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© Reuters Video
Im Wahlkampf stets angriffslustig: Donald Trump.
Dieser Trump
Wer siegt beim "Super Tuesday" in den USA?
In den USA gilt der "Super Tuesday" als wichtigster Termin bei den Vorwahlen. Wer wird Präsidentschaftskandidat bei den Demokraten, wer bei den Republikanern? Nach Umfragen sieht es so aus, als ob Hillary Clinton und Donald Trump im Ring aufeinander treffen werden. Dabei ist gerade der Immobilienmogul ein ziemlich umstrittener Kandidat, selbst in seiner eigenen Partei.
Die eine Seite der US-Republikaner will sich hinter den umstrittenen Bewerber und Spitzenreiter Donald Trump stellen, sollte er die Partei-Nominierung erhalten, die andere besteht darauf, sich niemals für den exzentrischen Multimilliardär aussprechen zu können. Wie die Partei mit dieser Kluft leben will, auch nach den Vorwahlen und bis hin zur eigentlichen Wahl, steht in den Sternen. 50 Sterne schmücken die US-Flagge.

Wenn es nach ihnen ginge, dann hätte der Immobilien-Milliardär keine Chance: "Stop Hate Dump Trump" ("Stoppt den Hass - werft Trump auf den Müll") ist ein Bündnis, dem viele prominente US-Hollywoodstars, Kulturschaffende und Intellektuelle angehören. Darunter Harry Belafonte, Noam Chomsky, Angela Davis, Jonathan Demme, Ani Difranco, Jane Fonda, Gloria Steinem und Alice Walker. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber sei dabei, seine "hasserfüllte und spaltende Rhetorik" noch zu steigern, sagte die Schriftstellerin Eve Ensler, eine der Mitgründerinnen. "Wir denken, dass Trump eine große Bedrohung ist für Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Gleichheit und das Wohl unseres Landes und all seiner Bewohner", gab die Kampagne bekannt, die bis heute rund 57.600 Unterzeichner hat. Und der Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa hält Trump gar für eine "Gefahr für die Vereinigten Staaten". Bei einer Buchpräsentation in Madrid am 1. März 2016 nannte der Literat den Milliardär einen "demagogischen Clown und Rassisten".

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Der HBO-Moderator John Oliver sagt es mal so: "Donald Trump ist inzwischen sowas wie Amerikas Leberfleck. Vor einem Jahr war er noch harmlos, aber jetzt hat er sich vergrößert und es wäre schlicht unklug, ihn zu ignorieren." Donald Trump steht für eine Politik der Abschottung. "Ich werde eine Mauer bauen und ich werde Mexiko dazu bringen, für diese Mauer zu bezahlen", sagt er. Ginge es nach ihm, dann würden Leute, die ohne gültige Aufenthaltserlaubnis in den USA leben, massenhaft deportiert. Und Muslime ohne US-Pass dürften erst gar nicht einreisen. Filmemacher Michael Moore - bekannt für seine meinungsstarken Äußerungen - hat Donald Trump einmal als einen "ängstlichen alten weißen Mann" bezeichnet. Auf seiner Internetseite zeigt er sich mit einem Schild, auf dem "We Are All Muslim" steht. Vor dem Trump Tower in Manhattan, 2015. Wer das auch gut findet, kann dort eine Petition unterzeichnen und unter dem Hashtag #WeAreAllMuslim ein Foto von sich posten, auf dem ebenfalls "We Are All Muslim" steht.

Le Pen unterstützt Trump
"Wenn ich Amerikaner wäre, würde ich Trump wählen ... möge Gott ihn schützen", schrieb indes der Gründer und Ex-Chef des Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, am 27. Februar 2016 beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Sie müssen alles in Ihrer Macht Stehende tun, um Trump zu stoppen", appellierte hingegen die "Washington Post" in einem Leitartikel an die Partei der Republikaner. Und die Harvard-Professorin Danielle Allen wird auf "Spiegel Online" mit dem Satz zitiert: "Ich habe mein Leben lang nicht verstanden, was genau Hitler an die Macht bringen konnte. Jetzt verstehe ich es."

Auch die internationale Presse versucht sich an Erklärungen. Die französische Tageszeitung "Le Monde" etwa sieht das Element der Rhetorik als zentral für Trumps Erfolg an. "Trump gewinnt, weil er die politisch-wirtschaftliche 'Elite' - 'das Establishment' - auseinandernimmt, darunter auch die Spitze der Republikaner. [...] Diese Protest-Radikalität kommt nicht aus dem Nichts. Sie liegt nicht nur im Zeitgeist. Sie ist der Spiegel der rhetorischen Gewalt, die die republikanische Partei kultiviert, die seit Jahren ihre Gegner verteufelt, die sogar den Begriff des politischen Kompromisses anprangert, die eine intolerante Religiosität ausnutzt, die scharfe Anprangerung des Bundesstaats verehrt und die dann das Glück verspricht, wenn Steuern und der Unterricht des Darwinismus abgeschafft werden. Am Ende von diesem Geschwätz, am Ende des extremistischen Abdriftens, ist 'The Donald' der Star der Partei Abraham Lincolns!"

Kulturzeit-Gespräch mit ...
© ZDFVideoDiana Johnstone, Journalistin
(01.03.2016)
Mediathek
© dpaVideo"Das Phänomen Donald Trump"
Kulturzeit-Beitrag (29.01.2016)
heute.de
© dpaLiveblog zum Super Tuesday
Fighten um Hunderte Delegiertenstimmen
Tagesschau.de
© ReutersCaucus, Primary, Super-Tuesday
Wie funktionieren die US-Vorwahlen?
Hintergrund
"Super Tuesday"
Der Super-Tuesday ist im Kalender der US-Vorwahlen einer der wichtigsten Tage. In zwölf Staaten wird am 1. März gewählt: in Alabama, Alaska (nur Republikaner), Arkansas, Colorado, Georgia, Massachusetts, Minnesota, Oklahoma, Tennessee, Texas, Vermont, Virginia und im Außengebiet Samoa (nur Demokraten). Es geht um rund 900 Delegierte der Demokraten, etwa 20 Prozent der Gesamtzahl. Bei den Republikanern werden 600 Delegierte vergeben, etwa ein Viertel aller. Für den Gesamtsieg braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1237 Delegierte. Bei den Demokraten muss der Sieger mindestens 2382 Delegierte auf sich vereinen.

(Quelle: dpa)