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© dpa Lupe
Das Schicksal von Jon Snow (Jon Schnee) könnte in die TV-Geschichte eingehen, wie die Frage, wer in "Dallas" auf J.R. Ewing geschossen hat.
Der Messias von Westeros
Zur sechsten Staffel von "Game of Thrones"
Ist Jon Snow tot? Bleibt er es auch? Am 20. April 2016 startet die sechste Staffel der TV-Serie "Game of Thrones" in den USA. Bis dahin bleibt viel Raum für Spekulationen, zum Beispiel von unserer Autorin Simone Stern.
Als Fan von George R.R. Martins Büchern der Serie "Ein Lied von Eis und Feuer" hat man sich schmerzhaft daran gewöhnt, dass es in der Welt von Westeros keine Garantien gibt. Das macht auch den Reiz der auf den Büchern basierenden Serie aus: Niemand ist sicher, der Held wird nicht verschont, nur um seines Heroismus' oder seines Standes willen. Denn es herrscht Krieg im Land und Krieg macht alle gleich.

Echt jetzt?
Manchmal liefert der Tod einer Figur eben die bessere Lektion. "Valar Morghulis" ist deshalb schon lange nicht mehr nur das Mantra der gesichtslosen Männer, einer geheimnisvollen Riege von Attentätern, sondern auch das vieler "Game of Thrones"-Fans: "Alle Menschen müssen sterben." Trotzdem fragten sich die Fans nach dem Finale von Staffel fünf: Auch Jon Snow? Echt jetzt?

© ap Lupe
Die Weißen Wanderer - mythische Kreaturen, tiefgefrorene Zombies.
Das Schicksal von Jon Snow aus "Game of Thrones" könnte in die Fernsehgeschichte eingehen, wie die Frage, wer in "Dallas" auf den texanischen Patriarchen J.R. Ewing geschossen hat. Jon ist auch Patriarch, nämlich der Nachtwache, also der schwarz gekleideten Bruderschaft, die zum größten Teil aus Kerkern rekrutiert wurde und die riesige Mauer aus Eis bewacht, die im Norden das Land Westeros schützt. Wovor? Dem kalten, unbarmherzigen, sinnlosen Bösen in Gestalt von tiefgefrorenen Zombies.

Bleibt er tot?
Anders als bei J.R. muss sich allerdings niemand fragen, wer den Anschlag auf Jon verübt hat: Seine eigenen Männer haben auf ihn eingestochen, ein ganzer Mob. Im Vergleich dazu ist sogar Julius Cäsar gnädig davon gekommen. So endete die fünfte Staffel mit dem vielleicht größten Cliffhanger des 21. Jahrhunderts: Ein blutender, röchelnder Jon Snow. Allein in den USA sahen das 8,11 Millionen Zuschauer. Ein Rekord selbst für die erfolgsverwöhnte Serie, die bei den letzten Emmy-Verleihungen zwölf Auszeichnungen gewann. Die Frage des 20. April 2016, wenn die sechste Staffel auf HBO startet, ist also: Bleibt Jon Snow auch tot?

© ap Lupe
Nichts und nemand ist sicher, nicht einmal Jon Snow.
Denn in der Welt von "Game of Thrones" gibt es viele Götter - und betet man zum richtigen, hat man gute Chancen auf Wiederauferstehung. Spätestens die ersten Werbeposter für die neue Staffel, auf denen Jon Snow zwar blutig, aber doch aufrecht zu sehen ist, scheinen das zu bestätigen. Warum das eigentlich so wichtig ist? Weil Jon Snow der Underdog ist. Der uneheliche Sohn eines Fürsten, der zum Dienst an die Eismauer abgeschoben wurde und von Fans der Buchvorlage schon lange als Messias von Westeros gehandelt wird. Todesart und Auferstehung würden da gut zum Mythos passen.

Packend und einfühlsam
Natürlich geht es bei "Game of Thrones" nicht nur um Jon Snow. Es ist die Geschichte so vieler Protagonisten, dass sogar Leo Tolstoi schwindelig beim Zählen geworden wäre. Und jede einzelne ist packend, einfühlsam und so realistisch wie es im Fantasy-Genre eben zugehen kann, erzählt. Trotzdem scheinen alle irgendwie miteinander verbunden. In den bisher fünf Büchern schaffte das George R.R. Martin, bei HBO sind es David Benioff und D.B. Weiss. Das lässt Raum für Fans, die sich ihre Lieblinge herauspicken können und es sorgt für reichlich Komplexität. Klar, es gibt Drachen und Zombies und Hellseher, aber vor allem sind es Geschichten vom Überleben. Oder - wie in Jons Fall - vom Sterben und Auferstehen.


Man ist sich also sicher: Ist er tot? Jein. Und dann kommt der neueste Trailer und alle Theorien werden nichtig. Man sieht die Halle der Gesichter, einen alptraumerregenden Ort in einem Tempel, der dem Gott des Todes gewidmet ist. Wie Masken sind dort die Gesichter der Verstorbenen aufgereiht, man sieht all die, deren Ableben schon Lektionen erteilen musste. Und dann all die anderen, die doch bisher noch ganz lebendig waren und sicher vor den Rotstiften der Drehbuchschreiber schienen. Am Ende, so hofft man, ist es nur eine Wiederholung des Mantras: Alle Menschen müssen sterben.

Info
"Game of Thrones"
Die Serie "Game of Thrones" läuft seit 2011 auf dem US-Bezahlsender HBO, der auch schon die "Sopranos" produzierte.

Der Titel gleicht dem des ersten Teils der Buchsaga "Das Lied von Eis und Feuer" von George R.R. Martin, die als Vorlage für die Serie dient. Es geht um das ewige Ränkespiel um den Thron des Königreichs Westeros, den zahlreiche Adelsfamilien für sich beanspruchen und so das ganze Land mit Krieg überziehen.

Nach der im April 2016 erscheinenden sechsten Staffel sind angeblich noch zwei weitere geplant, bis sich entscheidet, wer der Sieger im "Game of Thrones" ist - oder ob es überhaupt einen gibt.