waren die USA damals noch nicht reif für "Star Trek".

Probleme nach dem Serien-Aus
Dennoch, es war die Rolle von Captain Kirk, die William Shatner bekannt machte, und die ihm das Geld brachte. Nach dem Aus der Serie 1969 ging es mit seiner Karriere bergab. Und auch sein Privatleben litt: Seine Frau Gloria Rand, mit der er drei Töchter hat, verließ ihn noch im selben Jahr. Wegen der finanziellen Probleme nach der Scheidung hauste er sogar zeitweise in einem Campingwagen. Die zweite Ehe mit Marcy Lafferty wurde geschieden, seine dritte Frau Nerine Kidd, die er 1997 heiratete, ertrank zwei Jahre später bei einem Unfall im Swimmingpool. Die Polizei fand Alkohol und Valium in ihrem Blut.

In den 1980er Jahren spielte Shatner den Polizisten T. J. Hooker in der gleichnamigen Serie. So richtig bergauf aber ging es für ihn aber erst wieder im 21. Jahrhundert: 2001 heiratete er seine vierte Frau Elizabeth Martin, mit der er bis heute in Südkalifornien lebt, bekam mehrere lukrative Werbeaufträge und für seine Rolle als genialer, aber exzentrischer Anwalt Denny Crane in der TV-Serie "The Practice" wurde er 2004 mit dem Fernseh-Oscar Emmy ausgezeichnet. In der Spin-Off-Serie "Boston Legal" verkörperte er Crane erneut und bekam im Jahr darauf neben einem Emmy auch einen Golden Globe verliehen. Zwischen 2010 und 2011 spielte er in der Sitcom "Shit! My Dad Says" den störrischen Vater Ed und stand für eine Dokumentation über Regisseur Alex Stapleton vor der Kamera.

Ehrenpreis der Nasa
© dpa Lupe
Die ursprüngliche Crew - schon etwas gealtert - in "Star Trek VI" von 1992.
Was weniger bekannt ist: Shatner spielte auch am Theater, führte Regie, unter anderem 1989 bei "Star Trek V - Am Rande des Universums", wofür er gleich zwei Goldene Himbeeren als schlechtester Schauspieler und schlechtester Regisseur erhielt, und schrieb relativ erfolgreich Bücher, neben einer Biografie natürlich vor allem "Star Trek"-Romane. Auf gemischte Kritik stießen seine Versuche als Sänger, wobei er dabei mehr Songtexte rezitiert. Eine besondere Ehre wurde William Shatner 2014 zuteil: Die Nasa verlieh dem Schauspieler die "Distinguished Public Service"-Medaille, die höchste Ehrung für ein Nicht-Regierungsmitglied. Zur Begründung hieß es, dass er neue Generationen von Forschern weltweit inspiriert und die Nasa und ihre Missionen unablässig unterstützt habe.

Auch mit 85 Jahren steht Shatner weiter vor der Kamera und engagiert sich für soziale Projekte. Gerüchte über einen Überraschungs-Auftritt im neuen "Star Trek Beyond" zum 50-jährigen Serien-Jubiläum wies Shatner zwar zurück, doch grundsätzlich sei er nicht abgeneigt, wieder in die Rolle als Captain der USS Enterprise zu schlüpfen, erklärte er jüngst dem "Hollywood Reporter". Er wolle aber keinen reinen Cameo-Auftritt, wie es inzwischen bei den Schauspielern der ersten Enterprise-Generation üblich ist, sondern einen interessanten Charakter und eine gute Story mit einer guten Erklärung für Kirks Wiederauftauchen. 1994 war Kirk im "Treffen der Generationen" auf der Leinwand den Heldentod gestorben.

Nachruf
Bye, bye, Mr. Spock!
Zum Tod von Leonard Nimoy (2015)
Info
Einige Jahre nach dem Serienende 1969 erlebte "Star Trek" eine Renaissance. Zwar wurden keine neuen Folgen gedreht, aber die Wiederholungen erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Auf die Serie folgten insgesamt zwölf Kinofilme - der 13. "Star Trek Beyond" ist in der Postproduktion und kommt im Sommer 2016 in die Kinos - eine Zeichentrickserie plus vier Ableger-Serien. Für 2017 kündigte der Sender CBS eine neue Staffel im Fernsehen an und versetzte die Fangemeinde damit in helle Aufregung. Und nicht zuletzt wurde "Star Trek" dutzendfach persifliert - auch eine Form der Anerkennung. Für William Shatner aber ist seit 1994 Schluss mit Captain Kirk.